Hier geht’s lang: Handwerker hängen die Hinweisschilder auf. Foto: Hopp

Gynäkologe Archibald Fridrich: "Jetzt ziehen wir ein und fangen an zu wohnen". Zum 1. März alle Ärzte im MVZ.

Horb/Freudenstadt - Am Montag wird es spannend: Dann werden Landrat Klaus Michael Rückert und auch KLF-Geschäftsführer Peter Mast erklären, wie es mit dem Standort Horb weitergeht. Und werden das neue Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) eröffnen. Der Schwarzwälder Bote hat schon mal einen Rundgang gemacht.

Frauenarzt Archibald Fridrich steht hinter dem Tresen der Praxis, wo er bald einziehen wird. Auf der Theke liegen Netzteile, daneben stehen Computer. Er sagt: "Jetzt komme ich bald aus dem Hexenhäuschen raus." Bisher waren Teile des Medizinischen Versorgungszentrums in einem Fachwerkhaus in der Hirschgasse untergebracht. Die Ärzte des MVZ sind von der Krankenhäuser Landkreis Freudenstadt gGmbH angestellt.

Bald kommt man durch eine Doppel-Glastür vom Garten aus zum MVZ. Fridrich diskutiert hier vor dem weißen Empfang mit dem hellgrünen Seitenteil mit den Handwerkern, die gerade die Schilder aufhängen. Fridrich: "Da steht MVZ. Das versteht keiner. Statt MVZ muss da Gynäkologe, Psychiatrie und Unfallchirurgie stehen, damit der Patient gleich sieht, wo er hinmuss."

Die Heizkörper auf dem Glasdurchgang sind mit weißen Brettern abgedeckt, das Patientencafé ist noch leer. Dieter Nuber von der Betriebstechnik sagt: "Das Konzept wurde von einem Kioskbetrieb noch einmal umgeändert. Jetzt soll hier ein Café entstehen. Wegen der Lieferzeiten der Möbel ist aber unklar, ob die endgültige Bestuhlung zur Eröffnung am 1. März schon da stehen wird."

Vor der Praxis, in die Peter Paul Olinczuk, Horbs einziger Durchgangsarzt und Unfallchirurg, einziehen wird, stehen Handwerker und diskutieren mit Nuber. Durch die Glastür hinten, wo links Fridrichs neue Praxis sein wird und rechts Astrid Tontsch ihre Praxis für Psychologie und Psychiatrie haben wird, erkennt man Rigipsplatten und Dämmwolle. Nuber: "Das sind die Räumlichkeiten, die man später nach Bedarf vielleicht zu Praxen umbauen könnte." Fridrich führt uns in die Behandlungszimmer. Klopft auf den gynäkologischen Stuhl: "Ist brandneu, das Ding." Zeigt den Future-Mülleimer: Ein Fingerwisch, und schon geht der Deckel auf. Fridrich: "Futuristisch. Soll wohl der Hygiene dienen." Was ihn stört: die knallig-dunkelroten Vorhänge.

Behandlungsraum noch leer

Der Gynäkologe: "Die sind etwas zu lang." Und er sagt: "Jetzt sorgen wir noch dafür, dass die Beleuchtung dimmbar ist. Damit sich die Patientinnen auf dem Stuhl nicht im grellen Licht wie auf dem Präsentierteller vorkommen."

Nebenan ist der Behandlungsraum noch leer. Fridrich: "Hier kommt die beste Ultraschallmaschine rein, die es gibt. Sie zeigt das schönste und schärfste 3D-Bild." Zeigt auf die Toilette im Raum. Sagt: "Die ist unheimlich wichtig. Da kann ich bei Patientinnen dann die volle Blase sozusagen durchleuchten. Nur so kann man Karzinome schon im Entstehen erkennen." Und Fridrich, der sich auf die bildgebende Diagnose spezialisiert hat, will mit dem Ultraschallgerät auch Patienten mit Wirbelsäulenproblemen helfen.

Gut für den Gynäkologen: Mit dem Nagolder Mediziner Udo Wistruk hat er einen Mitstreiter in der Praxis. Fridrich: "Er macht Montag, ich Freitag, und dazwischen teilen wir uns die Dienste. Wir teilen uns die Arbeit besser auf, und durch ihn gibt es bei uns keine Wartelisten für Patienten." Wenn man ihn so hört, hat man das Gefühl, dass er stolz auf die gute technische Einrichtung und das neue MVZ ist. Und er versucht, in der Zeit bis zur Eröffnung noch weiter zu optimieren. Fridrich: "Es sieht mir noch zu sehr nach Krankenhaus aus. Jetzt ziehen wir aber erst einmal ein und fangen dann an zu wohnen."

Draußen im Garten ist noch alles voll mit Baumaschinen und Stromkästen. Dennoch hat Nuber noch eine gute Nachricht parat: Der Krankenhausbrunnen ist auch aus den Händen des Bauunternehmers befreit! Nuber: "Inzwischen befinden sich die Teile beim Steinmetz Poppitz in Bildechingen und können wieder aufbereitet werden." Anfang Oktober war die Lage anders. Damals hatte der Landkreis keinen Zugriff auf den historischen Franziskusbrunnen. Sieht also so aus, als ob im Krankenhaus Horb zumindest im MVZ alles läuft. Dort sind auch Sprechstunden der Freudenstädter Ärzte Said Masood und Albrecht König (Neurochrirurgie, Wirbelsäule) geplant. Mit dem ursprünglich anvisierten Eröffnungstermin im Februar ist es aber nichts geworden. Zuletzt wurden die Umbaukosten auf zwölf Millionen Euro veranschlagt.