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Horb a. N. Büchermarkt erstmals 150 Meter lang

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Horb - Auf das Internet kann man sich nicht verlassen. Aber auf das Buch! Denn: So einige Wetter-Apps zeigten für den Büchermarkt-Samstag stabiles, ordentliches Wetter an. Doch dann kam der Regen. Aber auch er konnte den Erfolg des 15. Büchermarkts nicht stoppen!

14.55 Uhr. Die Händler holen die Plastikfolie raus. Uwe-Karsten Kramm, Antiquar aus Stuttgart, sagt: "Die Wetter-Apps haben gutes Wetter angesagt. Darauf kann man sich nicht verlassen. Das ist ein bisschen bedauerlich –­ das Geschäft hätte besser sein können!"

Dann kommt Clement Fôret in seinen Stand. Kramm holt eins seiner Preziosen aus dem Regal: "L’ame eleve a Dieu" von 1792. Der Antiquar klappt den Falt-Kupferdruck aus, Fôret staunt: "Mervelleux!" Denn: Fôret ist Präsident des Büchermarkts aus Horbs Partnerstadt Salins-les-Bains. Er ist diesmal nicht alleine gekommen, sondern hat auch 17 französische Schüler zwischen 14 und 16 Jahren mitgebracht. Die genießen das Wochenende bei Gasteltern und -schülern in Horb.

Und genau das war natürlich richtig Grund zu feiern. Peter Straub mit seinem Kinderchor Bildechingen stimmt pünktlich um 13 Uhr "Voir sur ton Chemin" (Sieh auf deinen Weg, d. Red.) an. Evelyne Sedel aus Salins summt leise mit. Sie hat auf ihrem roten T-Shirt in weiß "Pays du livre" – das "Land der Bücher" gedruckt. Das Logo des Fördervereins der kommunalen Bibliothek in Salins.

OB Peter Rosenberger sagt: "Es ist toll, dass 17 Jugendliche aus Salins-les-Bains am Wochenende hier sind. Sie lernen Horb kennen –­ in einer Schnitzeljagd." Ein Jugendlicher schaut offenbar skeptisch. Rosenberger klopft ihm auf die Schulter: "Das wird dir sicher Spaß machen! Es gibt auch Preise zu gewinnen."

Fakt ist: Die nächsten 90 Minuten sind die Schüler damit beschäftigt, mit Straßenmalkreiden das Ende der Schillerstraße bunt zu machen.

Erstaunlich und auch gut: Diesmal sind die französischen Schülern bei Gasteltern vom MGG untergekommen. Kreidler und die Freunde der Städtepartnerschaft kämpfen darum, dass diese Freundschaft auch zum Schüleraustausch führt. Kreidler: "Das MGG hat allerdings einen Schüleraustausch mit Aix-les-Bains –­ und der ist älter als die Städtepartnerschaft mit Salins." Sieht also so aus, als ob sich hier beim "Gymi" was bewegen könnte. Die Real- und Gemeinschaftsschule sind laut Kreidler auch schon dran.

Bücher überwinden also die Grenzen. Clement Fôret zieht eine positive Bilanz vom ersten Auftritt des französischem Fördervereins für die kommunale Bibliothek in Horb: "Wir haben ein paar Bücher verkauft. Noch wichtiger: Es gab gute Gespräche mit den Horbern. Wir hoffen, dass sie auch bei unserem Büchermarkt dabei sind." Der ist am 8. und 9. November.

Ein Katzensprung für alle Horber. OB Rosenberger meint: "Das Tolle ist: Salins ist nur 350 Kilometer weit entfernt. Da kann man ein tolles Wochenende verbringen. In Salins gibt es eine super Salz-Therme und tolle Natur!"

Kristina Sauter vom Förderverein Stadtbibliothek, der den Büchermarkt organisiert: "Ich weiß nicht, ob wir das dieses Jahr noch schaffen. Das werden wir beim gemeinsamen Essen im Goldenen Adler besprechen!"

Die Freundschaft Horb-Salins –­ ein weiterer Schritt zur Belebung des Büchermarkt.

Doch auch die bewährten Elemente funktionieren bestens: Pina Buccis Rumpelstilzchen begeistert auf der Inselspitze die Kinder. Kein Wunder, schafft es doch Pina, den kleinen Giftzwerg mit italienischem Charme einen sympathischen Anstrich zu geben: "Gira, Gira" (Beweg Dich, d. Red.) ruft sie, als sie Stroh zu Gold spinnt. Die Kinder lachen.

Und der Sulzer Künstler Norbert Stockhus muss bei seinen Kupferstichen in der Markthalle sogar Autogramme geben. Der Fan: "Bitte noch den Fingerabdruck!" Der Künstler tappt ihn auch noch rein, scherzt: "Wenn Sie einen Kupferstich von Albrecht Dürer mit Fingerabdruck haben, dann ist das ein Schatz!" Der Buchliebhaber: "Dann warten wir halt 500 Jahre."

Gute Laune, Taschen voller Bücher. Es hat sich gelohnt. Monika Bauer: "Wir haben 150 Meter Bücherstände –­ so viel wie noch nie! Und das, obwohl einige wegen des Wetters abgesagt haben. Dabei hat sich das Kommen gelohnt – pünktlich um 9.30 Uhr zum Aufbau stoppte der Regen. Die Marktbeschicker sind laut unseren Umfragen zufrieden."

Der 15. Büchermarkt –­ er hat auch die Händler überzeugt. Klaus Tröger aus Lörrach: "Ich bin das erste Mal hier und wusste nicht, was mich erwartet. Doch ich bin –­ trotz des Wetters –­ positiv überrascht. Ich komme nächste Jahr wieder!"

Peinlich allerdings: Obwohl vorab über den Büchermarkt intensiv informiert wurde und der Bauhof eindeutige Schilder aufgestellt hatte, gab es immer noch Autofahrer, die am Samstag morgen auf dem Flößerwasen parkten. Bauer: "›Einer hatte den Motor laufen. Der hat im Auto geschlafen. Doch der fuhr, nachdem ich ihn freundlich geweckt hatte, gleich weg!"

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