Der gute Holzpreis beschert der Gäugemeinde einen Einnahmenüberschuss von mehr als 25 000 Euro. Mehr Bäume als gedacht wurden im Vorjahr durch den Hagelsturm geschädigt.
Besser gelaufen als geplant ist für Ostelsheim das Forstwirtschaftsjahr 2025. Jürgen Martinek, Leiter des Forstreviers Althengstett, das auch für den Ostelsheimer Forst zuständig ist, verkündete dem Gemeinderat bei dessen jüngster Sitzung, dass insbesondere die deutlich gestiegenen Preise, aber auch ein etwas höherer Einschlag, dazu geführt hat, dass statt des geplanten Überschusses von knapp 12 000 Euro ein um das doppelte höherer Ertrag erzielt wurde.
Da der Preis je Festmeter Fichte inzwischen über 100 Euro liege und auch die Preise vieler anderer Holzarten „dadurch mitgezogen wurden“, könne man bei einem Aufwand von 113 000 Euro am Ende einen Überschuss von mehr als 25 000 Euro ausweisen. Die Erträge aus dem Holzverkauf sind 2025 auf 121 500 (Planansatz: 112 000 Euro) gestiegen, bei den Erträgen aus Mieten und Pachten (3600 Euro), Zuweisungen vom Land (3513 Euro) und Erstattungen der Hermann-Hesse-Bahn (9163 Euro) habe man sich ziemlich im Plan bewegt.
Auch bei den Kosten habe man sich – von der Bestandspflege abgesehen, für die entgegen des Planansatzes von 9000 Euro keine Ausgaben angefallen sind – im Rahmen der Planungen bewegt. Insgesamt wurden 1946 Festmeter Holz (Pan: 1860) eingeschlagen, davon 1154 Festmeter Nadel- und 38 Festmeter Laubstammholz. Außerdem wurden 423 Festmeter Brennholz gemacht sowie 330 Festmeter Derb- und Hackrohholz. Mit dem Einschlag bewege man sich im jährlichen Soll der Forsteinrichtung.
Holzernte von 1940 Festmeter geplant
Für das laufende Jahr ist eine Holzernte von 1940 Festmeter vorgesehen, davon 1300 Festmeter Nadelstammholz, 80 Festmeter Laubstammholz sowie 220 Festmeter Brenn- und 50 Festmeter Industrieholz. Auf je 0,6 Hektar Fläche sollen Kulturvorbereitungs- und Kulturbegründungsarbeiten vorgenommen werden, außerdem ist eine Kultursicherung auf einer Fläche von 4,2 Hektar geplant.
Unterm Strich rechnet Martinek bei geplanten Kosten von 138 400 Euro mit einem Ertrag von fast 13 000 Euro für die Gäugemeinde. Sollte der hohe Holzpreis Bestand haben, kann sich Martinek auch einen etwas höheren Einschlag vorstellen, der dann zu einer entsprechenden Verbesserung auf der Ertragsseite führen würde.
Gemeinderat Klaus Richter regte entsprechend an, die gut gewachsenen Bäume im Ostelsheimer Forst nicht zu vergessen, die Martinek im laufenden Jahr nicht zur Ernte vorgesehen hat. Ratsmitglied Ernst-Martin Gehring regte zudem an, die durch Einschlag entstandenen Freiflächen möglichst schnell wieder aufzuforsten, „damit keine größeren Kahlflächen entstehen“. Martinek hatte zuvor angedeutet, dass es an einigen Stellen kahle Stellen nach der Holzernte geben könnte.
Wald verjüngt sich von selbst
Insgesamt bewertet Martinek den Wald als stabil, wenngleich durch den Hagelsturm im vergangenen Jahr einige Bäume erheblichen Schaden genommen hätten. Dieser werde teilweise erst jetzt sichtbar, da manche nur noch schwach benadelten Bäume „endgültig aufgegeben hätten“. Bei der Aufforstung kommt vermehrt die Douglasie zum Einsatz, da sich diese auf mageren und trockenen Böden gut entwickle „und die Fichte immer stärker Schädlingen ausgesetzt ist“. Auf großen Teilen im Gemeindewald Ostelsheim verjüngt sich der Wald laut Martinek aber von selbst.
1500 Bäumchen werden 2026 gepflanzt
Momentan gebe es keine größeren Kahlflächen. Die neue Waldgeneration wachse bereits unter den alten Beständen durch Keimung von abgeworfenen Samen der Altbäume nach (Naturverjüngung). Zur Sicherung der vielfältigen Waldfunktionen und zur Erhöhung der Baumartenvielfalt sind für 2026 aber Pflanzungen von 1500 kleinen Bäumen wie Hainbuchen, Elsbeeren, Baumhasel und Speierling an mehreren Orten geplant.