Die Rückkehr zur alten Tradition des Holzersteigerns direkt vor Ort lockte rund 60 Bieter in den Hertinger Wald (rechts Bürgermeister Carsten Vogelpohl) Foto: Jutta Schütz

Bei der Hertinger Holzversteigerung wurde nicht mehr im Voraus Holz vergeben, sondern es durfte wieder gesteigert werden.

Zurück zur Tradition und damit zum echten Bieterspaß: Da machten die rund 60 Teilnehmer, die bei kaltem und etwas nebligem Winterwetter am Hertinger Waldparkplatz eintrafen, dann auch engagiert mit. Viele Polter gingen für deutlich mehr Euro weg, als es der ursprüngliche Anschlagspreis vermuten ließ.

 

Bürgermeister Carsten Vogelpohl und Revierförsterin Heike Wiegand erläuterten die Gründe für die Kehrtwende in Sachen Holzverkauf. „In den vergangenen Jahren, als im Vorfeld schon viel Holz vergeben wurde, zeigte sich, dass das Interesse an der Holzversteigerung stetig abnahm“, resümierte Vogelpohl. Das sei aber nicht Sinn der Sache, denn die Holzversteigerung sei eigentlich so etwas wie ein kleines „Fest im Wald“, schloss sich Wiegand an.

Vom wieder viel größeren Interesse profitierte auch der MSC Rebland, der auf dem Waldparkplatz Stehtische aufgebaut und ein Lagerfeuer entzündet hatte. Die Helfer verkauften in der „Wirtschaft im Walde“ heiße und kalte Getränke sowie heiße Wienerle und Bockwürste.

Vogelpohl verkündete, dass unter den Holzkäufern noch acht Eintrittskarten der Balinea-Therme verlost werden würden. „Gewinnen kann aber nur, wer zum Ende der Versteigerung noch da ist“, informierte er.

Buche, Esche, Eiche und Robinie

Für Heike Wiegand war es die 20. Holzversteigerung in der Gemeinde. Sie freute sich, „heimisches Holz“ mit insgesamt 230 Festmeter Holz verteilt auf 38 Polter von einem bis 20 Festmeter Menge, teils rein Buche, teils rein Esche, teils noch gemischt mit Eiche oder Robinie, anbieten zu können. Das Holz war nach Stammdurchmesser für die Bieter mit kleineren Sägen als auch für die „Profis“ mit großen Holzspaltern vorsortiert worden und lag „abtransportgünstig“ entlang der Straße von Hertingen nach Liel im Gewann Mösle.

Der Anschlagspreis für den Festmeter war mit 65 bis 75 Euro, je nach Holzart, günstiger als im vergangenen Jahr. Für die Forstbetriebsgemeinschaft Dreiländereck, die den Brennholzverkauf organisiert und die jetzt seit der Fusion mit der Forstbetriebsgemeinschaft Kleines Wiesental neu Forstbetriebsgemeinschaft im Dreiländereck heißt, war Chrisanthe Sissakis vor Ort, die die Namen der Käufer und ihre Adressen notierte.

Käufer überbieten sich

Schon beim ersten Buchenpolter entwickelte sich ein reges Bietergefecht, wobei sich die Holzkäufer nicht mit Ein-Euro-Schritten aufhielten, sondern sich gleich in Fünf- oder Zehn-Euro-Schritten überboten. Anstelle der veranschlagten 299 Euro für den Polter erhielt der erste erfolgreiche Holzkäufer des Tages den Zuschlag bei satten 385 Euro.

Ein mit 10,2 Festmeter (14,3 Ster) sehr großer Polter Buchenholz, den Vogelpohl für den Startpreis von 764 Euro aufrief, fand für 820 Euro einen Käufer.

Auch Eschenholz brennt gut

Eschenholz war günstiger. Mit dieser Holzart verbinden immer noch viele Holzkäufer den Glauben, dass Eschenholz schnell abbrennen würde. „Dabei stimmt das gar nicht, Eschenholz brennt genauso gut wie Buche – ich habe davon einen großen Vorrat“, erklärte der ehemalige Polier Roland Waldkirch aus Hertingen.

Wie im vergangenen Jahr bot auch Bettina Erdmann, diesmal als einzige Frau unter den Bietern dabei, wieder hartnäckig mit.

Insgesamt wurden 230 Festmeter Brennholz in 38 Losen verkauft. Fast auf alle Lose wurde geboten. Durchschnittlich wurden 79 Euro pro Festmeter erzielt und damit im Durchschnitt sechs Prozent mehr als der Anschlagspreis.