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Horb a. N. Bauern und Jäger heillos zerstritten?

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Streitpunkt Wildtier-Management. Die Debatte zwischen Jägern und Bauern brachte keine Annäherung, im Gegenteil. Foto: Wagner

Horb-Dettingen - Zwischen einigen Landwirten und Jägern im Kreis Freudenstadt gibt es Probleme. Bei der Infoveranstaltung des Kreisbauernverbands in Dettingen sollten Differenzen angesprochen werden. Die Hoffnungen auf eine Annäherung zerschlugen sich. Die Debatte eskalierte.

Gerhard Faßnacht (Altheim), Vorsitzender des Kreisbauernverbands, hatte dazu Kreisjägermeister Herbert Ade (Talheim) eingeladen. Probleme gibt es genug zwischen den beiden Lagern, und das umstrittene Jagd- und Wildtier-Management-Gesetz (JWMG) ist nicht ganz unschuldig daran. Deshalb sollten die Referenten des Abends den offensichtlichen Gesprächsbedarf mit Fakten und Erkenntnissen bereichern und fundamentieren.

"Schadensverhütung müssen wir mit den Jägern gemeinsam diskutieren", lautete dann auch die Forderung Faßnachts zu Beginn der Veranstaltung. Heiner Klett (Ravensburg), Agrarrechts-Referent des Landesbauernverbands Baden Württemberg, lieferte hierzu die rechtlichen Regelungen des Wildschadenersatzes. Mit seiner Anregung, Biber wie auch Wolf in das Jagdrecht mit aufzunehmen, steht er nicht alleine.

Festgestellte Schäden der Bauern sollten vor allem binnen sieben Tagen der zuständigen Gemeinde gemeldet werden – dies schreibe inzwischen das JWMG zwingend vor. Er appellierte an Bauern und Jäger gleichermaßen, dass sie sich in solchen Fällen gütlich einigen sollten. Überhaupt sollte ein ständiger Dialog zwischen den Interessengruppen bestehen.

Die "Regiejagd" als Alternative sowie zeitgemäße Jagdbewirtschaftung am Beispiel der Stadt Pfullingen waren dann ein Thema für die anwesenden Jäger, das Professor Rainer Wagelaar (Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg) anschaulich präsentierte.

Das ausgearbeitete Bejagungskonzept (Pfullinger Modell) geht zurück auf einen Beschluss des dortigen Gemeinderats vom März 2015, der vorsieht, die auslaufenden Jagdpachtverträge nicht mehr zu verlängern. Stattdessen wurde die Hochschule mit der Entwicklung eines Bejagungskonzepts beauftragt, welches nun als "Modellhafte Entwicklung und Umsetzung eines Wildtiermanagementkonzepts unter jagdlicher Eigenregie" gehandhabt wurde.

Es sieht zwei Varianten vor: Eigenjagd und die Abtrennung und Verpachtung des gemeinschaftlichen Jagdbezirks durch die Jagdgenossenschaft sowie in zweiter Variante die "Bewirtschaftung der städtischen Eigenjagd und des gemeinschaftlichen Jagdbezirks in Regie". Nach den Vorträgen wurde unter Jägern und Bauern heftig diskutiert. Richard Koch (Seewald) war der erste, der die Veranstaltung vorzeitig verließ. Er konnte weder von den Landwirten noch von den Hochschul-Mitarbeitern beruhigt werden.

Kreisjägermeister Ade sprach sich gegen das Modell aus: "Das ist eine Mogelpackung", echauffierte er sich. Er kritisierte, dass dies "ein rein ökonomisches" Modell sei, dass in Wirklichkeit Hege, Waidgerechtigkeit und Landschaftsschutz nicht berücksichtige. "Jagd-Ethik und Waidgerechtigkeit kommen in dem Modell nicht vor", warf er dem Professor vor. Natürlich folgte diesem verbalen Angriff eine entsprechende Gegenreaktion von Wagelaar und Faßnacht.

Die anschließende "Streitkultur" wurde von beiden Seiten mehr als nur strapaziert und sorgte dafür, dass Faßnacht am Ende konstatierte: "So etwas mache ich nicht mehr. Das war das letzte Mal." Damit meinte er Veranstaltungen, in denen Jäger und Landwirte versuchen, ihre Interessen in ein für alle Seiten akzeptables Gleichgewicht zu bringen. Der Abend im "Adler" endete jedenfalls ohne Annäherung der beiden Interessengruppen. Stattdessen kochten die Emotionen hoch.

Ihre Redaktion vor Ort Horb

Florian Ganswind

Fax: 07451 9003-29

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