In Dunningen soll der dörfliche Charakter erhalten werden. (Symbolfoto) Foto: © comzeal – stock.adobe.com

Die zentrale Frage lautet: Wird Dunningen ein Dorf bleiben mit kleinen Einfamilienhäusern oder werden parallel zum Anwachsen der Bevölkerung mehr und mehr hohe Geschossbauten den Charakter der Gemeinde verändern?

Dunningen - Der Dunninger Gemeinderat stand bereits mehrfach vor diesem Dilemma. Entschieden wurde bisher jedoch von Fall zu Fall.

In der jüngsten Sitzung des Gremiums ging es um den Bebauungsplan "Brunnenäcker II". Nicht irgendein Bebauungsplan, wie man meinen möchte. Das zu überplanende Areal liegt in der Ortsmitte und umfasst rund 2,5 Hektar. Fast 30 Bauplätze sollen hier entstehen. Und die sind zwar noch nicht vermarktet, aber das wird kein Problem sein. Rund 90 Bewerber hätten gern einen der begehrten Bauplätze.

"Business as usual"

Der Bebauungsplan befindet sich im sogenannten beschleunigten Verfahren. In der Sitzung stand die Beratung der Anregungen der Träger öffentlicher Belange auf der Tagesordnung. Das heißt, etliche Behörden und Ämter haben etwas zum Bebauungsplan zu sagen, kritisieren oder geben Anregungen.

Im Falle des Brunnenäckers war das Prozedere im Großen und Ganzen unproblematisch, wie Planer Rainer Christ vom Büro BIT Ingenieure in der Sitzung sagte. Manche Anregung wurde inzwischen in das Planwerk eingearbeitet. Auch naturschutzrechtlich gibt es keine Schwierigkeiten – keine Eidechsen (es wurde gründlich gesucht), keine seltenen Vögel, alles machbar.

Die notwendige Erschließungsstraße wird ungefähr der Trasse eines bereits vorhandenen Feldweges folgen.

Lediglich eine deutliche Abgrenzung zum benachbarten Bebauungsplan "Steineleh" musste definiert werden, beide Bebauungspläne kommen sich ein bisschen "ins Gehege". Das Problem wird gelöst, indem man zwei Flurstücke aus dem "Brunnenäcker" herauslöst. Soweit also "Business as usual".

"Sättigungseffekt" beobachten

Aber natürlich stand auch wieder das Thema "Geschossbauten" im Hintergrund. Dabei gebe es im zu überplanenden Gebiet durchaus ein Areal, diese zu ermöglichen. Indem man in einer Senke mehrere Bauplätze zusammenfasst, könnten die nötigen Voraussetzungen geschaffen werden.

Das Meinungsbild nahm jedoch eine andere Wendung. So ist der eine oder andere Gemeinderat der Meinung, dass man gerade in der Ortsmitte den dörflichen Charakter der Bebauung beibehalten sollte, was hohe Geschossbauten ausschließt. Mit den mehrgeschossigen Bauvorhaben in der Schnurrenstraße, an der Rottweiler Straße und direkt gegenüber in der Grabenstraße existieren bereits solche Baukörper, die entweder gerade vollendet sind oder vor der Fertigstellung stehen.

Nun solle zunächst abgewartet werden, ob der Bedarf nicht schon für die nächste Zeit gedeckt ist, ob ein gewisser "Sättigungseffekt" eingetreten ist, so die vorherrschende Meinung im Gemeinderat.

Die wachsende Gemeinde Dunningen wird in den kommenden Jahren weitere Baugebiete erweitern oder neu auflegen. Das Thema "Geschossbauten" wird also aktuell bleiben.

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