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Horb a. N. Bäume leiden unter sorglosen Spaziergängern

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Mit den Temperaturen steigt die Waldbrandgefahr. Foto: Pleul

Horb - Nicht nur die Menschen ächzen unter der Hitze, auch der Wald leidet. In Horb macht er mit gut 3700 Hektar fast ein Drittel der Gemarkungsfläche aus. Wer dort unterwegs ist, muss derzeit einiges beachten.

1847 Hektar des Horber Walds gehören der Stadt. Zuständig für die Bewirtschaftung ist das Kreisforstamt. Nach dessen Angaben geht es dem Wald in ganz Deutschland mit lokalen Unterschieden schlecht. "Das dritte ›Trockenjahr‹ in Folge betrifft selbstverständlich auch den Horber Wald."

Nicht im Wald rauchen

Zumal Trockenheit dem Borkenkäfer in die Karten spielt. Ohne ausreichend Wasser sind die Bäume viel weniger vital und haben dem Schädling nichts entgegenzusetzen. "Als erste Reaktion auf einen Borkenkäfer-›Einbohrversuch‹ wehren sich gesunde, vitale Fichten, indem sie den Käfer an der Bohrstelle mit Harzfluss abtöten." Dieser Mechanismus funktioniert nur, wenn der Baum mit genügend Wasser versorgt ist. "Im Extremfall kommt es zum schlichten Absterben, also Dürrwerden durch Wassermangel, durch Borkenkäfer oder andere Schädlinge. Für den Wald stellt eine solche Trockenheit daher ein durchaus ernstes Problem dar."

Noch sei die Region in Sachen Borkenkäfer glimpflich davongekommen. Damit es so bleibt, sind derzeit alle Revierleiter dabei, befallene Bäume zu finden und zu entfernen. Außer den Fachleuten sind auch viele Spaziergänger im Wald unterwegs. Sie sollten angesichts der Trockenheit auf keinen Fall im Wald rauchen und glimmende oder brennende Gegenstände wegwerfen. Dasselbe gilt für Objekte, die als Brennglas fungieren können.

Allgemein gilt laut Landeswaldgesetz, dass Feuermachen im Wald nur an den offiziellen, fest eingerichteten Feuerstellen auf den Grillplätzen erlaubt ist – nicht auf mitgebrachten Grills – und offenes Feuer außerhalb des Waldes mindestens 100 Meter vom Waldrand entfernt sein muss. Wer ein Feuer an einer Grillstelle entzündet, darf dieses nie unbeaufsichtigt lassen und erst wieder gehen, wenn es gelöscht ist.

Grillstellen noch geöffnet

Bislang sind die knapp 20 öffentlichen Grillstellen im Stadtgebiet noch geöffnet. Die Verwaltung orientiert sich bei der Entscheidung, ob sie gesperrt werden, am Index des deutschen Wetterdienstes zur Wald- und Flächenbrandgefahr. "Derzeit ist beim Waldbrandindex die Stufe 3 von 5." Dasselbe gelte für den sogenannten Graslandfeuerindex. "Tendenz aufgrund der aktuellen Wetterentwicklung mit angekündigten Niederschlägen aber zunächst fallend", teilt die städtische Pressestelle auf Nachfrage mit. Die Entwicklung dieser Werte werde laufend beobachtet.

In Natur-, Wild- und Landschaftsschutzgebiete gilt ein generelles Grillverbot beziehungsweise ein Verbot von offenem Feuer – außer es gibt dort offizielle Grillstellen. In Horb ist "wildes" Grillen nicht grundsätzlich untersagt, aber auch nicht überall erlaubt. So regelt laut Stadt etwa die polizeiliche Umweltschutzverordnung, dass im Bereich von Grün- und Erholungsanlagen zum Beispiel das Grillen verboten ist, wenn sich hierdurch Dritte belästigt fühlen.

Stadt und Feuerwehr geben derweil die gleichen Hinweise wie die Kreisforstbehörde, um Brände zu vermeiden. Ergänzt werden sie durch die Bitte, Fahrzeuge nicht auf entzündlichem Untergrund zu parken. Ein heiß gelaufener Katalysator könne eine trockene Grasfläche durchaus in Brand setzen. Die Brandgefahr sei übrigens auch nicht gebannt, wenn es mal regnen sollte. Etwas Regen reiche nicht, um die derzeitige Trockenheit auszugleichen. Im Brandfall gilt: 112 wählen.

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