Das Zementwerk der Firma Holcim in Dotternhausen Foto: Archiv/Marschal

Ein Vertreter der Firma Holcim hat dem Gemeinderat einen Überblick zu aktuellen Themen gegeben: Zur Süderweiterung, zur Rekultivierung und einem wasserrechtlichen Antrag. Einige Fragen, etwa zu Filtertechnik, blieben unbeantwortet.

Es ist eine Abmachung, die schon seit Jahren besteht: Einmal jährlich besuchen Vertreter der Gemeinde die Firma Holcim, einmal steht ein Zementwerk-Vertreter dem Gemeinderat Rede und Antwort. Aus diesem Grund hielt das Gremium am Mittwochabend eine Sondersitzung ab, in der sich alles rund um Holcim drehte.

 

Rudolf Suppes, bei Holcim für die Gewinnungsbetriebe verantwortlich, stand den Gemeinderäten Rede und Antwort. Wobei die Antwort eher dürftig ausfiel. Die Gemeinderäte stellten einige Fragen zur Filtertechnik, geplanten Investitionen, zur Produktion und welche Auswirkungen die jeweiligen Bereiche auf die Gemeinde unterm Plettenberg haben. In den meisten Fällen lautete seine Antwort, dass er die Fragen für den Werksleiter Dieter Schillo mitnehmen wird und diese zu einem späteren Zeitpunkt beantwortet werden.

Wasserrechtliche Erlaubnis mehrheitlich erteilt

„Ich weiß so viel wie vorher“, stellte Gemeinderat Philipp Kopp fest. Auch Gemeinderat Wolfgang Wochner äußerte seine Enttäuschung über den Gesprächsverlauf. „Es ist wichtig zu wissen, was in Dotternhausen passiert, damit wir finanziell planen können“, sagte er mit Blick auf die anstehenden Haushaltsberatungen.

Einige Fragen konnte Suppes jedoch in seiner Präsentation zu aktuellen Holcim-Themen vorweg nehmen oder direkt beantworten.

Wasserrechtliche Erlaubnis erteilt

Ein zentraler Punkt war der Antrag von Holcim auf Verlängerung der wasserrechtlichen Erlaubnis zur Entwässerung der Dachpappenanlage inklusive des Vorplatzes, über welche die Gemeinderäte in dieser Sitzung beraten mussten. Die Genehmigung wurde 2009 auf 15 Jahre erteilt und läuft zum Jahresende aus. „Im Prinzip ist es eine Verlängerung“, erklärte Suppes. Die Anlage dient dazu, den Ölschiefer unter der Halle zu befeuchten. Die Gemeinderäte stimmten mehrheitlich zu, allerdings unter der Voraussetzung, dass die zugrundeliegenden Gutachten nach wie vor dem heutigen Stand von Recht und Technik entsprechen.

Im Januar einreichen

Detailliert ging Suppes auf den Antrag auf Süderweiterung ein. Dieser wurde 2018 eingereicht und befinde sich seither „im schwebenden Zustand“, wie Suppes berichtete. Im Januar wolle Holcim den überarbeiteten Plan einreichen. Dieser umfasse hunderte Seiten an Informationen und aktuelle Gutachten. Wenn alles ohne Verzögerung ablauft, rechnet Holcim mit einem Erörterungstermin im November und der Genehmigung im Frühjahr 2026. Abbaubeginn könnte idealerweise im Jahr 2027 sein, wohl wissend, dass der Zeitplan „sportlich“ ist.

Suppes betonte auch, dass der Antrag lediglich die neuen Unterlagen enthält und nicht diese von 2018. „Die neuen Gutachten reichen aus, um das Vorhaben zu verstehen“, stellte er klar.

Spätestens 2029 mit dem Südabbau beginnen

Gemeinderat Marcus Eichstädt wollte wissen, was die „Worst-Case-Zeitschiene“ wäre: „Spätestens 2028, 2029 müssen wir mit dem Südabbau beginnen, um die Qualitätsmischung bis 2035 fertigen zu können“, antwortete Suppes.

Könne das Straßberger Schotter-Teufel-Werk, das seit 2021 Tochterunternehmen von Holcim ist, da nicht in die Bresche springen? Dazu gab es von Suppes keinerlei Informationen, auch nicht, wie es bei Schotter Teufel weitergeht. In der vergangenen Woche sei bekannt geworden, dass Holcim dort eigenen Angaben zufolge Strukturanpassungen vornehmen werde, aus Mitarbeiterkreisen hieß es, dass Arbeitsplätze auf dem Spiel stünden.

Suppes zeigte, wie die Rekultivierung des Steinbruchs voranschreitet. Das Fazit: Die bereits ergriffenen Maßnahmen würden von Flora und Fauna gut angenommen werden, doch was noch fehlt, sei die Zeit. Heiden und Wälder entwickelten sich nun mal nicht innerhalb weniger Jahre.

Gespräche im Januar

Er gab auch einen Ausblick zu Punkten, über die man sich im Januar mit Werksleiter Schillo besprechen müsste: Die Antworten von Holcim auf die Einwendungen der Gemeinde, die Erläuterung des Wassermonitoringkonzepts, das seit 2021 läuft, sowie die Erklärugn der Inhalte des großen wasserrechtlichen Antrags.

Dann erhoffen sich die Gemeinderäte auch Antworten auf die Fragen, zu denen sie an diesem Mittwochabend vertröstet wurden.