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Horb a. N. Auf Prüfung folgt Freibier oder Traktorfahrt

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Die Abizeit haben viele noch in Erinnerung. Foto: Schwarzwälder-Bote

Horb -  Die Abschlussprüfungen – damit verbindet so gut wie jeder besondere Erinnerungen. Schulleiter und der neue Bürgermeister erzählen von Angstschweiß in den Prüfungen und ihren Streichen danach.

Dieser Tage saßen und sitzen noch Schüler in ihren Abschlussprüfungen. Wir haben mal nachgefragt, welche Erinnerungen auch Jahrzehnte später noch wach sind.

Ralph Zimmermann

Bürgermeister Ralph Zimmermann hat seinen Schulabschluss  1988 am Technischen Gymnasium in Müllheim (Kreis Breisgau-Hochschwarzwld) gemacht. Er sagt beim Blick zurück:  "Ich glaube, das Unangenehme und den mit den Prüfungen verbundenen Druck hat mein Gedächtnis etwas ausgeblendet, meine Erinnerungen an die Zeit sind einfach zu schön, um ganz real zu sein. Die Vorbereitung auf die schriftlichen Prüfungen habe ich gemeinsam mit meinem sehr guten Freund Dieter gemeistert. In meinem Elternhaus hatte uns mein Vater im Keller einen Hobbyraum eingerichtet, in dem wir meistens Partys feierten, der aber von Dieter und mir kurzerhand annektiert wurde – mein älterer Bruder wurde auf unbestimmte Zeit aus den Räumen verbannt und wir breiteten uns mit unseren Ordnern aus. Wir trafen uns morgens ab 8  Uhr, haben uns einen strengen Zeitplan gegeben und arbeiteten die Prüfungsaufgaben der letzten Jahre durch. Auch wenn wir nicht durchgängig dieselben Leistungskurse belegten –  ich hatte Mathe, Dieter Physik – haben wir die gesamte Vorbereitung gemeinsam durchlebt. Es war einfach gut, jemanden am Tisch sitzen zu haben, wenn man wieder bei einer Aufgabe nicht weiter kam, oder kurz entkrampfen musste. Abends nach getaner Arbeit sind wir dann noch auf ein Bierchen ins Deutelmoser."

Auf dem Technischen Gymnasium waren   Prüfungen in den Fächern Elektrotechnik und Metalltechnik Pflicht. "Mathematik und Deutsch waren die beiden anderen Fächer meiner schriftlichen Prüfung. Mündliche Prüfung hatte ich in Religion." Dazu erklärt Zimmermann: "In der Oberstufe hat sich unser Religionslehrer  nur soweit wie notwendig an den Lehrplan gehalten. Wichtiger war ihm,   mit uns im wahrsten Sinne des Wortes "Gott und die Welt" zu erörtern. Das wurde von mir und meinen Klassenkameraden nicht als Unterricht wahrgenommen – die mündliche Prüfung bei ihm war daher ein Muss."

Sein Abschluss  hätte zwar nicht für ein  Medizinstudium gereicht, so Zimmermann.  "Aber mit einer 2,1 im Durchschnitt war ich ganz zufrieden."

Seine Erinnerung an den Abi-Scherz: "Zu unserem Abschluss organisierten wir einen alten Feuerwehrlöschzug und schenkten (alkoholfreies) Freibier in der nicht enden wollenden großen Pause aus. Schöner war unser Spanferkelgrillen mit allen Lehrern auf einer Hütte am Waldrand."

Alles ist lange her: "Leider haben wir Schulfreunde uns ziemlich auseinandergelebt – zu meinen Klassenkameraden habe ich keinen Kontakt mehr."

Götz Peter

Leiter der Gemeinschaftsschule, Götz Peter, hat  1987 am Robert-Bosch-Gymnasium in Wendlingen/Neckar sein Abitur gemacht. Seine Prüfungsfächer: Musik und Englisch. Er erinnert sich: "Ich habe vor den Prüfungen mehrere Stunden am Tag Klavier geübt. Besonders spannend war das öffentliche Vorspiel des circa 20 Minuten umfassenden Prüfungsprogramms – bei den Stücken von Bach und Chopin habe ich ›Blut und Wasser‹ geschwitzt – die waren technisch einfach ungeheuer schwer. Beethovens ›Pathétique‹, ein ›Wuchtbrummer‹, wie mein damaliger Klavierlehrer sagte, war dagegen für mich ein Selbstläufer. Besonders gerne erinnere ich mich auch an die Abizeitung, deren Redaktionsbüro im Keller meines Elternhauses verortet war."

