Mit hartem Rock heizte die Band Sheffield in Wurmlingen ein. Foto: Straub

Beim alten Gipswerk in Wurmlingen gab es harten und melodischen Rock von drei Bands auf die Ohren.

Zwei halboffene Hallen, hinter der Bühne Brennholz in Gitterboxen: Einen fast schon verlorenen Ort am Wurmlinger Ortsrand in Richtung Pfaffenberg belebten gleich drei Konzerte. Nach der erfolgreichen Premiere des „Holly Plaster“ im alten Gipswerk im vergangenen Jahr kamen neulich noch mehr Besucher.

 

Als die Hauptband „Burnout Grannys“ aus Österreich am späten Abend loslegte, waren auf dem Gelände 400 Leute versammelt. Viele kannten sich ganz offensichtlich und immer wieder war zu hören: „Bis du auch da“ – Rockfans aus der näheren Umgebung, aber auch aus Tübingen, Mössingen und Hechingen.

Mit wilder und lauter Musik brachten die Musiker das Publikum zum Tanzen. Sänger Christoph präsentierte Lieder wie „Feeling to Rock“ und „Wake up with Giulia“ im klassischen AC/DC-Sound mit markanter, rauchiger Stimme. Zwischendurch spuckte er Feuer und holte Besucher zum Mitsingen auf die Bühne – eine überzeugende Live-Rockshow.

Halle umgebaut

2016 kaufte der Wurmlinger Ralf Biesinger die Halle im vorderen Bereich und baute sie um. Einen Teil nutzt er selbst für den nebenberuflichen Holzhandel, einen Teil vermietet er. „Wir haben schon den Christbaumverkauf hier gemacht und Partys für Freunde und Bekannte, aber vor dem Holly Plaster noch nie in dieser Dimension“, so Biesinger. Immer wieder seien Leute mit Ideen für Veranstaltungen auf ihn zugekommen. Sein ebenfalls in Wurmlingen wohnhafter Kumpel Uwe „Crazy“ Frank überzeugte ihn schließlich. Frank ist ein erfahrener Veranstalter von kleineren Musikfestivals.

Und er hat viele Kontakte. So holte er als erste Gruppe die Band Kliff Hänger, die sich im Rottenburger Jugendhaus formiert hat und bereits am frühen Abend trotz Hitze gut 100 Zuhörer anzog. Sie heizte mit Hardrock und Metal ein, etwa einer Coverversion von Judas Priests „Breaking the Law“. Um die Technik kümmerte sich Sven Klose vom Jugendhaus am Mischpult.

„Dirty Foo Fighters“

Die nächsten Anwohner sind ein gutes Stück entfernt. Zudem schirmten Holz und Halle den Schall ab, so dass von der Straße aus zunächst kaum etwas zu hören war. Die drei Musiker von Sheffield erhöhten als zweite Band mit hartem Rock allerdings die Lautstärke deutlich. Abenteuerlustig und experimentierfreudig bezeichnen sie sich selbst als „Dirty Foo Fighters“. Das ließ die Richtung ihrer Musik erahnen. Zu ihrem eigenen vergleichsweise melodischen Lied „Mirrors“ haben sie ein aufwendiges Video produziert, das im kommenden Monat veröffentlicht werden soll.

Spenden für die Bands

Veranstalter Biesinger verlangte keinen Eintritt, für die Bands gab es eine Spendenkasse. „Bei einem Bierpreis von 3 Euro machen wir hier bestimmt keinen Reibach“, so Biesinger. Das sei ihm von Neidern unterstellt worden. „Das Wichtigste ist, dass alle Spaß haben.“ Das ermögliche der „familiäre“ Charakter. Er selbst servierte mit Familienangehörigen und Freunden kühle Getränke, der Adler-Wirt bot Pizza an. Im kommenden Jahr soll es erneut ein „Holly Plaster“ im alten Gipswerk geben.