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Horb a. N. B 32-Sperrung: Es droht ein Umleitungschaos

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Zwei Jahre lang wird die B 32 zwischen Horb und Nordstetten voll gesperrt. Foto: Lück

Horb - Es ist der Albtraum aller Autofahrer: Ab August wird die B 32 zwischen Horb und der Autobahn für zwei Jahre voll gesperrt. Es droht nerviger Stau. Sattelschlepper drängen sich auf engen Gammelstraßen, Fußgänger und Radfahrer leben gefährlich. Und der Handel in der Kernstadt wird abgehängt. Wo die größten Problemstellen sind und wie die Läden in Horb Kunden locken wollen, lesen Sie im (SB+)Artikel.

Darauf warten alle Rathäuser und Bürger: Noch in dieser Woche will das Regierungspräsidium Karlsruhe (RP) das Umleitungskonzept für die zweijährige Vollsperrung der Bundesstraße zwischen Horb und Nordstetten vorlegen. Der Schwarzwälder Bote beantwortet die wichtigsten Fragen.

Vollsperrung soll ab August starten

Ab August droht der Verkehrshorror: Zwei Jahre lang wird die B 32 zwischen Horb und Nordstetten voll gesperrt. Es kommt eine Umleitung – wahrscheinlich wie immer über Mühlen. Nicht nur Ortsvorsteher Michael Eitelbuß fürchtet die Mehrbelastung und bangt mit seinem Kollegen Stefan Blank aus Isenburg um die Gammelstraßen auf seiner Gemarkung.

Die Vollsperrung soll ab August starten. Trotzdem ist schon jetzt die Nordstetter Steige gesperrt. Und es wird kräftig gebuddelt. Sie soll für Busse, Taxis und Blaulicht-Retter-Fahrzeuge den schnellen Weg bieten.

Was ist da los? Stadtsprecherin Inge Weber: "Momentan wird in der Alten Nordstetter Steige Netzinfrastruktur durch die Netze BW eingelegt, deshalb die Sperrung." Laut Netze-BW Sprecherin Dagmar Jordan entsteht hier ein Teil des Glasfaser-Backbones für den Landkreis Freudenstadt.

Wenn diese Kabel-Buddelei rum ist, wird dann die Straße auf Kosten des Bundes saniert. Bisher rechnet das RP Karlsruhe mit Kosten in Höhe von gut 330.000 Euro. RP-Sprecherin Clara Reuß: "Die Arbeiten beginnen nach Fertigstellung der derzeit laufenden Kabelverlegearbeiten voraussichtlich Anfang oder Mitte Juli. Die Sanierung soll dann Ende Juli beendet sein."

Was wird bei der Alten Nordstetter Steige genau gemacht?

Reuß: "Die alte Nordstetter Steige wird im sogenannten Hocheinbau mit einer zusätzlichen zwölf Zentimeter starken Asphaltschicht verstärkt. Die Ränder werden neu geschottert und ebenfalls mit Asphalt befestigt. In gleicher Weise werden noch sechs Ausweichbuchten hergestellt. Die Straße wird dann rund 4,10 Meter breit sein. Im Bereich der Horber Steige wird der Asphalt um vier Zentimeter abgefräst und vier Zentimeter neu eingebaut. Hier werden zusätzlich die Kanal- und Wasserschächte angeglichen."

Doch wo wird der Verkehr zwischen Autobahn und Horb während der zweijährigen Vollsperrung laufen?

RP-Sprecherin Reuß: "Ein Konzept ist bereits aufgestellt. Dies wird noch diese Woche den beteiligten Verkehrsbehörden – Stadt Horb und Landratsamt – vorgelegt. Das Konzept für die Bedarfsumleitung der Bundesautobahn 81 wurde bereits von den höheren Verkehrsbehörden der betroffenen zuständigen Regierungspräsidien genehmigt."

Kommt eine Sperrung der Autobahnausfahrt Horb für Lkw über zwölf Tonnen?

Mühlens Ortsvorsteher Michael Eitelbuß rechnet damit, dass die Umleitung – wie bisher immer – über Mühlen geht. Der Ortschaftsrat fordert deshalb vom Regierungspräsidium, dass die Autobahnausfahrt Horb für Lkw über zwölf Tonnen gesperrt wird. Das ist als Frage in der Stellungnahme von Mühlen an das RP zur geplanten Umleitung formuliert.

