Großflächig gebrannt hat es in diesem Monat schon auf dem Gebiet der Gemeinde Baiersbronn. Die Waldbrandgefahr im Landkreis ist nach wie vor hoch. (Archivfoto) Foto: Feuerwehr Baiersbronn

Der Waldbrandgefahrenindex für den Kreis Freudenstadt liegt bei Gefahrenstufe vier von fünf. Dass Brände sogar ohne böse Absichten entstehen können, liegt auch am Unwissen über den Umgang mit Feuer.

Kreis Freudenstadt - Die außergewöhnliche Hitze führt zu einer großen Trockenheit in der Region. Damit erhöht sich auch die Gefahr für Waldbrände. "Der Waldbrandgefahrenindex für den 11. August 2022 wurde vom Deutschen Wetterdienst für den Kreis Freudenstadt mit der Gefahrenstufe vier von fünf eingestuft", so Frank Jahraus, der Kreisbrandmeister in Freudenstadt. Gefahrenstufe vier bedeutet, es liegt eine "hohe Gefahr" für Waldbrände vor.

Hantieren mit Feuer, sowie grillen und rauchen im Wald sei jedes Jahr von Anfang März bis Ende Oktober verboten. "Viele Menschen wissen das leider nicht", beklagt Jahraus. In diesem Jahr sei schon mehrfach darauf hingewiesen worden. Auch das Grillen an öffentlichen Grillplätzen sei in diesem Jahr ausdrücklich verboten worden.

Offenes Feuer im Wald

Dennoch gibt es noch immer Menschen, die mit offenem Feuer im Wald hantieren. "Das ist völlig unverständlich für die Feuerwehr." Denn selbst wenn keine böse Absicht hinter diesen Taten steckt, könne dies zu verheerenden Bränden und damit großen Schäden in der Natur und Tierwelt kommen.

Außerdem stellen Feuerwehreinsätze bei Wald-, Flächen- und Vegetationsbränden eine zeitintensive und kräftezehrende Arbeit dar. "Häufig dauern solche Einsätze mehrere Stunden oder gar Tage. Es werden viele Einsatzkräfte und Feuerwehrfahrzeuge mit Löschwasser für eine effektive Brandbekämpfung benötigt." Eine solche Einsatzstelle gebe die Feuerwehr erst dann frei, wenn sichergestellt ist, dass es keine Glutnester in den betroffenen Bereichen gibt.

Für die Feuerwehr keine neue Situation

Obwohl dieses Jahr Hitze und Trockenheit allgegenwärtige Themen sind, ist das für die Feuerwehr keine neue Situation. "Es gab bereits in den Vorjahren trockene Phasen. Genauso gab es immer schon Wald- und Flächenbrände im Kreis Freudenstadt. Trockenheit mit erhöhter Brandgefahr kann es auch in trockenen Wintermonaten mit wenig Niederschlag geben." Deshalb seien die Feuerwehren gut ausgerüstet und der Situation gewachsen.

Jedoch waren die Feuerwehren im Landkreis Freudenstadt bisher schon häufiger mit Wald- und Flächenbränden beschäftigt als in den Vorjahren. Dies sei auf die langanhaltende Trockenphase zurückzuführen. "Die Gefahr vor Bränden auf Stoppel- oder Getreidefeldern verringert sich nach der Getreideernte, wenn die Ackerflächen von den Landwirten mit schwerem Gerät bearbeitet wurden."

Training in Griechenland

Der Klimawandel erhöht die Gefahr für Naturereignisse wie Vegetationsbrände erheblich. Die Feuerwehren können sich nun gezielter darauf vorbereiten. Jahraus: "Neuerdings gibt es Ausbildungsangebote für Vegetationsbrände für die Feuerwehren." Im Rahmen eines Pilotprojekts zur Waldbrandbekämpfung waren im Juli 16 Einsatzkräfte aus der Landesfeuerwehrschule in Griechenland, um speziell für Waldbrandbekämpfung zu trainieren.