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Horb a. N. Blitzer: Bislang kein Warnschild in Stuttgarter Straße

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Der neue Blitzer in Horb sorgt für mächtig Ärger. Bisher wurde in der Stuttgarter Straße kein Zusatzzeichen, welches warnt, aufgestellt. Foto: Jürgen Lück

Horb - Das Heimtückische an einer Falle ist, dass du nicht gewarnt wirst. Sondern man möglichst leicht reintappt. So geht es vielen Autofahrern am neuen Blitzer in der Stuttgarter Straße!

Letzten Donnerstag um 13.43 Uhr: Ein Druck auf den "Enter-Knopf", und die 150.000 Euro teure Blitzersäule ist scharf gestellt.

Thomas Bauer: "Das ist eine Radarfalle im übelsten Sinne des Wortes! Wenn du vom Rauschbart runter kommst, gibt es nicht mal das Warnschild am Ortsschild. Und von unten her siehst du das gar nicht – da wurden schon jede Menge Autofahrer erwischt, wenn sie nach dem Zebrastreifen, wo die Schulkinder rüber gehen, bergauf beschleunigen! Das ist die reine Abzocke!"

Die Wut-Blitzsäule. Sie ist wirklich eine "Radarfalle". Denn: Die zweite der neuen High-Tech-Säulen steht in Ihlingen. Auch diese wurde am Donnerstag scharf gemacht. Doch dort hängt das weiße Zusatz-Verkehrsschild mit der Kamera und den Strahlen aufs Auto direkt unter dem Tempolimit-70-Schild am Ortseingang.

In Horb nicht. Kein Zusatzzeichen, welches warnt. Dann das Tempo-30-Schild. Als nächstes sieht man alles – unten den Zebrastreifen, links und rechts die Häuser. Nur die Blitzsäule nicht.

Sie ist schön weit an das Ende der Stützmauer rechts herangerückt. Vor der Fassade des ehemaligen Matratzen-Concord ist sie kaum zu sehen. Offenbar kein Zufall: Die untere Öffnung der Radarfalle, wo per Laser das Tempo gemessen wird, ragt gerade noch so über die Mauer.

Und diese Tarnung funktioniert offenbar gut. Der Schwarzwälder Bote will unbedingt fotografieren, wie der rote Blitz oben ausgelöst wird. Erster Versuch: zwischen 15 und 15.30 Uhr. Drei Autofahrer rauschen rein. Weil die Foto-Technik spinnt oder Autos davor sind – ein brauchbares Foto: Fehlanzeige. Zweiter Versuch: 16.30 Uhr. Und um 16.36 Uhr löst das Ding tatsächlich aus – ein graues Auto reißt das erlaubte Tempo 30. Weil der Blitz auf dem Foto nicht spektakulär aussieht, sondern der Blitz nur wie ein roter Punkt aussieht, wird noch per Photoshop ein Effekt drübergelegt…

Sieht also so aus, als ob diese Radarfalle prächtig funktioniert und sie kräftig Geld in die Stadtkasse spült. In diesem Jahr rechnet das Rathaus mit Einnahmen von 900.000 Euro aus Bußgeldern. Davon das Meiste aus den stationären Blitzanlagen.

Im Jahr 2015, als das Konzept der Ausrüstung aller stationären Blitzer mit Kameras und die Installation zweier neuer Radarfallen an der Bildechinger Steige und der Stuttgarter Straße im Gemeinderat beschlossen wurden, ging das Rathaus von Gesamteinnahmen von einer Millionen Euro aus!

Doch immerhin: Jetzt wird die Radarfalle offenbar etwas entschärft. Stadtsprecher Christian Volk: "Bezüglich eines Zusatzschild, das auf die Geschwindigkeitsmessung hinweist, können wir mitteilen, dass dieses Schild bereits bestellt wurde und sobald dieses da ist, auch entsprechend angebracht wird."

Das dauert aber. Fakt ist: In einem Online-Kaufhaus gibt’s das Schild mit Befestigung mit vier Eckbohrungen inklusive vier Schrauben für 14,20 Euro. Lieferung möglich direkt am nächsten Tag. Die Blitzsäule an sich wurde am 24. Januar aufgestellt.

Muss das Schild, welches Autofahrer vor Geschwindigkeitskontrolle warnt, überhaupt aufgestellt werden? Babett Waschke, Pressesprecherin des Landesverkehrsministeriums: "Bei diesem Schild mit den Sinnbildern ›Kamera‹ und ›Personenkraftwagen‹ handelt es sich um einen nicht amtlichen Hinweis auf eine stationäre oder mobile Verkehrsüberwachung. Da das Schild vom Gesetz- und Verordnungsgeber nicht durch Bekanntgabe im Verkehrsblatt und Aufnahme im Verkehrszeichenkatalog als Verkehrszeichen eingeführt worden ist, gibt es keine amtliche Bezeichnung. Das Schild entfaltet keine verkehrsrechtliche Wirkung."

Den Vorwurf der Abzocke und der bewusst gestellten Radarfalle weist das Rathaus zurück: "Ein Vorwurf der ›Abzocke‹ ist bei der Stadtverwaltung Horb bislang noch nicht angekommen. Zumal bei den Stadtteilkonferenzen im Rahmen des Masterplans ganz klar der Wunsch aus der Bevölkerung nach mehr Geschwindigkeitskontrollen und mehr Geschwindigkeitsbegrenzungen im gesamten Stadtgebiet ausgesprochen wurde. Was an einem stationären Blitzer im Bereich der größten Grundschule im Stadtgebiet, der an dieser Stelle gut sichtbar und bewusst nicht versteckt aufgestellt ist, als ›Abzocke‹ empfunden wird, erschließt sich nicht wirklich."

Thomas Bauer bleibt da nur noch eine Art von verzweifeltem Humor. Er sagt: "Mein Vorschlag an die Stadtverwaltung und Horb Aktiv zur Steigerung der Beliebtheit: Ein Strafzettel-Kombi. Nehme drei, bezahle zwei. Das heißt: zweimal Blitzen und einmal Falschparken zum halben Preis."

 
 

Ihre Redaktion vor Ort Horb

Florian Ganswind

Fax: 07451 9003-29

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