Eitelbuß: "Das hat aus Sicht von Mühlen die oberste Priorität. Bei der Umleitung müsste der Schwerlastverkehr die Gefällstrecke zum Bahnübergang hinunter. Dazu ist die Neckarbrücke bei Mühlen für diese Belastung gar nicht ausgelegt!"

Falls das RP diese Sperrung für Lkw über zwölf Tonnen im Konzept drin hat, würde das bedeuten, dass die schweren Lkw entweder aus Richtung Stuttgart an der Ausfahrt Rottenburg rausgehen. Wer die verpasst hat, muss dann gleich in Sulz abfahren. Weil man in Empfingen beispielsweise mit einem Sattelzug Richtung Horb nicht weiterkommt, da die Kreisstraße zwischen Empfingen und Dettingen zur gut ausgebauten B 14 zwischen Sulz und Horb gerade wegen des Umbaus gesperrt ist.

Was passiert mit den "Gammelstraßen"?

Schon jetzt ist die Ortsdurchfahrt Isenburg – die Kreisstraße 4764 eine Gammelstraße. Da während aller Vollsperrungen der Vergangenheit ortskundige Anwohner diese Strecke nach Horb genutzt haben, forderte der Ortschaftsrat jüngst eine Sanierung nach dem Ende der Hochbrücken-Bauarbeiten in Nordstetten (wir berichteten).

Das selbe Problem hat auch Mühlen. Ortsvorsteher Eitelbuß: "Die Erfahrung aus vielen Tagen wenn der Verkehr aufgrund Problemen auf der Autobahn durch Mühlen fährt, zeigt, dass nicht nur die ausgeschilderte Umleitungsstrecke befahren wird, sondern eben auch auf Strecken, die das Navi vorgibt, ausgewichen wird. Richtung Eutingen ist die Kreisstraße 4709 für Fahrzeuge über zwölf Tonnen gesperrt und trotzdem ist an solchen Tagen regelmäßig Schwerlastverkehr auf dieser Strecke unterwegs. Die Straße ist inzwischen in einem solch maroden Zustand, dass man schon im normalen Begegnungsverkehr Probleme mit dem Ausweichen auf den Seitenstreifen bekommt!"

Auch eine beliebte Ausweichstrecke laut Eitelbuß: die Tunnelsteige Richtung Bildechingen. Der Ortsvorsteher: "Hier besteht zwar ein Abbiegeverbot für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen. Hier kommt die eh schon angespannte Parksituation in der Tunnelsteige noch verschärfend dazu!" Und weil diese Abbiegung Richtung Bildechingen auf einer Kuppe liegt und es Engstellen in der Ortsdurchfahrt Mühlen gibt, fordert der Ortschaftsrat Geschwindigkeitsbegrenzungen und Halteverbote in der Ortsdurchfahrt. Dazu einen stationären Blitzer am Ortseingang.

Wie will Horb Aktiv den Handel schützen?

Der Gemeinderat hat beschlossen, dass der Handel in Horb während der zweijährigen Vollsperrung auch finanziell unterstützt wird. Die CDU schlägt dafür einen Etat von 50 000 Euro jährlich vor.

Was hat Horb Aktiv mit dem Geld vor? City-Manager Thomas Kreidler: "Wir werden die konkreten Vorschläge bei der nicht-öffentlichen Sitzung des Ausschuss für Verwaltung und Technik (VTA) vorstellen. Auf der Hauptversammlung von Horb Aktiv am 24. Juli werden wir die Themen noch einmal intensiv besprechen."

Doch worauf soll das neue Konzept für den Handel basieren?

City-Manager Kreidler: "Wir denken natürlich über mehr Veranstaltungen in der Kernstadt nach. Dafür haben wir die neue Bühne am Wilhelmsplatz als zentrale Aktionsfläche auch für Aktionen von Händlern geschaffen. Dazu wollen wir den Digitalisierungsschub durch die Corona-Krise nutzen, um mehr Service anzubieten. Das kann vom Shuttle-Service in die Kernstadt bis hin zu einem Fahrrad-Lieferservice gehen."

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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