Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Hofstetten Zukunft der Landwirtschaft bereitet Sorgen

Von
Arnold Allgaier (von links), Karl Burger, Helmut Schneider und Edgar Mäntele diskutierten auch nach dem offiziellen Ende noch eine ganze Weile mit Besuchern. Foto: Störr Foto: Schwarzwälder Bote

Hofstetten (stö). Die kognitive Dissonanz des Konsumenten zeigt sich an den niedrigen Absatzzahlen von qualitativ hochwertigen Lebensmitteln. Das wurde bei der Filmvorführung "Bauer unser" in Hofstetten deutlich, zu dem die Freien Wähler eingeladen hatten. Film: Während der Verbraucher ökologisch produzierte und dem Tierwohl verpflichtete Lebensmittel fordere, werde vor dem Supermarkt-Regal zum billigsten Lebensmittel gegriffen, erklärte "Berglandmilch"-Geschäftsführer Josef Braunshofer. Der Film an sich spielt in Österreich und zeigt doch das grundsätzliche Spannungsfeld, in dem sich die Landwirtschaft heute befindet.

"Das Kernthema ist hochaktuell, es geht um Nachhaltigkeit, Regionalität und die Wertschätzung für Bauern", begrüßte Arnold Allgaier seitens der Veranstalter.

Zunächst wurde im Film die Mechanisierung und Technisierung als Quantensprung in der rasanten Entwicklung der Landwirtschaft ausgemacht, bevor drei österreichische Großbetriebe vorgestellt wurden.

Da verglich beispielsweise ein Landwirt seine Kühe mit Hochleistungssportlern, die ein optimales Arbeitsumfeld benötigen oder wurden Hühner "ausgestallt" und in Richtung Suppenhuhn verarbeitet, weil sie nach 14 Monaten nur noch 80 Prozent ihrer Leistungsfähigkeit erbrachten.

Der Tenor war klar: Der Zwang zum Wachsen oder Weichen erfasst auch den Letzten. Im krassen Gegensatz dazu porträtierte der Film kleine Biobetriebe, die sich durch ein breites Sortiment, direkten Kundenkontakt und die Selbstvermarktung behaupten. Dass deren Einkommen zu beinahe zwei Dritteln aus öffentlichen Geldern bestehe, sei allerdings eine ungute Abhängigkeit. Durch Förder-Richtlinien wäre ein fein gesponnenes Netz über die Bauern gelegt worden, in dem sie gefangen seien. Für den Handel wäre man durch dessen Eigenmarken als Lieferant austauschbar geworden, was die industrialisierte Landwirtschaft der Großbetriebe ebenso betreffe. Die Diskussion: Im Anschluss an den Film stellten sich Karl Burger (Mühlenbach) und Helmut Schneider (Wolfach) der fundierten Diskussion. "Wenn es um die Ernährung der Weltbevölkerung geht, sind kleine Betriebe unersetzlich", betonte Helmut Schneider. Die Politik mache genau das Gegenteil und unterstütze die Industrialisierung der Landwirtschaft. "Die Auflagen werden immer höher, die Kleinen können sie immer weniger erfüllen", ärgerte er sich. Er plädierte für eine Änderung im großen Stil mit Einbindung der Supermärkte.

Für Arnold Allgaier stand fest: "Der Kunde entscheidet am Regal. Wir müssen selbst unsere Ausrichtung im Konsum ändern." Silke Himmelsbach sah die Region mit eineinhalb Wochenmärkten in Haslach, dem "Kiebitz" und den Direkt-Vermarktern in den Dörfern eigentlich sehr gut versorgt.

Edgar Mäntele sah in der "Geiz ist Geil"-Mentalität eine Ursache für die Forderung nach billigen Lebensmitteln, das Weiterreichen von Verantwortung "nach unten bis ein Schuldiger gefunden ist" wurde von Peter Neumaier als eines der Probleme ausgemacht.

Nach der ausführlichen Diskussion bekannte Schneider: "Das perfekte System, mit dem die Welt rund wird, fällt mir auch nicht ein. Aber den größten Hebel haben die Verbraucher!" Und am Ende war es eigentlich nur schade, dass sich nicht sehr viel mehr Besucher zu dem brisanten Thema auf den Weg gemacht hatten.

Ihre Redaktion vor Ort Haslach

Lisa Kleinberger

Fax: 07832 9752-15

Flirts & Singles

 
 

Angebot der Woche

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.