Das Friedensschulbad in Schwenningen wird zu den Sommerferien geschlossen werden. Foto: Marull

Die Idee gibt es schon länger, doch die steigenden Energiekosten führen jetzt zum Aus des Friedensschulbads in Schwenningen, das vor allem von Schulen und Vereinen genutzt wurde. Sie sollen künftig im Neckarbad schwimmen lernen und trainieren.

Villingen-Schwenningen - Der Schwimm-Club Villingen hatte vorige Woche in der Hauptversammlung auf das drohende Aus hingewiesen. "Dagegen werden wir protestieren", hatte Vorsitzender Michael Müller angekündigt.

Es sei denn, dem Verein werden in anderen Bädern, zum Beispiel dem Neckarbad, Ersatz-Trainingszeiten angeboten. Die Wasserzeiten seien momentan ohnehin nicht ausreichend. Zum Teil trainieren 16 Kinder und Jugendliche auf einer Bahn. Bei den Jüngsten herrsche derzeit eine lange Warteliste, so Müller. "Da stehen schon Kinder vom Jahrgang 2021 drauf".

Hohe Kosten

Ein Blick zurück: Bereits 2014 war im Gemeinderat ein Aus des Friedensschulbads in Schwenningen vorgeschlagen worden. Die Idee wurde nicht weiter verfolgt. Jetzt hat sich die Lage geändert. Am Dienstag Vormittag informiert die Bäder VS (GmbH), Tochtergesellschaft der Stadtwerke, über das Aus und begründet dies wie folgt. "Stark gestiegene Energiekosten, ein Fehlbetrag von rund 200 000 Euro pro Jahr und ein Investitionsvolumen von über 400 000 Euro bedeuten das Aus für das Friedensschulbad in Schwenningen", heißt es im Wortlaut.

Viele Mängel

Und weiter: 3,4 Kilometer betrage die Entfernung zwischen dem Schwenninger Neckarbad und dem Friedensschulbad, zwischen Ausstattung und Standard der beiden Hallenbäder in Schwenningen lägen hingegen Welten. "Wir haben in den letzten Tagen und Wochen eine Bestandsanalyse im Friedensschulbad durchgeführt und hierbei sind wir auf zahlreiche Mängel gestoßen, deren Beseitigung weit über 400 000 Euro kosten würde", erklärt BVS-Geschäftsführer Gregor Gülpen einen der Beweggründe, die nun zur Schließung des altehrwürdigen Hallenbades zu Beginn der Sommerferien führt.

Zum Energiesparen aufgerufen

Aber nicht nur dringend nötige Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen hätten diesen Schritt unausweichlich gemacht, wie Gregor Gülpen weiter ausführt: "Auch die explosionsartig gestiegenen Energiepreise auf der einen Seite und der energetische Zustand des Bades auf der anderen Seite lassen keine andere Schlussfolgerung als die Schließung des Hallenbades zu. In Zeiten des Ukrainekrieges sind wir alle zum Energiesparen aufgerufen und müssen die Fakten auf den Tisch bringen und nach Lösungen suchen. Ein Fakt ist aber auch, dass wir mit dem Neckarbad in Schwenningen ein Hallenbad in unserer Stadt haben, das modernsten Anforderungen genügt und den Schülerinnen und Schülern, aber auch den Vereinen ideale Voraussetzungen bietet. Durch die Umlagerung des Schul- und Vereinssport können wir das hohe Angebot nicht nur halten, unterm Strich wird das Angebot sogar noch ausgebaut und die angebotenen Zeiten verlängert. Mit dem Neckarbad in Schwenningen haben wir ein tolles und modernes Bad, in dem die Vereine ihren Sportarten nachkommen können. Für die Schülerinnen und Schüler bietet das Neckarbad den idealen Rahmen, um das Schwimmen zu erlernen", sagt Gregor Gülpen.

Gemeinsam an einen Tisch gesetzt

Gülpen ergänzt: "Wir haben sehr hohe Ansprüche an Service und Qualität unserer Bädereinrichtungen in Villingen-Schwenningen und diesem hohen Anspruch können wir mit dem Friedensschulbad in seiner jetzigen Form nicht gerecht werden. Daher haben wir uns gemeinsam mit den Verantwortlichen der Schulen und Vereine an einen Tisch gesetzt, um eine gemeinschaftliche und die für alle Beteiligten beste Lösung aufzuzeigen und zu diskutieren."

Rückblick

Das Friedensschulbad wurde zwischen 1937 und 1940 nach Plänen des Stadtbaumeisters Karl Borzer gebaut und wurde nun seit über 80 Jahren für den Schul- und Vereinssport genutzt, zeigt die BVS auf. Neben den sanitären Anlagen, die einer kompletten Renovierung bedürfen, ist auch die Lüftungsanlage bereits seit 1997 in Betrieb und müsste nun ersetzt werden. Die sehr aufwändigen Investitionen würden zudem zu einer längeren Schließung des Friedensschulbades führen. "Nach einer ersten groben Planung würde das Hallenbad den Vereinen und Schulen für mindestens fünf Monate nicht zur Verfügung stehen." Bereits im September 2014 wurde im Gemeinderat die Schließung des Hallenbades diskutiert. Mit einem Jahresfehlbetrag von rund 200 000 Euro schlägt der Betrieb des Friedensschulbades jährlich zu Buche, verdeutlicht die BVS weiter. Ein großer Teil entfalle auf die Energiekosten. Das Hallenbad habe einen Strombedarf, der einem Jahresverbrauch von rund 40 Haushalten entspricht.