Roger Rauch schaut nach seinen Bienen. Mit der Honigsaison in diesem Jahr ist er mehr als zufrieden. Foto: Elena Baur

Eine lange und erfolgreiche Honigsaison ist vorbei. Die Bienen bereiten sich auf den Winter vor. Imker Roger Rauch blickt aber auch mit Sorge auf die milden Winter.

In diesem Jahr gab es bei den Imkern in der Umgebung gleich mehrfach Grund zur Freude. Die Honigsaison verlief mehr als erfolgreich, und es konnte häufig und lange geschleudert werden.

 

Das berichtet der Vorsitzende des Imkervereins Sulz Roger Rauch, der für die Bereiche Sulz, Vöhringen und Dornhan zuständig ist. Die Honigsaison startet mit dem ersten Löwenzahn und endet etwa Mitte August, erklärt Rauch.

In diesem Jahr hätten einige seiner Imker-Kollegen aber auch Ende August noch Honig schleudern können. Das sei ungewöhnlich. Es gab in diesem Jahr so ausgiebig Honig, dass einige Imker sogar neue Eimer kaufen mussten, weil sie so viel hatten, sagt er und freut sich sichtlich. Der Ertrag sei „sehr überdurchschnittlich“.

Auch Waldhonig habe es in diesem Jahr erfreulicherweise gegeben. Dieser sei in den vergangenen zwei bis drei Jahren eine „Rarität“ gewesen – 2023 habe es sogar gar keinen gegeben.

Waldhonig besonders hochwertig

Waldhonig zähle aber zu einem der qualitativ besten Honigarten, weiß er. Mit den Blüten im Wald habe er aber nichts zu tun. Die Bienen sammeln den Honigtau – ein zuckerhaltiges Ausscheidungsprodukt – von Blattläusen der Fichte und Tanne, erläutert der Vorsitzende.

Roger Rauch vom Imkerverein Sulz,Vöhringen, Dornhan bei seinem Bienenstock in Vöhringen Foto: Elena Baur

Bis zu 50 000 Bienen könnten in einem Volk leben. Die einzelnen Bienen würden meist sechs Wochen leben, bis sie sich überarbeitet hätten und dann sterben würden, zeigt Rauch auf.

Wenn eine Wabe im Bienenstock „verdeckelt“ sei, also von einer weißen Schicht geschlossen, bedeute das für den Imker, dass der Honig fertig gereift sei. Dann heißt es: „entdeckeln“, schleudern und verarbeiten.

Milde Winter fördern Parasiten

Doch der Klimawandel wirkt sich auch auf die Imkerei aus. Die Varroamilbe möge nämlich milde Winter und überlebe dadurch besser. Das sei ähnlich wie mit Stechmücken, wie etwa der Tigermücke, die bei früher vorherrschendem Klima nicht überlebt hätte. Dadurch könne sie sich nun aber besser vermehren.

Die Milbe sauge an der Biene und schwäche sie dadurch. Larven könnten deshalb sogar behindert zur Welt kommen, wie etwa mit einem defekten Flügel, zeigt Rauch die Problematik.

Ameisengift zeigt schon seine Wirkung

Deshalb würden die Imker nach der Honigsaison die Bienenstöcke mit Ameisengift oder Oxalsäure behandeln, um die Varroamilbe in den Griff zu bekommen. Dies sei ein ökologisches Mittel und schade den Bienen nicht.

Die Methode trage bereits Früchte: In diesem Jahr hätten die Imker im Bezirk weniger Befall und die Hoffnung, gut in den Winter zu starten. „Die Varroamilbe ist da, aber im Griff. Wir haben es im Blick“, so der Vorsitzende.

In einem Bienenvolk können bis zu 50 000 Bienen leben. Derzeit bereiten sie sich auf den Winter vor. Foto: Elena Baur

Auch die Asiatische Hornisse überlebe die milden Winter und stelle eine zunehmende Gefahr dar. Sie frisst Bienen. Im Imkerbezirk Sulz sei sie zwar noch nicht aufgetaucht, es sei aber nur eine Frage der Zeit, bis sich das Insekt auch am Neckar ausbreite. In Oberndorf habe es wohl schon einmal ein Nest gegeben, berichtet Rauch.

„Bienen machen strenge Winter nichts aus, Parasiten aber schon“, gibt Rauch zu bedenken. Dieses Jahr gebe es kurz vor dem Winter aber noch ein „echtes Phänomen“, berichtet der passionierte Imker. Normalerweise müssten die Bienen ab September mit etwa zehn Kilogramm Zucker zugefüttert werden, damit sie durch den Winter kommen.

Bienen finden noch viele Spätblüher

Doch in diesem Jahr müsse kaum zugefüttert werden, weil die Bienen noch so viele Spätblüher finden würden. Viele seiner Vorräte seien noch unangetastet.