Zum Ergebnis der Abschlussprüfungen sagt Peter: "Englisch mittelprächtig, Musik sehr gut." Die Tradition des Abischerzes gab es damals schon: "Beim Schulleiter luden wir uns zum Frühstück ein und kutschierten ihn danach mit dem Traktor zur Schule. Die Eingangstüren der Schule wurden bereits am frühen Morgen mit Schrottautos verbarrikadiert, sodass Schüler und Lehrer darüber- beziehungsweise durchsteigen mussten, um in die Schule zu gelangen. Später gab’s dann die auch heute noch sehr beliebte Schüler-Lehrer-Olympiade auf dem Schulhof."

Der Kontakt zu den Schulfreunden von einst sei eher lose. "Ich freue mich jedoch schon sehr auf das 30-jährige Abinachtreffen im November 2017 in einer Hütte auf der Schwäbischen Alb."

Georg Neumann

Der Schulleiter des Martin-Gerbert-Gymnasiums in Horb, Georg Neumann, hat sein Abitur 1976 in Gummersbach (Oberbergischer Kreis, Nordrhein-Westfalen) gemacht. Neumann hat seine Prüfungen in den Fächern Deutsch, Englisch, Mathematik und Physik geschrieben und erinnert sich noch gut an den Ablauf: "In Nordrhein-Westfalen gab es damals kein Zentralabitur, sodass die Fachlehrer zwei Klausuren gestellt haben, aus denen die Bezirksregierung eine auswählte. Zur Vorbereitung auf die Physikprüfung durften wir Schüler den Wiederholungsschwerpunkt selber bestimmen, denn der Lehrer kannte ja die beiden möglichen Themen. In der Prüfung kam genau das von uns für die Wiederholung gewählte Thema ›Interferenz‹ dran." Das Ergebnis habe im Rahmen der Ergebnisse in der Oberstufe gelegen. Danach hat Neumann mit seinen Schulfreunden gefeiert, wobei ein Abistreich im heutigen Sinne nicht üblich gewesen sei. "Jede Klasse hat einen Umzugswagen ähnlich wie beim Karneval geschmückt, und dann sind alle Abiturienten in einem kleinen Umzug durch die Stadt gezogen und haben nichtalkoholische Getränke an die Schüler verteilt. Unser Motto war "Asterix und Obelix – wir haben gewonnen". Dazu haben wir uns Gallierhelme aus Kunststoff gebastelt. Auf dem Foto sieht man einen solchen Helm." Wegen der größeren Entfernung nach Gummersbach hat Neumann heute kaum noch Kontakt zu Schulfreunden von damals.

Heiner Kist

Realschulleiter Heiner Kist hat sein Abitur 1975 am Technischen Gymnasium in Offenburg gemacht. Seine Prüfungsfächer waren Mathe, Deutsch und Englisch. Das Abschlussergebnis? "Ging so, mittelmäßig", sagt Kist. Von großem Tamtam rund um die Prüfungen kann er gar nichts erzählen. "Wir haben unser Abitur geschrieben, mündliche Prüfungen gemacht und irgendwann formlos das Zeugnis bekommen, ich glaube vom Klassenlehrer." Er habe zwar mit Freunden in der Clique den Abschluss gefeiert, es habe aber keine Feier und keinen Abi-Streich gegeben. "Damals war alles so brav, das lohnt sich kaum, dass Sie das aufschreiben", sagt er und lacht. "Danach bin ich gleich zur Bundeswehr, da war nichts mit Verreisen." Dass sich das verändert hat, die Zeugnisübergabe heute feierlich stattfindet und der Abschluss gefeiert wird, findet Kist gut. "Da beginnt ein neuer Lebensabschnitt."

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Florian Ganswind

Fax: 07451 9003-29

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