Schön steht sie da, die Bisinger Hohenzollernhalle. Ihr „Innenleben“ aber bedarf der Sanierung. Foto: Hegele

Infrastruktur Sanierung tut not! Bisingen muss für sein in die Jahre gekommenes „Wohnzimmer“, die Hohenzollernhalle, über eine Million Euro in die Hand nehmen.

Kommen Immobilien in die Jahre, werden sie gerne „anfällig“. Davon weiß jeder Eigenheimbesitzer zu berichten. Und eben auch die Kommunen. In Bisingen „zickt“ nicht erst seit gestern die Gebäudetechnik der Hohenzollernhalle. Kein Wunder, ist das „Wohnzimmer“ der Gemeinde doch schon über 40 Jahre alt.

 

Dringender Handlungsbedarf besteht bei der Heizungs- und Lüftungsanlage. Erstens will man nicht zuwarten bis zum erwartbaren Ausfall, zweitens entsprechen beide Anlagen nicht mehr den gesetzlichen Anforderungen. Es besteht also Handlungsbedarf. Darüber zu befinden hat am kommenden Dienstag, 18. November, der Bisinger Gemeinderat.​

Es ist viel zu tun

Die angezeigte Sanierung gestaltet sich komplex und teuer – in Summe geht das Bauamt von Kosten in einer Größenordnung von 1,5 Millionen Euro aus. Im nächstjährigen Haushaltsplan soll das Projekt mit 1,2 Millionen Euro berücksichtigt werden. Was im Einzelnen zu tun ist? Eine Menge!

Wobei die Arbeiten abzustimmen sind mit den Hallenveranstaltungen. Aus diesem Grund nimmt die Verwaltung den Sommer 2026 ins Visier – was auch aus Witterungsgründen Sinn macht. Vor allem aber haben neue Lüftungsgeräte lange Lieferzeiten.

65 Prozent erneuerbare Energien

Zurück zu den notwendigen Arbeiten. Zum einen gibt das Gebäudeenergiegesetz vor, dass eine Heizungssanierung zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien umgesetzt werden muss. Des Weiteren ist es künftig nicht mehr möglich, die Heizungs- und Lüftungsanlage in einem Heizraum unterzubringen. Es bedarf also der räumlichen Trennung. Auch müssen neue Lüftungsanlagen mit einer Wärmerückgewinnung ausgestattet sein – wofür es mehr Fläche braucht (als ihn die alte benötigte).

Kegelbahnen sollen bleiben

Heißt: Für die neue Technik, Heizung und Lüftung braucht es deutlich mehr Platz als bisher. Das wiederum macht es notwendig, Flächen der Kegelbahn zuzuschlagen. Darüber hinaus gilt es, die beiden großen äußeren Installationsschächte (in der Kirchgasse) in die Räume für die neue Heizungs- und Lüftungstechnik mit einzubeziehen.

Die vier Kegelbahnen im Untergeschoss der Hohenzollernhalle, die, man erinnere sich, durch das Hochwasser im Mai 2024 stark in Mitleidenschaft gezogen worden waren, sollen weiter betrieben werden können. Wobei sich ihr Vorraum verkleinern würde. Ein Ausgleich geschaffen werden könnte gegebenenfalls im Bereich des ehemaligen Gastraums.

Grundsätzlich zu klären gilt es, darauf verweist die Verwaltung, ob die Kegelbahnen erhalten werden sollen. Nach Rücksprache mit dem Kegelverein sei das mit Ja zu beantworten. Zumal der Wiederaufbau der hochwassergeschädigten Bahnen von der Versicherung übernommen würde. Erwähnenswert ist das insofern, als einzig durch die Stilllegung der Kegelbahnen die für die Hohenzollernhalle zu knapp bemessene Lagerkapazität angepasst werden könnte.

Die Halle als Wärmeinsel

Richten wir den Blick wieder auf die notwendige neue Heizungs- und Lüftungstechnik. Die neue Heizung ist als Hybridlösung aus einer Luftwärmepumpe (für die Grundlast) und einer Gasheizung (für die Spitzenlast) geplant. Einen Gashausanschluss gibt es bereits.

Im Notfall, bei einem flächendeckenden Stromausfall oder einer Naturkatastrophe, soll die Hohenzollernhalle (für die Bevölkerung) als sogenannte Wärmeinsel mit Notstrom versorgt werden können.​

Handlungsbedarf auch im Restaurant

Gastronomie
Für das an die Hohenzollernhalle angeschlossene Restaurant „Mare Blu“ gibt es absehbar ebenfalls Sanierungsbedarf. Noch werden die Industrieküchengeräte über einen Flüssiggas-Erdtank (im Biergarten) versorgt. Der ist auch noch vom TÜV abgenommen und ohne Mängel. Allerdings soll der Weiterbetrieb des Tanks nicht mehr lange möglich sein. Deshalb ist angedacht, die Küchengeräte zukünftig über den Gashausanschluss, an dem auch die Heizung hängt, zu nutzen. Dafür müssen verschiedene Versorgungsleitungen im Untergeschoss neu angebunden werden.