Bürgermeisterin Jessica Lang (links) begrüßte die Holzkäufer auf der Wiesenbrücke. Foto: Christoph Schennen

Zahlreiche Männer haben am Samstag Holz aus dem Maulburger Kommunalwald gekauft.

Manchmal bieten mehrere Männer für das Brennmaterial mit, Kampfabstimmungen gibt es aber nicht.

 

Die Gemeindeverwaltung hat am Samstagvormittag wieder Holz aus dem Gemeindewald versteigert. „Wir haben 193 Festmeter und zehn Doppel-Ster Holz verkauft“, sagt Michael Meyer-Heisig, Geschäftsführer der Forstbetriebsgemeinschaft Dreiländereck am Ende der Veranstaltung, während der er sich die Namen der Käufer notiert.

Brennholzhype ist vorbei

„Es war eine Punktlandung. Wir sind froh, dass wir es los sind.“ Ein Doppel-Ster kostet 200 Euro. Es gab Jahre, in denen mehr angeboten und verkauft wurde, 300 Festmeter zum Beispiel. Der Brennholz-Hype ist aber vorbei. „Die Versteigerung war kurz und knackig. In diesem Jahr war es ruhig, jeder, der kaufen wollte, hatte Gelegenheit dazu“, pflichtet Lars Neubauer, Revierleiter Maulburg, Meyer-Heisig bei. Neubauer und Bürgermeisterin Jessica Lang wechseln sich bei der Versteigerung des Holzes ab.

Tour durch den Wald

Die Tour durch den Wald führt von der Wiesebrücke bis zur Holzmacherhütte. Ein großer Teil der an den Wegränder gelagerten Stämme ist Buchenholz, für das mindestens 75 Euro pro Festmeter geboten werden muss.

Danach geht es bei fast allen Losen in Ein-Euro-Schritten aufwärts. Verkauft werden auch zwei Birkenpolter, wobei der Preis für Birke und Eiche mit 65 Euro pro Festmeter niedriger liegt als bei der Buche.

Holz lagert an Wegesrändern

„Die Eiche brennt lang, ist aber schwieriger zu verarbeiten“, sagt Meyer-Heisig.

Eine Bieterschlacht gibt es bei der Versteigerung in Maulburg nicht. Manchmal wetteifern mehrere Männer – Frauen bieten kaum mit – um den Zuschlag, manchmal gibt es nur ein Gebot – und das Holz ist schnell verkauft.

Geselliges Beisammensein

Ein Mann, der einige Polter ersteigert hat, sagt, der Kauf des Holzes sei für ihn Nebensache. Ebenso wichtig sei das gesellige Beisammensein nach der Versteigerung an der Holzmacherhütte. „Man kennt sich“, lacht er. Ob er nächsten Samstag zur Versteigerung nach Hüsingen fahre, stehe noch nicht fest.

„Maulburger Nationalfeiertag“

Werner Müller vom Schwarzwaldverein hat die jährliche Holzversteigerung mal als „Maulburger Nationalfeiertag“ bezeichnet. An der Hütte, die der Gemeinde gehört, bewirtet der Kaninchenzuchtverein die Männer und Frauen. Sie sitzen an den Tischen oder am Lagerfeuer und essen Erbsensuppe oder eine Wurst.

Das erste Mal mit dabei

Es sind nicht nur Interessierte dabei, die seit jeher kommen. Auf dem Rückweg zur Wiesebrücke begegnet man einem Ehepaar aus Wehr. Während die Zitronenfalter am Wegesrand flattern, erzählen sie, dass sie zum ersten Mal bei einer Holzversteigerung dabei sind. Ersteigert haben sie nichts, was auch daran liegt, dass sie die meterlangen dicken Stämme nicht aus dem Wald holen können.

„Wir haben am Auto keinen Hänger und keine Anhängerkupplung.“ Vielleicht ist das Problem bis zur nächsten Versteigerung gelöst.