Auf dem Marktplatz von Bisingen gab es am Schmotzigen Donnerstag für die Zuschauer nicht nur Beeindruckendes zu sehen: Auch vier Narren sind nun vollwertige Mitglieder des Hexenzirkels.
Gloria Fecker, Tim Koch, Björn Koch und Michael Brenneis erließen die traditionelle Hexentaufe über sich ergehen: So verkündete es jedenfalls d’Oberhex Marcel Sauter bei der traditionellen Hexenausgrabung und der Hexentaufe am Schmotzigen Donnerstag. Auf Bisingens Marktplatz hatte sich dazu eine große Besucherzahl eingefunden, die dem nächtlichen Spektakel beiwohnte. Zum Auftakt gab es ein Feuerwerk – gefolgt von schauerlicher Geistermusik vor der Kulisse der Burgruine Ror.
Schlössleteufel steckte mitten in der Pyramide
Die rotschwarz gekleideten Hexen erschienen mit den brennenden Fackeln in der Hand, um die gesamte Kulisse in gespenstisches Licht einzutauchen.
Mit wildem Geschrei und schaurigen Rufen zeigten die Hexen durchaus beeindruckende, akrobatische Hexengebilde, während ringsum der Hexentanz getanzt wurde. Der krönende Abschluss desselben war dann eine große Hexenpyramide, in deren Mitte der furchterregende Schlössleteufel in Aufmachung als Hexenvater erschien.
Sauter ließ dann den Schlachtruf tönen: „d’Hex ischt hoorig ond batsch nass“ ertönen: Gleichzeitig setzte sich die Taufgruppe in Bewegung, wobei diesmal vier Junghexen ihre zwei Tauftröge im Fackellicht mit schwarzen Kutten bekleidet auf das Podest trugen. Zwischenzeitlich hatte der Schlösslesteufel bereits das Feuer unter dem Kessel entfacht, um den Hexensud zu kochen: Einige seiner Hexen brachten auch entsprechende Zutaten.
Rohe Eier und Bier waren Teil des närrischen Rituals
Mit dem in Holzkrügen gefüllten Hexensud schritten die Taufpaten hinter ihre Täuflinge und die Zeremonie nahm ihren Lauf. Zunächst wurden unzählige rohe Hühnereier auf den Köpfen der Täuflinge zerbrochen, der Hexensud (Bier) über den Köpfen ausgegossen und Mehl in die Haare gerieben, bevor das Wandlungstuch über die Täuflinge gelegt wurde.
Die Oberhexe vollendete dann – durch Berühren mit ihrem Hexenbesen – die Wandlung der Junghexen zu echten Bisinger Hexen. Die vier werden fortan bis zum Fasnetdienstag ihr spaßiges Unwesen treiben.
Im Anschluss erhielten die neugetauften Hexen die Taufurkunde und den Taufbändel von Oberhex Sauter überreicht, der erneut zum Schlachtruf aufrief und allen noch eine glückselige Fasnet wünschte. Im Narrendorf auf dem Marktplatz wurde anschließend von den Narren kräftig gefeiert.