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Homeschooling Schulen in St. Georgen starten mit Fernunterricht

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An der Realschule und am Thomas-Strittmatter-Gymnasium sind derzeit nur die Abschlussklassen zugange. Foto: Ginter

Der Schulstart verläuft so, wie in den Tagen vor den Ferien: Digital. Lediglich die Abschlussklassen haben teils Präsenzunterricht. Wie es unter diesen Umständen an den St. Georgener Schulen weiter geht, lesen Sie in unserem (SB+)Artikel.

St. Georgen - Die Weihnachtsferien sind vorbei, doch die Corona-Regeln sind nach wie vor verschärft. Wie geht es unter diesen Umständen an den Schulen weiter? Eine Umfrage in der Stadt.

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"Ich würde sagen, es läuft – mit ein bisschen Stottern", sagt Ralf Heinrich, Rektor des Thomas-Strittmatter-Gymnasiums, über den Fernunterricht, der nach wie vor obligatorisch ist. Am Montagmorgen sei erst einmal der Server der Lernplattform Moodle, über den der Online-Unterricht läuft, zusammengebrochen. Dies sei abzusehen gewesen, sagt Heinrich, "da ganz Baden-Württemberg darauf zurückgreift".

Für die Schüler sieht der Unterricht zu Hause folgendermaßen aus: Pro Klasse gibt es ein bis zwei Videokonferenzen am Tag – das heißt, der Unterricht wird live per Video übertragen. Dabei richtet sich die Schule nach dem jeweiligen Stundenplan der Klassen und achtet dabei auch darauf, dass die erste Konferenz möglichst bereits in den ersten Schulstunden stattfindet. "Möglichst früh, damit der Schulstart nicht verpasst wird", erklärt Heinrich.

Disziplin der Schüler ist gefragt

In den anderen Fächern müssen sich die Gymnasiasten das jeweilige Material online abholen. "Ausschlafen geht nicht", sagt Heinrich und ergänzt: "Die Schüler müssen verstehen, dass der Fernunterricht Pflichtunterricht nach Plan ist und sich im Zeitaufwand eigentlich nicht von normalem Unterricht unterscheidet."

Das erfordere, so Heinrich, Disziplin seitens der Schüler: Man müsse morgens pünktlich aufstehen und sich das Material abholen – wenn nicht, "gibt es Stau". "Das Technische wird sich lösen, aber ob es jeder Schüler schafft, sich nach Plan hinzusetzen – da wird es Ausnahmen geben", meint Heinrich.

In die Schule müssen in dieser Woche nur die Schüler der Kursstufen: Sie schreiben ihre Klausuren nach. Ab nächster Woche sollen die Elft- und Zwölftklässler dann voraussichtlich regulär Unterricht nach Stundenplan haben, um effizient auf die baldigen Abschlussprüfungen vorbereitet werden zu können. Im Februar sollen dann weitere Gruppen wieder in den Präsenzunterricht starten können, erklärt Heinrich. "Das lässt sich so managen, muss ich sagen."

Aber können die Abiturienten unter den aktuellen Gegebenheiten überhaupt gut auf die Abschlussprüfungen vorbereitet werden? Ja, sagt Heinrich. Mathe etwa könne per Fernunterricht super unterrichtet werden, erklärt er. Schwieriger wäre es höchstens in Fächer wie Religion, Geschichte und Gemeinschaftskunde, "wo viel diskutiert wird". Daher fände der Unterricht für die Abschlussklassen nun auch nach Stundenplan statt.

"Um sie mache mich mir keine Sorgen", erklärt der Schulleiter. "Das war schon letztes Jahr so. Sie hatten eigentlich ideale Bedingungen. Sogar bessere, als alle Abschlussklassen vorher." Sehr wichtig sei es jetzt aber, so Heinrich, die verschobenen Klausuren nachzuholen.

Für die Klassen fünf bis zehn gibt es derweil keine Klassenarbeiten zu schreiben. "Das ist kein Problem", sagt Heinrich. "Die Halbjahresinformation ist ja kein Zeugnis. Man kann die Klausuren dann im zweiten Halbjahr schreiben."

Doch sind die Homeschooling-Gegebenheiten überhaupt für alle Familien stemmbar? "Wir können leider nicht schauen, dass Geschwisterkinder nicht gleichzeitig eine Zoom-Konferenz haben", erklärt Heinrich. Notfalls könne man aber auch auf ein Smartphone ausweichen, wenn es an technischen Geräten mangele. "Bei Eltern mit drei Kindern wird es natürlich spannend, das ist nicht ganz ohne", gesteht Heinrich ein.

