Jochen Schimmler ist sauer: Anscheinend meint es das Regierungspräsidium nicht allzu ernst mit seiner Aussage, dass man bei Fragen zur Hochwasserhilfe nur eine bestimmte Nummer anrufen müsse. Foto: Hopp

Jochen Schimmler aus Mühringen erlebt bei der "Hochwasserhilfe" die Mühlen der Bürokratie.

Horb-Mühringen - Jochen Schimmler wirkt angeschlagen. Erst der Kampf gegen das Hochwasser, nun der Kampf gegen die Mühlen der Bürokratie. Der Besitzer eines Autohauses in Mühringen fühlt sich im Stich gelassen.

"Das Hochwasser hat schon Kraft gekostet. Aber das, was man jetzt mit den Ämtern ertragen muss, geht noch mehr an die Substanz. Es ist eine Katastrophe", erzählt Schimmler, der eine Autowerkstatt und Tankstelle betreibt. Der Schaden, den er durch das Hochwasser erlitten hat, soll bei zirka 200.000 Euro liegen. Bisher hat er laut Ortsvorsteherin Monika Fuhl allerdings nur 70.000 Euro erhalten.

Die Aussage, die Joachim Fischer, Sprecher des Regierungspräsidiums in Karlsruhe, gegenüber unserer Zeitung in dieser Woche getätigt hatte, ist für Schimmler fast schon blanker Hohn. Fischer sagte: "Jeder, der Fragen zur Hochwasserhilfe des Bundes hat, kann uns unter der Telefonnummer 0721/92 60 erreichen." Schimmler schüttelt darüber nur den Kopf. Am Dienstag habe er den ganzen Tag am Telefonhörer gehangen. Warteschleife, Personen, die keine Auskunft geben konnten: "Da hat niemand Bescheid gewusst." 20 Telefonversuche später habe er dann endlich eine Telefonnummer bekommen von jemandem, der sich mit der Materie auskennen soll.

Schindler rief dort mehrmals an: Doch keiner hob ab. Viele Stunden Zeit hat er umsonst investiert. Nicht das erste Mal in den vergangenen Wochen. Und er ist nicht der einzige, der diese Erfahrung mit dem RP gemacht hat. Gestern riefen in unserer Redaktion zwei weitere Betroffene an, die Schimmlers Erfahrungen bestätigten.

Dabei brennen dem Autohaus-Besitzer einige Fragen auf den Nägeln. "Wenn ich die Formulare unwissend ausfülle, dann weiß ich jetzt schon, dass ich sie später wiederbekomme, weil weitere Angaben fehlen.

Und noch eine Erfahrung frustriert den Gewerbetreibenden aus Mühringen sehr. "Es hat sich kein OB, kein Bürgermeister oder irgendjemand anderes von der Stadtverwaltung bei mir sehen lassen, um mal zu fragen, wie es mir geht."

Dass das aber auch nicht immer was bringt, habe er beim Hochwasser vor 19 Jahren erleben müssen. "Damals kam der damalige OB Michael Theurer zu mir und hat mir unbürokratische Hilfe versprochen. Gekommen ist nichts."

Auf Ortsvorsteherin Monika Fuhl lässt er aber nichts kommen: "Die ist einfach bombig. Sie setzt sich für uns ein. Wenn wir sie nicht hätten, wären wir ganz verlassen."