Am 27. Januar wird der Holocaust-Gedenktag begangen. Oberbürgermeister Adrian Sonder beteiligt sich in diesem Jahr an der Kampagne #WeRemember, um ein Zeichen gegen zunehmenden Antisemitismus und aktuelle Vorkommnisse in Großstädten und an Hochschulen zu setzen.
Oberbürgermeister Adrian Sonder beteiligt sich an der Kampagne #WeRemember zum Holocaust-Gedenktag am 27. Januar. Zur Teilnahme an der Kampagne in den Sozialen Medien ruft der Jüdische Weltkongress (WJC) auf. Er will damit eine Botschaft gegen die zunehmende Judenfeindlichkeit senden und einen Beitrag zur Holocaust-Aufklärung leisten, schreibt die Stadt in einer Pressemitteilung. Im Fokus der diesjährigen Aktion stehen die Überlebenden des Massenmords an den Juden in Europa während des Zweiten Weltkriegs.
„Wir können und werden es nicht hinnehmen, das Menschen jüdischen Glaubens in Deutschland und in anderen Ländern verfolgt, bedroht, verhöhnt, schikaniert und angegriffen werden“, wird Sonder darin zitiert. Auch eine Relativierung der Judenvernichtung, ob nun durch Populisten oder durch religiös-politische Fanatiker, dürfe nicht widerspruchslos bleiben.
Jüdische Familien in Freudenstadt
Szenen aus Großstädten, vor allem Berlin, und besetzten Hochschulen machten ihn fassungslos. „Das ist unerträglich und hat mit freier Meinungsäußerung für mich nichts mehr zu tun“, so der OB.
Auch in Freudenstadt gab es einst jüdische Familie, die als Kaufleute, Hotel- und Pensionsbetreiber oder Viehhändler tätig waren. Nahezu alle waren jedoch bereits vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten weggezogen oder verließen die Stadt 1933. Einige emigrierten, andere von ihnen wurden ermordet, wie Quellen aus dem Stadtarchiv belegen.
Carl Beer überlebte den Holocaust
Leopold Fellheimer, Optik-Großhändler, blieb in der Stadt. Er war zwar Repressalien unterworfen, wurde jedoch nicht deportiert. Er starb am 25. November 1941 im Alter von 81 Jahren eines natürlichen Todes.
Der Hausarzt und Lungenspezialist Carl Beer, der aus einer jüdischen Familie stammte, überlebte den Holocaust. Seit Sommer 2023 erinnert eine Gedenktafel am Gebäude Marktplatz 63 an ihn. Dort hatte er seine Praxis. Obwohl bereits 1910 zum Christentum konvertiert, wurde Beer von den Nationalsozialisten aufgrund seiner Herkunft drangsaliert und zeitweise ins Konzentrationslager Dachau deportiert.