Der bekannte Fernsehkoch Frank Rosin greift den heutigen Pächtern des Vereinsheims des FC Auggen bei der Neuausrichtung unter die Arme.
Frank Rosin war in den vergangenen zwei Wochen mit seinem Drehteam in Auggen zu Gast. In seiner Kabel-eins-Sendung „Rosins Restaurants“ hilft der Sternekoch seit 17 Jahren Gastronomen, bei denen es nicht rund läuft oder die finanziell in eine Schieflage geraten sind.
In Auggen im Mittelpunkt stand nun das Ehepaar Tony und Sandra Isemi, das seit Sommer 2024 die Sonnbergstube vom Verein gepachtet hat. Doch die Bewerbung für die TV-Sendung sei bereits vorher erfolgt, berichtet Mike Muser, Vorsitzender des FC Auggen. Das Clubheim habe vor etwa zwei Jahren durch einen vorangegangenen Pächterwechsel ernsthafte Probleme gehabt, denen der Vereinschef begegnen wollte.
Da es unerwartet zu weiteren Wechseln kam, wurde das Projekt erst einmal auf Eis gelegt. Zum Jahreswechsel kam es laut Muser erneut zum Kontakt mit der „guten Seele“ der Produktion, Steffi Rinderspacher: „Wir hatten immer wieder Kontakt. Und nun war nochmals die Anfrage, ob das Projekt noch aktuell ist.“ Nach Rücksprache mit dem Pächterehepaar sagte Muser zu.
Sendetermin steht noch nicht fest
Es folgten erste Besuche des Fernsehteams. „Es geht um das Lokal, die Wirte und ob sie auch eine gute, erzählbare Geschichte haben“, sagt Redaktionsleiterin Svenja Ganser. Executive Producer Thomas Furch ergänzt: „Die Betreiber müssen bereit sein, sie müssen wollen und anpacken können.“ Vor Publikum die eigene Geschichte zu erzählen, sei nicht jedermanns Sache. Es seien Menschen in einer schwierigen Situation, die man sensibel anpacken müsse. Auch über den Sendetermin hinaus werde den Protagonisten bei Bedarf weiterhin geholfen, sagen Ganser und Furch. Ob das gelingt, bleibt allerdings offen, wie manche Beispiele zeigten, als Gastronomiebetriebe später trotz Rosins Unterstützung doch geschlossen werden mussten.
Fernsehleute, Requisiteure und Frank Rosin gaben sich die Klinke in die Hand
Los geht es immer mit einem Testessen, bei dem Rosin die Arbeitsabläufe und Qualität des Essens erfasst. Zu Beginn der Dreharbeiten waren rund 20 Menschen eingeladen – Fußballer und Vorstandsmitglieder des FC Auggen sowie andere Persönlichkeiten aus dem Winzerdorf. Wie sie das Essen bewertet haben, bleibt ebenso noch ein Geheimnis wie die anschließende Umgestaltung des Restaurants. Wann die Sendung ausgestrahlt wird, ist noch unklar.
Klar ist: An mehreren Tagen herrschte zuletzt in und um die vorübergehend geschlossene Gaststätte viel Betrieb. Fernsehleute, Requisiteure und Rosin selbst gaben sich die Klinke in die Hand. Für Rosin ist es eine Grundbedingung, dass sein Team mit den Protagonisten von Anfang an offen über „das Große und Ganze“ reden kann. Im Laufe der Produktion wird entschieden, welche Teile der Geschichte später gesendet und welche auch aus Schutz der Gastronomen nicht veröffentlicht werden.
Erfahrungen in der Vereinswelt
Auch er selbst habe als Koch und Gastronom in der Vereinswelt Erfahrungen gesammelt, sagt Rosin: „Ich weiß, worum es geht. Da braucht es Klartext zwischen Verein, Betreibern und gesellschaftlichem Umfeld.“ Es gehe dem Sternekoch deshalb nicht nur um die gastronomische Leistung, sondern auch um den Ort als Einzugsgebiet, um das Ehrenamt und vieles andere, das den Betrieb, das Angebot und am Ende die Existenz beeinflusse.
Zum großen Finale – einem Testessen mit denselben „Juroren“ zum Vergleich – kam es am Freitagabend. Tony und Sandra Isemi waren bereits nachmittags glücklich über die Erfahrung der Drehtage, die das Pächterehepaar als sehr spannend, aber auch anstrengend empfunden haben. Rosin habe viele Tipps gegeben. „Frank hat uns viel beigebracht, sowohl in der Küche als auch bei der Organisation, im Service und in der Schaffung einer angenehmen Atmosphäre“, sagt Tony Isemi.
Die Räume wurden umgestaltet, größtenteils auf Kosten von Kabel eins. Dafür zeichnete der Raumausstatter Florian Kogler, Mitglied der Produktionscrew, verantwortlich. Das Interieur hat sich deutlich verändert. Bei den Arbeiten hätten zahlreiche Auggener ehrenamtlich mitangepackt, betont Muser. Auch bei den Geräten in der Küche gab es Neuerungen, die der Verein selbst finanziert hat.
Für eine „Vereinskneipe auf hohem Niveau“
Rosin macht deutlich: „Die Pächter und der Verein haben sich Gedanken gemacht, sie werden vieles verändern im Umgang mit dem Publikum.“ Rosins Ziel sei es gewesen, gemeinsam eine „Vereinskneipe auf hohem Niveau“ zu entwickeln. Ob das geklappt hat, wird die Sendung zeigen – und die Zukunft.