Technische Ausstattung verbessert

Froh ist der Schulleiter darüber, dass nun auch die technischen Voraussetzungen verbessert werden: So wird dieser Tage das WLAN-Netzwerk im Bildungszentrum erweitert. "Wir hoffen, dass wir nächste Woche in jeder Ecke Wlan haben", sagt Heinrich. Das "löse viele Probleme", erklärt er, denn so könnten Lehrer an der Schule künftig unkompliziert zwischen Präsenz- und Fernunterricht wechseln. "Das ist eine echte Erleichterung", sagt Heinrich.

Bei der Realschule bleibt der Fernunterricht für die Klassen fünf bis neun via der Lernplattform Schulcloud bestehen – lediglich die Abschlussklassen dürfen diese Woche in den Präsenzunterricht kommen. Diese erwartet ein "Intensivstart" in den Kernfächern Mathe, Deutsch und Englisch, erklärt Schulleiter Hubert Ilka.

Mit dem Fernunterricht ist er "recht zufrieden". Die Sportlehrer, die jetzt weniger beschäftigt seien, machten derzeit die Notbetreuung in der Schule. "Das läuft eigentlich ganz gut", sagt Ilka. Zudem seien zwei Kollegen engagiert, den Familien nachzutelefonieren, wenn sich ein Kind nicht pünktlich online anmeldet. "So ist auch ein Nachdruck da, der daran erinnert, dass es ein Unterricht mit Tagesrhythmus und Verpflichtung ist." Das Kollegium arbeite insgesamt "außergewöhnlich gut" mit, lobt Ilka.

"Es war letzte Woche relativ chaotisch, sich auf diese Verhältnisse einzustellen und Dinge organisiert zu bekommen", erklärt der Schulleiter. Ansonsten laufe es wie erwartet. Auch der Netzeinbruch am Montagmorgen sei absehbar gewesen. Es sind andere Dinge, die den Schulleiter nervös machen: "Die Unsicherheit, was nächste Woche sein wird, ist eigentlich das, was blockiert und bremst", erklärt Ilka. "Weil die ganze Planerei immer sehr kurzfristig ist – das macht verrückt."

Bezüglich der Abschlussklassen habe er ein "gutes Gefühl". "Die Kinder sehen das natürlich ambivalent: Manchen ist das lästig", sagt Ilka. "Aber das sind auch die, denen der reguläre Unterricht lästig gewesen wäre." Das einzige, was für "mehr Druck" sorgen könnte, sei, so der Schulleiter, die verlegte Sprachprüfung der Zehntklässler: Diese sei sonst im Herbst bereits abgeschlossen gewesen – nach der veränderten Prüfungsordnung findet sie nun erst im März statt. Darüber, wie es nächste Woche weitergeht, kann Ilka auch nur spekulieren: "Ich habe keine Ahnung", sagt er.

Kein "Live-Unterricht nach Stundenplan"

Auch bei der Robert-Gerwig-Schule startet der Unterricht für den Sekundarbereich der Klassen fünf bis acht am Montagmorgen online. Die Schule nutzt die Plattform Edupage: Hier müssen sich die Kinder täglich ihr Lernmaterial abholen und bearbeiten. "Was wir nicht machen, ist Live-Unterricht nach Stundenplan", sagt Schulleiter Jörg Westermann. Manche Lehrer würden aber spezielle Erklärvideos in die Cloud laden. Die Lehrer stünden zudem mindestens einmal in der Woche mit den Schülern in persönlichem Kontakt, erklärt er.

"Habe den Eindruck, dass es gerade ganz gut läuft"

Dies würde auf unterschiedlichen Wegen geschehen, manchmal könne das, so Westermann, auch einfach ein Whatsapp-Videoanruf sein. "Die Kollegen sollen das machen, was bei ihnen gut funktioniert", findet er. Mit dem Fernunterricht ist der Schulleiter insgesamt zufrieden: "Ich habe den Eindruck, dass es gerade ganz gut läuft."

In der Schule sind derweil nur die Neunt- und Zehntklässler. Denn die Abschlussklassen haben Präsenzunterricht und sind dabei je zur Hälfte in der Schule, erklärt Westermann. Unterricht erhalten sie vier Stunden täglich in den Prüfungsfächern Deutsch, Mathematik und Englisch. Die halbierte Klassengröße sei hier sogar von Vorteil: Man könne so "viel intensiver" arbeiten als mit ganzen Klassen – das sei hier, sagt Westermann, der Tenor der Lehrer.

Für die Grundschule gibt es diese Woche keinen Präsenzunterricht. Ob die Schule für die Klassen eins bis vier ab nächster Woche wieder öffnen kann, soll an diesem Mittwoch entschieden werden.

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