Die Stadt Altensteig hat unerwartet viel mit Holzverkäufen eingenommen. Ein Grund : 2025 war ein hartes Jahr für den Borkenkäfer. Eine völlige Entwarnung für den Wald gibt es aber nicht.
Mehr als eine halbe Million Euro fließen aus dem Jahr 2025 durch die Waldwirtschaft in die Stadtkasse Altensteig. Vor allem durch den Holzverkauf wurden 1,969 Millionen Euro erwirtschaftet. Dem standen 2025 an Ausgaben 1,419 Millionen Euro gegenüber.
Geplant waren Anfang des Jahres noch 1,637 Millionen Euro an Einnahmen, an Ausgaben 1,357 Millionen. Mit dem Ergebnis von 550.000 Euro wurde das geplante von 280.000 Euro fast verdoppelt. „Das Ergebnis ist sehr erfreulich“, sagte Inge Hormel, Abteilungsleiterin des Bereichs Forstbetrieb und Jagd im Landratsamt Calw, die die Zahlen im Gemeinderat präsentierte.
Einschlag ist „fast eine Punktlandung“
Insgesamt waren 21.784 Festmeter Holz geschlagen worden, geplant gewesen waren 21.440 Festmeter – fast eine Punktlandung, wie Hormel erklärt.
Die größte Einnahmequelle, der Holzverkauf, brachte dabei 1,82 Millionen Euro ein. „Trotz schlechter Konjunktur sind die Holzpreise im Jahr 2025 kontinuierlich gestiegen“, sagte Hormel. Das liege unter anderem daran, dass Nadelholz knapp sei, außerdem ist Holz in der Baubranche sehr gefragt.
Und: Es gab weniger Schadholz, das auf den Markt geworfen wurde und so den Preis hätte drücken können. Denn 2025 war für den sonst so gefürchteten Borkenkäfer ein ziemlich schlechtes Jahr. „Der Borkenkäfer hatte im vergangenen Jahr zu kämpfen, die feuchte Witterung war nicht günstig.“ Damit gingen die Befallszahlen zurück. Und auch für 2026 hofft die Forstbehörde, dass sich das auch 2026 fortsetzt.
Doch so gut die Neuigkeiten über den Borkenkäfer in Nöten erst einmal sind: Das Klima im vergangenen Jahr war für den Wald dennoch nicht optimal. Vier von zwölf Monaten „richtig nass“, aber sechs Monate des Jahres waren eben auch zu trocken. Hormel verdeutlichte Niederschlagszahlen, Temperaturen und der Sonneneinstrahlung, immer im Vergleich zum langfristigen Mittel zwischen den Jahren 1961 bis 1990, als der Klimawandel noch nicht ins Gewicht fiel.
Alle Monate waren demnach zu warm – deutlich wärmer als die mittleren Temperaturen aus der Referenz-Zeitspanne. Und acht von zwölf Monate hatten „richtig viel Sonne“. Hormel erklärte deutlich: „Das bedeutet Stress für die Bäume.“
Dezember 2025 war (zu) sonnig
Konkret lagen alle über dem langfristigen Mittel, den Spitzenwert machte der Dezember, der satte 179 Prozent der damaligen mittleren Sonneneinstrahlung hatte. Nur drei Monate lagen 2025 unter dem Mittelwert: Der Oktober, September und der Juli.
Die Temperaturen lagen alle deutlich über den damaligen Monaten: zwischen einem Plus von 60 Prozent im Oktober und September und einem Plus von 330 Prozent im Juni. „Der Wald leidet unter den steigenden Temperaturen“, sagte Hormel.
Dass es dem Wald nicht gut gehe, sehe man etwa an der Farbgebung in den Kronen. Die seien nicht nur grün – sondern wiesen auch sehr viel hellgrün auf. Das seien Misteln. „Das sehen wir in unserem Kreis viel: Von Misteln befallene Tannen, das ist ein Zeichen für Schwäche“, ordnete Hormel ein.
Reiner Stoll, Förster aus Altensteig, zeigte deshalb die Notwendigkeit von Mischwald und Baumvielfalt auf, um den Wald als Ganzes gegen den Klimawandel zu wappnen.
Stadtrat Fabian Müller (FW) dankte den Förstern für ihre Arbeit. Der Wald sei „der größte Schatz, den wir in Altensteig haben, der nicht nur gut aussieht, sondern auch sauberes Wasser macht, saubere Luft macht, wo man sich erholen kann und der auch noch eine halbe Million abwirft.“