Der frühere Polizeipräsident Reinhard Renter hat ein Buch geschrieben, das zeigt, wie KI achtsam, verantwortungsvoll und selbstbestimmt genutzt werden kann.
Sie kann riesige Datenmengen erfassen, Diagnosen stellen, Texte korrigieren, Kunstwerke produzieren und sogar Beziehungstipps geben: Für viele gehört Künstliche Intelligenz (KI) mittlerweile zum Alltag, andere sind im Umgang mit ihr noch argwöhnisch oder vermeiden es ganz, sie zu nutzen. Der Hofstetter und ehemalige Polizeipräsident Reinhard Renter hat für alle, die KI achtsam nutzen wollen, ein Buch geschrieben. Darin erklärt er, wie KI sinnvoll und selbstbestimmt eingesetzt werden kann, worauf man dabei achten sollte und wie Mensch und Technik miteinander verbunden werden können.
Renter war bis 2022 Polizeipräsident von Offenburg und setzte in dieser Rolle stark auf das Prinzip der Achtsamkeit als Führungsinstrument in der öffentlichen Verwaltung. Nachdem er 2022 in den Ruhestand ging, veröffentlichte er 2024 das Buch „Achtsamkeit in der Polizei: Wege zu mehr Resilienz und Effektivität“. Gleichzeitig war Renter schon immer technikaffin und ab 2022 als sogenannter „Innovation Consultant“, also als Innovationsberater, tätig. In dieser Funktion erhielt er nationale und internationale Einblicke in Unternehmen und Behörden.
Nach der Rente wurde er Innovation Consultant
„Ich sah, wo sie technisch stehen, und nahm all das mit nach Hause. Bald kam in diesem Zusammenhang natürlich auch das Thema KI sowie deren rasante Entwicklung auf. Als Pensionär hatte ich Zeit – und was liegt näher, als sich intensiver damit zu beschäftigen?“, berichtet er im Gespräch mit unserer Zeitung.
Sein Ansatz war dabei jedoch weniger technischer Natur. Stattdessen versuchte er, sein „Steckenpferd“ Achtsamkeit mit dem Thema KI zu verbinden. „Mir ging es um die Frage, wie künstliche Intelligenz dem Menschen dienen kann. Und wie setze ich sie so ein, dass die Ergebnisse zu mir passen und für mich richtig sind?“ Dazu gehöre Hintergrundwissen, denn: „Je mehr ich über sie weiß, desto besser sind die Ergebnisse, die KI liefert“, betont Renter.
Diese Erkenntnisse wollte er weitergeben und beschloss, ein Buch zu schreiben. Wichtig war ihm, dass es keine technische Abhandlung werden sollte, sondern ein praxisnaher Ratgeber, der zeigt, wie man KI bewusst und selbstbestimmt im Alltag einsetzt. „Die Grundidee dahinter ist: KI ist ein Assistent, ein Werkzeug, das unterstützt“, führt Renter aus. Die Stichworte Achtsamkeit und Verantwortung spielten dabei eine zentrale Rolle. KI dürfe niemals das Ergebnis bestimmen und sei auch kein Gesprächspartner. „Sie ist immer Technik, kein Mensch“, betont er.
Fünf Monate benötigte Renter für das Schreiben des Buches. Die Frage, ob er dabei auch KI eingesetzt habe, beantwortet er offen mit einem „Ja“. Wie propagiert, sei sie jedoch nicht mehr als ein Mittel zum Zweck gewesen und habe seine Arbeit nicht ersetzt. „Sie hat mir geholfen, einen gleichbleibenden Stil beizubehalten. Auf Inhalte und Struktur hatte sie keinen Einfluss“, erklärt der Autor.
Zielgruppe für das Werk sind Leser ab 35 Jahren
Als Quellen nutzte er Studien sowie das Wissen, das er sich über Jahre angeeignet hatte. „Die größte Herausforderung beim Schreiben war es, mich immer wieder in die Position des Lesers zu versetzen und zu überlegen, was für ihn wichtig ist. Schließlich sollten die Kernbotschaften ankommen und der Text leicht lesbar sein. Mir ging es darum, auf Augenhöhe mit dem Leser zu sein“, erläutert Renter. Die Gliederung des Buches fiel ihm hingegen leicht. „Ich bin ein strukturierter Mensch“, sagt der Hofstetter.
Das fertige Werk wurde im Eigenverlag gedruckt, das Cover gestaltete ein Freelancer mit Fotos eines Fotografen, die Renter zeigen. Zielgruppe des Buches sind Menschen ab 35 Jahren, die den Umgang mit Künstlicher Intelligenz erlernen möchten – insbesondere jene, die noch Vorbehalte oder Ängste haben. „Ich will eine gewisse Leichtigkeit vermitteln“, betont Renter. Das Buch richte sich bewusst nicht an junge Menschen, da diese einen anderen Zugang zum Thema KI hätten als ältere Generationen.
Neben seinem Buch hält Reinhard Renter auch Vorträge zu den Themen Achtsamkeit und Künstlicher Intelligenz. Etwa einmal im Monat wird er zu entsprechenden Veranstaltungen eingeladen und gibt dort Erkenntnisse weiter, die er auch in seinem Buch zusammengefasst hat. Zudem berät er Verwaltungen, Unternehmen und Bildungseinrichtungen im Umgang mit KI. Warum er das alles macht? „Das Leben hat mir viel gegeben. Jetzt bin ich dabei, dem Leben etwas zurückzugeben“, fasst Renter seine Motivation zusammen.
Hier gibt es das Buch
Reinhard Renters Buch „Der Alltag wird leichter – mit KI“ ist zum Preis von 16,90 Euro unter anderem online auf Amazon und bei dem Buchhändler Thalia zu bekommen.