Das alte Kennzeichen von Horb ist derzeit nur noch auf stillgelegten Oldtimern zu finden. Einige Politiker und Bürger sind für die Wiedereinführung.Foto Foto: Hopp

Am Freitag befragt ein Wissenschaftler auf dem Marktplatz Bürger zum alten Kfz-Kennzeichen.

Horb - Das Rathaus stellt sich noch gegen die Wiedereinführung des alten "HOR" Kennzeichens. Am morgigen Freitag will Professor Ralf Borchert auf dem unteren Marktplatz an der Grabenbachgasse ab 9.30 Uhr die Bürger zu Wort kommen lassen.

Borchert erklärt im Gespräch mit unserer Zeitung: "Dabei möchte ich und mein Team herausfinden, wie das Stimmungsbild der Bürger in Horb zur Wiedereinführung des alten Kennzeichens ist."

Der Heilbronner Wissenschaftler hatte in einer repräsentativen Umfrage herausgefunden, dass 73 Prozent aller Bürger, denen das alte Kennzeichen "weggenommen" wurde, für die Wiedereinführung ist.

In Horb hat Borchert einige Unterstützer. So sagt Michael Theurer: "Wenn der Gesetzgeber die Wiedereinführung des alten Horber Kennzeichens erlaubt, würde ich das sehr begrüßen. Aus meiner Kindheit habe ich eine emotionale Bindung zum alten ›HOR‹." Auch Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) will bei der Rückkehr zu den alten Kennzeichen "nicht auf die Bremse treten." Der Gemeinde- und Kreisratsmitglied Rodolfo Panetta (Republikaner) hatte als erstes in Horb für die Wiedereinführung des alten Kennzeichens geworben. Er hatte im April sogar einen Antrag im Kreistag gestellt. Panetta heute: "Der Landrat hatte mir in einem Brief geschrieben, dass der Antrag zurückgestellt wird, weil die gesetzlichen Rahmenbedingungen noch nicht existieren." Solange will sich der Politiker mit weiteren Initiativen zurückhalten.

Im Horber Rathaus ist man skeptisch

Im Horber Rathaus steht man der Wiedereinführung des alten "HOR"-Kennzeichens skeptisch gegenüber. OB Peter Rosenberger hatte hatte vor "möglichen Empfindlichkeiten" im Landkreis Freudenstadt gewarnt. Könnten alte Rivalitäten zwischen den Städten Horb und Freudenstadt wieder aufbrechen? Für manchen Horber sitzt der Stachel immer noch tief, dass Horb als Stadt mit den meisten Einwohnern im Landkreis durch die Kreisreform von Freudenstadt "vereinnahmt" worden zu sein.

Wirtschaftsförderer Axel Blochwitz sagte bereits, dass die "Stadtverwaltung auf eigenes Betreiben in dieser Richtung nicht aktiv" werde. Er musste aber auch zugeben, dass das alte "HOR"-Kennzeichen die "Identifikation der Bürger mit dem Mittelzentrum Horb stärken würde".

Genau dies sieht Ralf Borchert auch als Zweck der Wiedereinführung der alten Kennzeichen: "Wenn viele Bürger dabei mitmachen, ist das eine authentische Marketingaktion, die für die Politik auch noch umsonst ist."

Horbs Wirtschaftsförderer Blochwitz sieht, wie er sich vor einigen Wochen äußerte, nur eine Chance, das alte "HOR"-Kennzeichen wieder einzuführen – ein Bürgerbegehren. Dazu müssen laut der Gemeindeordnung von Baden-Württemberg 2009 mindestens zehn Prozent aller Bürger in Horb für die Wiedereinführung stimmen.

Panetta will dieses Bürgerbegehren – falls denn die gesetzlichen Rahmenbedingungen gegeben sind – nicht einleiten: "Dazu habe ich weder Nerven noch die Kraft."