Soziales: Anoinette und Paul Huber nehmen Stellung zu CDU-Aussage über Schul- und Kita-Zeiten
Horb. Bei der Präsentation der CDU-Kandidaten ("Wir sind für die Ortsteile da", 11. Mai) für die Kommunalwahl war die Forderung nach weiter ausgebauten Betreuungszeiten an Kindergärten und Schulen genannt worden. Antoinette Huber aus Horb, seit 2003 in Horb als Tagesmutter tätig, und Paul Huber aus Horb, seit 2009 Vorstand des Tageselternvereins Landkreis Freudenstadt, berichten, dass die Betreuungszeiten längst ausgebaut sind.
Die CDU-Kandidatin Julia Fischer hatte gesagt: "Die Betreuungszeiten in den Schulen und Kitas sollen weiter ausgebaut werden, damit Mama und Papa länger arbeiten können. Da dürfen auch 19 oder 20 Uhr kein Tabu sein".
Antoinette und Paul Huber schreiben: "Solche Betreuungszeiten werden in der Kindertagespflege schon lange angeboten. Aktuell betreuen und fördern im Landkreis Freudenstadt, und damit auch in Horb und seinen Teilorten, Tagepflegepersonen bedarfsgerecht schon morgens vor und abends nach 6 Uhr Kinder, ja selbst an Wochenenden und über Nacht sind Tagespflegepersonen aktiv und ermöglichen es damit ›Mama und Papa‹ arbeiten zu gehen oder anders ausgedrückt Familie und Beruf zu vereinbaren. Mit der Kindertagespflege gibt also im Landkreis FDS und in Horb bereits die Möglichkeit einer Rund-um-die-Uhr-Betreuung, und das an sieben Tagen die Woche." Weiter informieren Antoinette und Paul Huber: Im April haben zwölf Tagesmütter 21 Kinder bereits morgens ab halb 6 betreut und damit Eltern ermöglicht zu arbeiten. "Abends nach 6, teilweise bis 22 Uhr profitieren 61 Kinder und ihre Eltern von der Flexibilität unserer Tagesmütter und Tagesväter. Im selben Zeitraum haben zwölf Tagesmütter 17 Kinder samstags und/oder sonntags betreut und gefördert."
Diese Leistungen würden aktuell deutlich unter Mindestlohn honoriert, was viele Leistungserbringer dazu veranlasst hätte, ihr Angebot einzustellen und besser bezahlten Tätigkeiten nachzugehen. Antoinette und Paul Huber: "Wenn uns auch zukünftig eine bedarfsgerechte und flexible Kinderbetreuung wichtig ist, ist es sinnvoller, die (finanziellen) Rahmenbedingungen für Tagespflegepersonen, insbesondere in den Randzeiten zu verbessern. Dies ist aus unserer Sicht auch volkswirtschaftlich sinnvoller, als in den Ausbau der Randzeiten in institutionellen Betreuungsformen zu investieren."