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Horb a. N. Alle zittern vor der neuen Liste

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Letzter Akt des Wahlkampfs auf dem Wochenmarkt: Vorne wirbt die SPD um Wählerstimmen, im Hintergrund unterhalten sich Christina Nuss (Dritte von links) und Thomas Bauer (Mitte) von der BiM mit Bürgern. Foto: Lück Foto: Schwarzwälder Bote

Die Kommunalwahl 2019 ist in Horb so spannend wie nie. Entscheidet der Wähler so, dass die rechnerische Mehrheit aus CDU und FD/FW nach Jahren fällt? Sind diesmal die Jungwähler das Zünglein an der Waage?

Horb. Der Wochenmarkt Freitagmittag. Sowohl die SPD als auch die neue Liste "Bürger im Mittelpunkt" (BiM) haben ihre Stände aufgestellt. Christina Nuss, Spitzenkandidatin der BiM: "Wir haben uns auch für eine eigene Kandidatur für den Gemeinderat entschieden, weil wir versuchen sollten, die bestehenden Verhältnisse im Gemeinderat zu verändern."

Das könnte klappen. Alle Fraktionen – egal, ob FD/FW, SPD, CDU, OGL oder ULH –­ zittern vor dem Wahlergebnis der BiM. Sie ist aus der Bürgerinitiative "Hau und Holzwiese" entstanden, kämpft gegen Flächenverbrauch, für "echte Bürgerbeteiligung" und gegen das geplante Gewerbegebiet in Ahldorf.

Das Zittern vor der BiM hat folgenden Grund: Die Zahl der Sitze im Gemeinderat wird von 32 auf 26 verringert. Die Befürchtung aller Parteien oder Listen: Wenn die BiM ein, zwei oder mehr Sitze holt, bleiben für die anderen weniger übrig. Das könnte die bisherige "Horber Groko" aus CDU und FD/FW die Mehrheit kosten –­ im alten Gemeinderat lag die bei 21 Sitzen. 17 Stimmen waren rechnerisch die Abstimmungsmehrheit. Im neuen Gemeinderat müssten beide Listen dafür zusammen auf 14 Stimmen kommen (der OB hat Extra-Stimmrecht).

Zweiter Punkt, der die Wahl so spannend wie nie macht: Der Generationenwechsel. Viele Stimmkönige der Vergangenheit sind nicht mehr auf den Listen. Ein hoher Bekanntheitsgrad gilt als einer der Gründe des Wahlerfolgs. Fast alle Listen setzen auf die Jugend. Stadtrat Jürgen Grassinger (SPD): "Alle Listen hoffen, durch interessante junge Kandidaten auch mehr Jungwähler zu erreichen."

CDU Bei den Konservativen sind sechs Stimmenkönige nicht mehr auf der Liste. Carmina Brenner, Edith Barth, Hans-Peter Saur, Andreas Bronner, Peter Zimmermann und Monika Fuhl holten 2014 knapp 31 000 Stimmen – 30 Prozent der Gesamtstimmen für die CDU. Vier Stimmenkönige von damals sind noch auf der Liste: Gerhard Fassnacht, Marianne Hötzel, Fridolin Weckerle und Karl Kocheise.

Als junger Kandidat tritt Patrick Speiser an –­ der JU-Vorsitzende des Landkreises. Die Altheimer Ortsvorsteherin Silke Becht, ihr Bildechinger Kollegen Ulrich Beuter und Ahldorfs Vize-Ortsvorsteher Michael Keßler sollen Wähler ansprechen, die auf Ortskompetenz setzen.  Ergebnis 2014: 12 Sitze, 93 340 Stimmen, 39,3 Prozent.

FD/FW Vier Stimmenkönige (Michael Theurer, Peter-Paul Olinczuk, Joachim Miller und Daniel Wochner) sind nicht mehr dabei. Sie haben das letzte Mal gut ein Drittel der knapp 68 000 FD/FW-Stimmen geholt. Michael Theurer: "Ich bin froh, dass die FD/FW Führungsanspruch angemeldet haben, weil sie als einzige 26 Kandidaten auf der Liste haben –­ so viel, wie es Plätze im Gemeinderat gibt."

Diese Liste hat gleich vier junge Kandidaten auf der Liste: Marius Friedrichson, bekannt durch die Johanniter-Unfallhilfe, Michael König vom gleichnamigen Fitness-Studio in der Kaserne. Kristian Paulic (20). Lars Schmitter (18) war Schülersprecher am MGG und hat den Stadtschülerrat gegründet.  Ergebnis 2014: 9 Sitze. 28,6 Prozent. 67897 Stimmen.

SPD Sie hat lediglich eine Stimmenkönigin verloren –­ Melanie Nagel. Mit 4063 Stimmen holte sie vor fünf Jahren zehn 10 Prozent der Gesamtstimmen der SPD. Mit Viviana Weschenmoser, Thomas Mattes, Dieter Rominger-Seyrich, Jürgen Grassinger sind vier Stimmenkönige wieder mit dabei. Neu an Bord: Der Europakandidat Jerome Brunelle. Als junge Kandidaten hat die SPD Rameza Monir an Bord, die sich auf dem Wahlbild mit Kopftuch zeigt. Dazu Johannes Grassinger (27).  Ergebnis 2014: 5 Sitze, 37662 Stimmen, 15,9 Prozent. OGL Bei der offenen Grünen Liste fallen die Stimmenkönige Markus Pagel und Elisabeth Schneiderhan weg. Sie holten vor fünf Jahren 33 Prozent der OGL-Gesamtstimmen. Dafür ist die Ur-Grüne Kristina Sauter wieder mit an Bord. Mit Wolf Hoffmann –­ Kreisrat und 2016 lokaler Landtagskandidat –­ ist noch ein bekannter Grüner neu auf der Wahlliste. Als junger Kandidat dabei: Luis Schneiderhan. Der Schauspieler, Jugend-Gemeinderat und Schülersprecher bei den Kids ähnlich bekannt sein wie der FD/FW-Kollege Lars Schmitter –­ nur grüner.  Ergebnis 2014: 3 Sitze, 21 857 Stimmen, 9,2 Prozent.

ULH Der Stimmenkönig ist geblieben: Als Rodolfo Panetta noch bei den Republikanern war, hat er es sowohl 2009 als auch 2014 in den Horber Gemeinderat geschafft. Das letzte Mal holte er 2773 Stimmen. Fraktionschef Hermann Walz kann sich mit 2368 Stimmen bei der letzten Kommunalwahl Hoffnung auf Wiedereinzug machen. Neu auf der Liste unter anderem: Uwe Hellstern – rhetorisch versierte AfD-Kreistagskandidat. Und Roland Tischbein –­ der AfD-Landtagskandidat 2016 im Wahlbezirk.  Ergebnis 2014: REP: 2 Sitze, 11 305 Stimmen, 4,8 Prozent. ULH: 1 Sitz, 5360 Stimmen, 2,26 Prozent. BiM Die bekanntesten Gesichter: Christina Nuss, Sprecherin der BI Hau und Holzwiese, und Thomas Bauer, OB-Kandidat vor zwei Jahren, als er OB Rosenberger 22 Prozent abluchste. Junge Kandidaten: Simon Jung (24) und Anna-Maria Birkenberger (23).

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