Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Horb a. N. "Blitzer in Stadt sind ständiges Ärgernis"

Von
Ein semistationäres Geschwindigkeitsmessgerät will sich die Stadt Horb nun anschaffen. Foto: Jenoptik

Horb - Es ist nicht das erste Mal, dass Rodolfo Panetta, Stadtrat der ULH und früher der Republikaner, für kräftiges Kopfschütteln im Horber Gemeinderat sorgt. Diesmal nutzte er den Tagesordnungspunkt "Konzeption für zukünftige Geschwindigkeitsüberwachung" für einen eigenwilligen Auftritt als "französische Gelbweste".

Hintergrund der Debatte war eigentlich die Anschaffung eines semistationären Blitzers, damit die Stadt künftig ohne großen personellen Aufwand mobil messen kann – und das auch über mehrere Tage, wie Oberbürgermeister Peter Rosenberger betonte. Ein Vorschlag der schließlich mit sehr großer Mehrheit (zwei Gegenstimmen) auch angenommen wurde.

Doch zuvor polterte Panetta los: "Die Geschwindigkeitsmessungen in Horb sind ein ständiges Ärgernis." Fast zwangsläufig werde man als anständiger Autofahrer an der neuen Blitzersäule in der Stuttgarter Straße geblitzt. "Gerade wenn man geistig nicht gerade da ist." Das sei ja auch Rosenberger passiert, fügte er zur Überraschung des OB hinzu, der sofort erwiderte: "Das wüsste ich aber."

Schließlich fragte Panetta in die Ratsrunde: "Wer wurde denn noch nicht geblitzt?" Er erntete Kopfschütteln und Gelächter. Ausgerechnet sein ULH-Kollege Hermann Walz hob die Hand und erklärte: "Ich wurde noch nicht geblitzt." Rosenberger kommentierte: "Herr Walz ist als Postbote täglich unterwegs. Das ist eine Leistung, dann nicht geblitzt worden zu sein." Panetta schließlich zerrte nervös an seiner Tasche auf dem Boden, holte eine gelbe Weste hervor und wedelte damit in der Luft: "Die gelben Westen sind schon mitgebracht." Ein Hinweis auf die französische Protestbewegung, die der ULH-Mann wohl gerne auch in Horb und ganz Deutschland haben würde.

Die Kritik wollte OB Peter Rosenberger allerdings nicht auf der Verwaltung sitzen lassen und zeigte auf, warum Tempomessungen wichtig seien: "Was ist mit denjenigen, die sich Messungen vor der eigenen Haustür wünschen, vor Kindergärten und Schulen, im Bereich von Unfallschwerpunkten? Viele wünschen sich Tempomessungen wegen Lärmbelästigung in Tempo-30-Zonen. Es gibt diese Wünsche aus der Bevölkerung heraus." Dass die Radarfalle in der Stuttgarter Straße durchaus funktioniere, zeige der Einwurf von OGL-Stadtrat Markus Pagel. Der habe berichtet, dass mittlerweile der Straßenbelag Dellen bekomme, weil die Autos immer an der gleichen Stelle abbremsen.

Eher konstruktiv ist dagegen ein Antrag der ULH-Fraktion zur Verkehrspolitik der Stadt. Sie bittet die Stadtverwaltung zu prüfen, ob in der Stadt nicht der "grüne Pfeil" eingeführt werden könne. Einen konkreten Vorschlag haben die ULHler auch: die Ampel an der Kreuzung Weinhaus Dörr/Mühlener Straße, "um im Bedarfsfall hier eine längere Grünphase aus Richtung Mühlen zu erreichen".

Bereits in der Vergangenheit habe sich gezeigt, dass bei einer Sperrung der B 32 aus Nordstetten nach Horb der Verkehr über Mühlen in die Stadt führe. "Lange Staus vom Bereich Duale Hochschule bis vor an die Kreuzung waren das Ergebnis." Mit dem Bau der Hochbrücke würden zwangsläufig wieder Sperrungen erfolgen. Im Gemeinderat kam das seitens der ULH-Fraktion allerdings noch nicht zur Sprache.

Zufälligerweise schlug aber CDU-Stadtrat Michael Laschinger unter Punkt "Anfragen" einen grünen Pfeil für die Gutermannstraße vor. OB Rosenberger versprach, den Vorschlag dem Regierungspräsidium (RP) Karlsruhe zur Überprüfung zu übergeben. Das RP müsse überprüfen, ob der grüne Pfeil in Horb umsetzbar und tatsächlich effektiv sei.

Nicht viele Regeln der DDR haben nach der Wende überlebt: Der Grünpfeil gehört dazu. Er ermöglicht auch bei Rot das Abbiegen, wenn die Strecke frei ist. Allerdings: Ein kurzes Anhalten vor der weißen Linie ist Pflicht. Wer sich nicht dran hält und erwischt wird, der muss mit 70 Euro Bußgeld und einem Punkt in Flensburg rechnen. Eine Studie der Unfallforscher der großen Versicherungen hat 2015 ermittelt, dass 80 Prozent der Autofahrer nicht vorher halten. In vielen Städten sind die grünen Pfeile allerdings schon ein Auslaufmodell. Die Zahlen sind rückläufig. Das liegt auch daran, dass Radfahr- und Fußgängerverbände Grünpfeile als Gefahr sehen und ihre Kritik kund tun. Radfahrverbände wiederum fordern teilweise, dass es zwar weiterhin Grünpfeile geben soll, allerdings nur für Radfahrer.

Fotostrecke
Artikel bewerten
45
loading
 
 

Ihre Redaktion vor Ort Horb

Florian Ganswind

Fax: 07451 9003-29

Flirts & Singles

 
 

Top 5

35

Kommentare

Artikel kommentieren

Kommentarregeln

Um Artikel kommentieren zu können, ist eine Registrierung erforderlich. Sie müssen dabei Ihren Namen sowie eine gültige E-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht) angeben. Bei Abgabe Ihrer Kommentare wird Ihr Name angezeigt. Alternativ können Sie sich mit Ihrem Facebook-Account anmelden.

  1. Passwort vergessen?
Sie haben noch keinen Benutzer-Zugang? Jetzt registrieren!
  1. null

loading