Der Autor Michail Krausnick hat sich mit dem Schicksal der sogenannten „Zigeuner“ der Schwäbischen Alb in den Tagen der Naziherrschaft befasst. Foto: Rapthel-Kieser

Der Verein Pro Sinti und Roma und die auch in Burladingen ansässige Familie Reinhard laden zu einer Gedenkveranstaltung in den Pfarrsaal von St. Fidelis ein.

„80 Jahre danach – Der Holocaust auf der Schwäbischen Alb. Sinti erinnern sich“, heißt eine öffentliche Gedenkveranstaltung des Vereins „Pro Sinti und Roma“ und der Familie Reinhardt. Sie wird am Freitag, 26. September, von 17 bis 19 Uhr im Pfarrsaal der St.-Fidelis-Kirche in Burladingen stattfinden.

 

Im Mittelpunkt stehen die Erinnerungen von württembergischen Sinti-Familien, die während der NS-Zeit auf der Schwäbischen Alb verfolgt wurden. Christine Reinhardt, Tochter von Lolo Reinhardt (1932–1994), ist selbst in Burladingen aufgewachsen und gehört zur zweiten Generation der Sinti, die sich an den Holocaust erinnern.

Verfolgt und diskriminiert bis in die 1980er Jahre

In einem Gespräch wird sie über den langen Schatten der Verfolgung und über die Erinnerung an ihren Vater sprechen. Die Verfolgung der Sinti und auch der Roma in Deutschland habe auch nach 1945 bis in die 1980er Jahre in der Bundesrepublik Deutschland nicht geendet.

Das habe auch der Bericht der von der Bundesregierung einberufenen Unabhängigen Kommission „Antiziganismus“ im Jahre 2021 festgestellt, heißt es in einer Pressemitteilung.

Um die Machtmechanismen des NS-Apparats, die Verfolgung auf der Schwäbischen Alb von Sinti und die Internierung von Sinti und Roma in den KZ-Außenlagern von Tübingen bis Rottweil zu verstehen, wird Franz-Elias Schneck als Sinto der dritten Generation zunächst einen Vortrag halten. Darin wird er neben der allgemeinen Verfolgung ebenso eigene Familienüberlieferungen seiner Familie aus Deilingen (Großer Heuberg) bei Tuttlingen schildern.

In KZ-Außenanlagen interniert und getötet

Erinnert wird an die Verbrechen der Vergangenheit, und darüber hinaus soll den Nachfahren mehrerer Generationen ihre Stimme zurückgegeben werden. „Es sind Perspektiven aus der Community selbst, die gehört werden müssen, um für eine demokratische Welt einstehen zu können“, heißt es in der Pressemitteilung des Vereins Pro Sinti und Roma. Die Gedenkveranstaltung wird musikalisch begleitet.