Erika Lukoseviciute ist seit dem vergangenen Jahr Konrektorin an der Hohenbergschule in Ebingen. Foto: Benjamin Roth

Erika Lukoseviciute ist neue Konrektorin an der Ebinger Hohenbergschule. Trotz Bildungsreform bleiben Perspektiven, unter anderem unterstützt vom Startchancen-Programm.

In ihr erstes volles Schuljahr als neue Konrektorin ist Erika Lukoseviciute im vergangenen Juni an der Hohenbergschule gestartet. Sie ist an der Ebinger Werkrealschule keine Unbekannte. Seit dem Jahr 2009 hat die gebürtige Litauerin an der Hohenbergschule unterrichtet und damals bereits mit dem heutigen Rektor Ertekin Avcilar als Kollegen kennengelernt. Später trennten sich ihre Wege: Nachdem Erika Lukoseviciute aus einer Elternzeit zurückkam, war die Hohenbergschule personell gut besetzt und sie fand an der Onstmettinger Schillerschule eine neue Stelle für rund zehn Jahre.

 

Nach den vergangenen Pfingstferien wechselte sie wieder nach Ebingen – und füllt nun die zuvor vakante Position der Konrektorin aus. Der Wunsch, an die Hohenbergschule zurückzukehren, habe grundsätzlich bestanden: „Daher habe ich mich gezielt auf die Stelle beworben“, betont Lukoseviciute. „Es ist wie ein Nachhausekommen. Einige Kollegen sind von meiner ersten Zeit in der Schule noch bekannt.“

Erzieherischer Ansatz im Fokus

In ihrem neuen Amt möchte sie die Ziele der Hohenbergschule weiterverfolgen. Bedeutet: Den Fokus auf den erzieherischen Bereich der Schüler und deren individuelle Förderung legen. Das Ansinnen müsse es sein, die Schüler bestmöglich auf die Berufswelt vorzubereiten.

Dass der Werkrealschulabschluss im Zuge einer Bildungsreform ab dem Jahr 2030 wegfällt, nimmt Erika Lukoseviciute gelassen hin: „Wir sehen, dass die Schüler für diese Schulart nach wie vor da sind.“ Derzeit besuchen über 280 Schüler die Hohenbergschule. „Die Kinder, die zu uns kommen, fühlen sich wohl“, verdeutlicht die neue Konrektorin. Nach dem Wegfall der zehnten Klasse durch die Bildungsreform gebe es für die Hohenbergschüler nach wie vor die Chance, nach der neunten Klasse beispielsweise auf die Berufsfachschule zu wechseln.​

Dazu wird die Hohenbergschule nach der Schließung der Haupt- und Werkrealschule der Onstmettinger Schillerschule die einzige Werkrealschule im Kreis sein, die auf dem grundlegenden G-Niveau unterrichtet. Bange um sinkende Schülerzahlen ist der Schulleitung daher nicht. Politische Entwicklungen könne man ohnehin nicht vorhersehen. Die Grundstimmung bleibe daher optimistisch. „Wir müssen die Stellschrauben drehen, die wir beeinflussen können.“

Und dabei bekommt die Hohenbergschule in den nächsten zehn Jahren Unterstützung vom Startchancen-Programm mit Fördermitteln von Land und Bund. Dieses basiert auf Säulen: 1,1 Millionen Euro gibt es insgesamt für die Schaffung einer lernfreundlichen Umgebung. Zum Beispiel: der Umbau und die Modernisierung von Unterrichts- und Fachräumen, die Anschaffung moderner Lehr- und Lernmittel sowie Maßnahmen zur Verbesserung der digitalen Infrastruktur.

Vision wird erarbeitet

Weiter erhalten die Startchancen-Schulen pro Schuljahr rund 140.000 Euro unter anderem für Personal- und Sachkosten. Bewerben können sich die Schulen für das Startchancen-Programm jedoch nicht; das Kultusministerium wählt anhand von Daten aus.

Wie soll das Geld an der Hohenbergschule eingesetzt werden? „Schnellschüsse wird es keine geben. Wir arbeiten derzeit mit dem Kollegium an einer Schulvision“, informiert das Schulleitungsduo. Bis Juni will man sich Ziele setzen, wohin der Weg gehen soll. Fest steht, dass man weiter auf der Suche nach pädagogischen Assistenzkräften sei, die einzelne Schüler aus dem Unterricht rausnehmen und diese individuell fördern.

Vertrauensvoll sei hierbei auch die Zusammenarbeit mit der Stadt Albstadt, die Schulträgerin der Hohenbergschule ist. Wünsche wie eine neue Schulküche seien in der Vergangenheit erfüllt worden; das denkmalgeschützte Gebäude sei grundsätzlich gut ausgestattet und gepflegt.

Den Weg mit dem Startchancen-Programm gestaltet nun auch die neue Konrektorin Erika Lukoseviciute mit. Die frühere Profihandballerin – unter anderem bei mehreren Vereinen in der Handball-Bundesliga aktiv – war in ihrer pädagogischen Laufbahn auch schon an einem Gymnasium tätig und kennt den Unterschied zur Werkrealschule. Bezüglich der Hohenbergschule sagt sie explizit: „Die Vielfalt unserer Schüler ist eine Stärke.“ Sie will auch zukünftig das Wohl der Kinder in den Vordergrund rücken.

Handyverbot an der Hohenbergschule​

In den Medien
 wird immer wieder von Problemen an Schulen durch „soziale Medien“ berichtet. An der Hohenbergschule habe man diesbezüglich verhältnismäßig wenig zu tun. „Es gibt ein Handyverbot für alle Klassen“, informiert Schulleiter Ertekin Avcilar. Vor Unterrichtsbeginn werden die Smartphones der Schüler in einer Handybox abgegeben und erst wieder zur Mittagspause herausgegeben. Die Eltern seien damit einverstanden. Der Umgang mit „sozialen Medien“ werde zudem in den Klassen behandelt. Bei Verstößen gegen das Handyverbot werden Sanktionen ausgesprochen. „Wir können nicht alles kontrollieren, schon gar nicht in der Freizeit der Schüler.“ Dennoch versuche man, den Kindern möglichst viel für Zuhause mitzugeben.