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Horb a. N. Blanke Zerstörungswut am Neckarufer

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Unbekannte haben einen Teil des "Kunst-Fahrrads" in die Uferböschung des Neckars geworfen. Foto: Ganswind

Horb - "Das ist eine Sauerei. Warum muss man etwas mutwillig zerstören, was andere liebevoll hergestellt haben?", sagt eine Passantin, die gerade auf der Uferpromenade spazieren geht. Am Wochenende hinterließen bisher Unbekannte eine Spur der Verwüstung in der Nähe der Rasentreppe am Neckar.

Die Vandalismus-Bilanz vom Wochenende ist erschreckend: Am Neckarufer liegt ein Teil des "Kunst-Fahrrads", das für die Kunst-Aktion "Tandem" installiert wurde. Der pinkfarbene Reifen liegt im Neckar. Ein Sicherheitspfosten ist abgebrochen. Die Hocker der "Neckar-Promenade" an der Dammstraße sind an den Naturtreppen wild verstreut. Wenige Meter weiter, nach der Unterführung, liegt ein Wegweiser auf der Wiese. Der Erdballen am Sockel zeigt, mit wie viel Kraft und roher Gewalt er herausgerissen wurde.

Bauhof rückt zum Aufräumen an

Am Montagmorgen rückt ein Bauhof-Trupp an. Ein Mitarbeiter schaut sich das Ausmaß der Verwüstung an und schüttelt mit dem Kopf: "Wieder mal. Ist nichts Neues", kommentiert er kurz und knapp und sammelt dann den Müll ein, der zahlreich an den Naturtreppen liegt.

Neben Vandalismus kam es an diesem Wochenende auch zu einem Randale-Vorfall. Eine Gruppe von fünf jungen Männern und Frauen fiel an der Kaiser-Passage in der Neckarstraße (direkt gegenüber vom Polizeirevier) auf. Stark alkoholisiert grölten sie so laut, dass sich Anwohner beschwerten. Einen ersten Platzverweis der Polizei ignorierten sie. Gegen einen 22-Jährigen aus der Runde wird zudem wegen Verdachts der mangelnden Geeignetheit zum Führen eines Hundes ermittelt. Der junge Mann hatte trotz erheblichen Alkoholkonsums seinen Hund dabei.

Ob es zwischen Randale und Vandalismus einen Zusammenhang gibt? Denkbar, aber laut Polizei gibt es bisher dafür keine Hinweise. Die Stadt und damit die Steuerzahler bleiben wohl auf dem Schaden sitzen. "Vorfälle wie diesen vom vergangenen Wochenende gibt es leider immer wieder. Besonders ärgerlich ist es, wenn dabei öffentliches Eigentum beschädigt und zerstört wird, was andere zuvor mühevoll und teilweise mit erheblichem Aufwand aufgebaut haben", kommentiert Stadtsprecher Christian Volk. Hinzu komme, dass mittlerweile ein fester Posten in den städtischen Haushalt eingestellt werden müsse, um solche Vandalismusschäden zu beseitigen. "Sehr bedauerlich ist, dass diese Steuergelder sicherlich anderweitig, beispielsweise in der Vereinsförderung oder im Bereich Bildung, eingesetzt werden könnten. Die Täter werden nur in den seltensten Fällen auf frischer Tat geschnappt. Was bleibt, sind in den meisten Fällen hohe Kosten für Reparaturen und Bereinigungen."

Dennoch stellt die Stadt keinen Zuwachs an Vandalismus in Horb fest. Aktuell gebe es weder bei der Stadtverwaltung noch bei der Polizei Hinweise oder Anzeichen dafür, dass sich Vandalismusschäden in letzter Zeit häufen, so Volk. "Wir stellen keinen Zuwachs an Vandalismus fest", erklärt ein Polizei-Sprecher ebenfalls.

Stadtverwaltung und Polizei kooperieren

Zwischen der Stadtverwaltung und der Polizei bestehe ein enges Kooperationsverhältnis und regelmäßiger Kontakt, um Vandalismus möglichst wirksam einzudämmen, betont der Stadtsprecher. "Hinzu kommt hier auch die Arbeit der Streetworker vom städtischen Jugendreferat, die in den Abendstunden und auch am Wochenende regelmäßig unterwegs sind und mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen ins Gespräch kommen. Nichtsdestotrotz lassen sich Vandalismusschäden auch durch Maßnahmen wie erhöhte Polizeipräsenz oder Streetworker nicht in allen Fällen verhindern."

Herbert Beuter, früherer Leiter des Polizeireviers Horb, bestätigt die Analyse von Stadt und Polizei. Er und andere Ehrenamtliche sind in der Horber Kernstadt als Nachtwanderer im Frühjahr und Sommer unterwegs, um Jugendliche "gut durch die Nacht zu bringen", wie die Stadt die Aufgabe der Gruppe beschreibt. Beuter zieht Bilanz: "In diesem Sommer war es relativ ruhig." Auch er könne nicht sagen, dass sich Vandalismus häufe. "Man muss sagen, dass mittlerweile viel weniger Jugendliche draußen anzutreffen sind. Das ist auch das, was die Streetworker so mitteilen. Mittlerweile verabreden sich viele Jugendliche über Whatsapp auf privaten Plätzen." Dennoch wollen die Nachtwanderer in Horb weiter aktiv bleiben. "Leider haben manche Gruppen dieser Art woanders schon wieder aufgehört. Zum Beispiel die Nachtwanderer in Freudenstadt, die uns vor unserer Gründung 2012 inspiriert hatten." Beuter findet, dass dieses Engagement weiterhin Sinn macht. "Die Gespräche mit den Jugendlichen sind meistens gut und konstruktiv." Oftmals könne man sie dazu sensibilisieren, ihren Müll mitzunehmen oder lauter aufgedrehte Musik wieder leiser zu stellen.

Ihre Präsenz auch auf die kältere Jahreszeit ausbauen, wollen die Nachtwanderer aber nicht. "Wir wollen das Engagement der Ehrenamtlichen nicht überstrapazieren. Wir sind fast alle etwas älter, da möchte ich auf meine Mitstreiter Rücksicht nehmen. Bei Kälte und Schnee laufen, wäre zu viel verlangt." Auch die Stadt betont: "Die Nachtwanderer sind nicht in der Rolle von Ordnungshütern oder Sozialarbeitern tätig." Dennoch würde sich Beuter auf Zuwachs bei den Nachtwanderern im kommenden Jahr freuen. Interessenten können sich per E-Mail bei ihm melden: hbeutter@t-online.de.

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