Die Holcim-Mitarbeiter – im Vordergrund Werksleiter Dieter Schillo – stehen interessierten Bürgern Rede und Antwort. Foto: Breisinger

Über den aktuellen Stand im Hinblick auf die firmeneigene Seilbahn informierten die Verantwortlichen von Holcim die Dotternhausener Bevölkerung am Freitag. Die Veranstaltung fand vor der Stütze sieben statt.

Dotternhausen -  Nachdem die neue Seilbahn aufgrund der hohen Lärmbelästigung bei den Dotternhausenern für großes Unbehagen gesorgt hatte, hat Holcim seitdem einige Verbesserungsmaßnahmen durchgeführt. "Die Masten im unteren Teil wurden mit Kies gefüllt und im oberen Teil mit Isoliermatten ausgestattet, um die Brummfrequenz zu verringern", erläuterte Holcim-Werksleiter Dieter Schillo die bereits betätigten Arbeiten und betonte: "Die neue Konstruktion funktioniert, auch deren Sicherheitsmechanik, die für uns oberste Priorität hat."

Die Brummfrequenz der Loren sei hingegen weiterhin zu hoch, da müsse noch nachgebessert werden, gab Schillo zu. "Und an Stütze sieben wird es noch eine komplette Einhausung geben, weil die Rollen dort noch Klappergeräusche machen. Diese Arbeiten werden bis Februar erledigt sein."

"Die Probleme kamen auch für uns überraschend, denn normalerweise haben wir kompliziertere Anlagen, die wir im Griff haben", meinte Schillo am Freitag. "Es wäre natürlich das Einfachste gewesen, das Seil zu wechseln, aber der Hersteller konnte uns keine Garantie geben, ob es zu einer Verbesserung kommt", ergänzte Projektleiter Gerald Massini.

Dem von den Anwohnern geäußerten Wunsch, am Wochenende die Seilbahn nicht mehr laufen zu lassen, ist Holcim mittlerweile auch nachgekommen. "Auch wir möchten, dass die Anwohner an ihren freien Tagen ihre Ruhe haben. Am Samstag wird es, wenn dann überhaupt, nur Instandhaltungsmaßnahmen beziehungsweise Probefahrten geben", sagte Schillo.

Anwohner begrüßen Holcims Bemühungen

"Wir sehen, dass etwas unternommen wurde. Und im Hinblick auf die Lärmbelästigung gibt es bereits einen deutlichen, positiven Unterschied im Vergleich zu früher, auch wenn das unangenehme Mastenbrummen immer noch da ist", so Stimmen der Teilnehmer.

Den Vorwurf, dass die Seilbahn am Abend schneller laufen würde, wiegelte der Leiter Gewinnungsbetriebe von Holcim, Andreas Junginger, ab. "Wir fahren durchweg mit einer Geschwindigkeit von 4,8 Meter pro Sekunde, obwohl 5,2 Meter pro Sekunde erlaubt wären." Laut Massini sei es in Sachen Geschwindigkeit immer eine Abwägung, denn höhere Geschwindigkeit bedeute zwar mehr Lärm, aber auch eine kürzere Betriebszeit.

Momentan besitze die Seilbahn von Seiten der zuständigen Landesbergdirektion Freiburg seit Ende Oktober für die nächsten drei Monate nur eine eingeschränkte Betriebserlaubnis, da Maßnahmen – insbesondere zum Lärmschutz – noch zu erfüllen seien. "Es dauert definitiv zu lange für die Freigabe, aber die Behörden haben Angst, Fehler zu machen, und rechnen alles zehn Mal durch", erklärt Schillo diesen Aspekt näher.

Der Werksleiter versprach zudem Transparenz: "Wir haben nichts zu verstecken, gerne darf tiefer in unsere Planungen reingeschaut werden. Und der eine oder andere kann auch gerne bei den neuen Messungen im März mit dabei sein."

Am Ende zogen beide Seiten ein positives Fazit des Bürgergesprächs. "Wir alle haben das Anliegen, gut miteinander auszukommen. Ich bin guter Dinge, dass wir es hinbekommen, dass für uns die Lärmbelästigung geringer wird und Holcim seine Arbeiten durchführen kann", so ein Anwohner im Anschluss.

"Es war sehr konstruktive Kritik, jeder hat sachlich geredet und seinen Standpunkt dargelegt", bilanzierte Schillo. "Ich bin dankbar, dass das Verständnis und die Geduld weiterhin da sind. Die Leute haben gesehen, dass es nicht an unserem Willen, sondern an gewissen Zwängen liegt, dass ein endgültiges Ergebnis noch nicht da ist."