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Horb a. N. Alt und doch aktuell: Auerbachs Sprüche

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Eine Aphorismensammlung von Auerbach "entstaubt" und neu herausgegeben: Hermann Kinder mit der Ausgabe von 1875 und Eszter Schmidt mit der neuen überarbeiteten Ausgabe. Foto: Baiker Foto: Schwarzwälder-Bote

Horb-Nordstetten (jnb). "Tausend Gedanken, Aphorismen von Berthold Auerbach" war eine Buchvorstellung im Berthold-Auerbach-Museum betitelt. Herausgeber Hermann Kinder stellte das neue Werk vor.

Der Start dieser Buchpräsentation erwies sich zunächst als schwierig, denn der Verleger Martin Schmidt, der mit Hermann Kinder dieses Buch hatte vorstellen wollen, war kurzfristig krank geworden. Das Buch selbst lag auch noch nicht vor, hatte es Martin Schmidt doch mitbringen wollen. So machte sich seine Ehefrau Eszter Schmidt auf den Weg, um einige Exemplare vorbeizubringen. Irene Vogel, Vorsitzende des Berthold Auerbach Literaturkreises, begrüßte die Literaturfreunde.

Berthold Auerbach hatte unter dem Titel "Tausend Gedanken des Collaborators" eine Aphorismensammlung zusammengetragen, die 1875 erstmals erschien und heute nur noch antiquarisch erhältlich ist. Es ist eine Sammlung von Lebensweisheiten, die heute noch eine unverminderte Aktualität haben, so Martin Schmidt und Hermann Kinder. Sie haben diese Sammlung beherzt entstaubt und als neues Büchlein herausgebracht, versehen mit einem kritischen Nachwort.

Zudem wurde eine Modernisierung der Orthographie im Sinne der unreformierten deutschen Rechtschreibung (unter Wahrung des Lautstandes) vorgenommen, so Kinder im Nachwort der Ausgabe. Manche Gedanken von Auerbach sind veraltet (so zu Geschlechtern, Politik oder Nation), manche sind jedoch heute noch verständlich. Kinder stellte einige dieser Lebensweisheiten vor und interpretierte sie. Zum Beispiel: "Man ist länger tot, als man lebt", sagte eine Bauersfrau. Darum solle man lustig sein, so lange man lebe.

Eine Mietwohnung suchen macht verstimmt und missmutig. Warum? Auerbach meint: "Wohl wie du dir deines Fremdseins auf der Welt neu bewusst wirst." Oder: "Es gibt Menschen, denen die Ehre wie ein Faß Wein erscheint. Jeder Schoppen, den ein anderer trinkt, ist ihnen weggetrunken." Auch mit diesem Ausspruch hat Auerbach wohl bis heute Recht behalten: "Wenn man zum Kriege drei Dinge braucht: Geld, Geld und Geld, so brauchen die Künste des Friedens, vor allem die dichterische Gestaltung, auch drei Dinge: Ruhe, Ruhe und Ruhe." Ein christliches Gebot wandelt Auerbach interessant ab: "Liebe deinen Nächsten. Wenn du keinen Nächsten mehr zum Lieben hast, ist dein Leben tot."

Und auch dieser Spruch dürfte seine Wahrheitsgehalt noch lange behalten: "Wenn man jung ist, glaubt man mit dem geringsten Leiden nicht leben zu können. Das muss beseitigt werden. Wenn man alt ist, lernt man, mit beständigem Leiden leben."

Nach der Buchvorstellung konnte das Werk in einer exklusiven Ausstattung erworben werden.

 
 

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Florian Ganswind

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