Insgesamt rund 50 Bürger kamen zur Schallbacher Holzversteigerung – sogar Interessierte aus dem Elsass waren dabei. Links Bürgermeister und Auktionator Christian Iselin. Foto: Gudrun Gehr

Die Schallbacher Holzversteigerung punktet mit Qualität, Atmosphäre und humorvollen Bietergefechten. Insgesamt wurden rund 5100 Euro erzielt.

Schallbach versteigerte über die erst zum Jahresbeginn fusionierte Forstbetriebsgesellschaft (FBG) „Im Dreiländereck“ als wirtschaftlicher Verein das Holz im Gemeindewald.

 

Am Treffpunkt beim Richtstattweg fanden sich rund 50 interessierte Bürger ein. Die gute Qualität des Schallbacher Wert- und Brennholzes und die urige Atmosphäre der Versteigerung hatten sich sogar bis zu Interessenten aus dem Elsass herumgesprochen.

Insgesamt 25 Holzpolter lagen zur Abfuhr bereit. Überwiegend waren im Angebot Buchenrundhölzer, im Umfang zwischen zwei bis sechs Festmetern. Auch einige Eichenbestände und zwei Nadelholzpolter fanden sich in der Auktion.

Holzversteigerung eine Männerdomäne

Holzauktionen sind nach wie vor eine Männerdomäne: Die Bieter waren fast ausnahmslos männlich. Die Versteigerung führten routiniert Bürgermeister und Auktionator Christian Iselin sowie Geschäftsführer Michael Meyer-Heisig von der FBG durch. Assistiert wurde das Duo durch Gemeinderat Volker Fischer, der die Aufgabe hatte, die Erkennungsplaketten an den jeweiligen Poltern abzulösen und dem neuen Besitzer auszuhändigen.

Das urige basisdemokratische Bieterverfahren mit einem Rundgang durch den Waldparcours erforderte rund eineinhalb Stunden; auch das Wetter spielte mit.

Lockere, humorvolle Bietergefechte

Die Anschlagspreise wurden vom Auktionator genannt. Dann war von den Bietern häufig das alemannisch direkte „Bodde“ zu hören, oft ging es in Fünf-Euro-Schritten weiter. Mitunter entstanden lockere, humorvolle Bietergefechte zwischen den Interessenten – man kennt sich schließlich.

Meist höhere Preise als veranschlagt

Auch Auktionator Iselin verstand es, die Preise noch etwas zu steigern. Ging die Bieterpartie manchmal in unerwartete Höhen, setzte Iselin für den Gewinner noch eine Bauernwurst als Belohnung oben drauf. Meistens erzielte die FBG höhere Preise als im Anschlag genannt.

Eichenpolter nicht gefragt

So konnten rund 5100 Euro verbucht werden, obwohl die meisten Eichenpolter keine neuen Besitzer fanden. Von den Schallbacher Holzmachern war zu erfahren, dass die Bearbeitung von Eichenholz für Heizzwecke sehr aufwändig sei. Problematisch sei die Gerbsäure, auch seien die erforderlichen Trocknungszeiten für Eichenholz vergleichsweise wesentlich länger.

Unerwartete Unterbrechung

Eine unerwartete Unterbrechung der zügig verlaufenden Auktion gab es indes: Eine Gruppe junger Leute veranstaltete auf dem Richtstattweg einen „Boßel“-Wettbewerb. Bei diesem ostfriesischen Traditionssport wird eine Kugel mit möglichst wenigen Würfen über eine festgelegte Wegstrecke geworfen. Die Gruppe bekam den Vortritt – allerdings unter einer Bedingung: „Wir geben die Strecke gerne frei, aber würden uns über einen Besuch in unserer Waldschenke freuen“, meinte Bürgermeister Iselin mit einem Schmunzeln. Die „Boßel“-Spieler kamen der Aufforderung gerne nach.

Timo Blauel von der Zeeche-Clique war mit seinem Team für die Bewirtung zuständig. In der Waldschenke am Richtstattweg, die regen Zulauf fand, gab es Getränke, Raclette, Speck und einen dampfenden Kessel mit Bauernwürsten. Bis spät am Nachmittag wurde die erfolgreiche und gesellige Auktion noch gebührend gefeiert.