Die Inbetriebnahme der erweiterten Holzhackschnitzelanlage im Gewann Bleichewiese in Hüfingen ist im Frühjahr 2026 vorgesehen. Foto: Rainer Bombardi

Ein neuer Kessel für die Holzhackschnitzel-Anlage soll für Hüfingen mehr Klimaneutralität bringen. Es gibt aber auch Zweifel an der Zukunftsfähigkeit.

Die Holzhackschnitzel-Anlage der Stadt Hüfingen soll mit einem weiteren Kessel auf der Bleichewiese erweitert werden. Das hat der Gemeinderat jüngst entschieden.

 

Dieser Beschluss bringt die Stadt auf ihrem Weg hin zur angestrebten Klimaneutralität einen großen Schritt voran. Die Baugenehmigung ist inzwischen eingetroffen.

Da auch die Biogasanlage Faller einige Neuerungen erfuhr, sichert die mit Öl und Gas betriebene Kesselanlage inklusive Blockheizkraftwerk (BHKW) in der Lucian-Reich-Schule das bestehende Nahwärmesystem in zunehmendem Maß für den Fall einer Betriebsstörung ab. Die Fachplaner vom Büro Ledwig und Partner zeigten auf, dass der Anteil der erneuerbaren Energie an der Zusammensetzung der Fernwärmeerzeugung in Hüfingen seit 2021 um 17 Einheiten auf aktuell 63 Prozent zugenommen hat.

Gas- und Ölverbrauch sinkt

Parallel reduzierte sich der Gas- und Ölverbrauch von 33 auf 24 Prozent. Der Wärmeanteil, den das BHKW aus nicht erneuerbaren Energieträgern erzeugt, reduzierte sich von 30 auf vier Prozent.

Bürgermeister Patrick Haas sprach von einigen guten Entscheidungen, die der Gemeinderat in der Vergangenheit in Bezug auf die Transformation zur klimaneutralen Gemeinde traf. „Wir werden noch einige mehr treffen müssen.“

Nachhaltige Energie

SPD-Fraktionschefin Kerstin Skodell verwies darauf, dass der bereits 1997 eingeschlagene Weg zur Nutzung alternativer Energieformen richtig war. Daniel Bucher, CDU, stimmte zu: „Wir unterstützen vor Ort die Versorgung mit nachhaltigen Energieträgern.“

Weniger Begeisterung für die Erweiterung der Anlage auf der Bleichewiese zeigte Peter Albert von der Liste für Bürgerbeteiligung und Umweltschutz (LBU). „Ich habe mehrfach darauf hingewiesen, dass ich diese Maßnahme für nicht zukunftsfähig erachte. Deshalb stimme ich dagegen“, sagte er.

Michael Steinemann, Fraktionssprecher Freies Forum, befürwortete im Namen seiner Fraktion die Erweiterung. Aktuell sind 160 Grundstücke an das Fernwärmenetz angeschlossen. Nach der Erweiterung können 60 hinzukommen.