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Hofstetten "Keine Lichtverschmutzung"

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Foto: Foto: Schwarzwälder-Bote

Der Tochtermannsberg liegt hoch über Hofstetten, die ersten Autos parken entlang der Gemeindeverbindungsstraße. Der Astronomische Verein der Ortenau (AVO) hat zur öffentlichen Beobachtungsnacht eingeladen. Im Rahmen der SchwaBo-Sommerserie wurde in diesem Jahr besonders genau durchs Teleskop geschaut und fotografiert.

Der Weg zu den Hobby-Astronomen führt entlang eines großen Maisfelds, daran anschließend erstrecken sich die Wiesen der Familie Neumaier. An diesem Samstagabend herrscht ungewohnte Betriebsamkeit in der sonst so abgeschiedenen Gegend, der laue Sommerabend verspricht beste Sichtmöglichkeit. Viele Besucher haben den Weg gefunden, aber noch sind die Mitglieder des Astronomischen Vereins mit dem Aufbau ihrer Teleskope beschäftigt.

Es ist 20.30 Uhr und viel zu hell, um schon Sterne zu sehen. Als erster Hingucker erweist sich die schmale Mondsichel, auf die Franz Schmalz sein Teleskop ausrichtet. Erstaunt stellen Besucher fest, dass sie verkehrt herum abgebildet wird, was aber seine Richtigkeit habe. Das Bild werde erst durch entsprechende Spiegelungen gedreht, "aber je weiniger optische Flächen dazwischen liegen, je besser wird das Bild", erklärt Schmalz den Blick durch sein Teleskop.

"Der Standort auf dem Tochtermannsberg liegt etwa 48 Grad Nord", erklärt Maria Lichtenberg. Sie hat das vereinseigene Dobson-Teleskop dabei. Es ist mit einem Spiegel von 20 Zentimetern Durchmesser und einer Brennweite von 1,20 Meter ausgestattet, was acht Zoll entspricht. "Je mehr Licht auf den Spiegel fällt, je mehr kommt im Okular an, je mehr sehe ich", bringt es die Fachfrau auf einen einfachen Nenner. Anhand einer manuell zu bedienenden Kosmos-Sternenkarte erklärt sie die Sternbilder, die im Laufe der Nacht zu sehen sein werden: "Mit der Dunkelheit wird ›Vega in der Leier‹ als hellster Stern zu sehen sein, morgens gegen halb fünf wird es ›Sirius im großen Hund‹ sein. Außerdem haben wir ›Deneb im Schwan‹ und ›Ataiar im Adler‹." Und obwohl das Sternbild des Skorpions derzeit nur über Genua vollständig zu sehen wäre, sollten sich doch dessen hellster Stern und die Scheren am Firmament über Hofstetten zeigen.

Mittlerweile ist es 21 Uhr, das Licht nimmt ab, die Besucher machen es sich auf einer Picknickdecke oder einigen Stühlen bequem. Denn jetzt werden die ersten Sterne sichtbar, Mars und Saturn werden via Teleskop anvisiert. "Es dauert eine halbe Stunde, bis sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben", erklärt Hobbyastronom Stefan Kranz. Er hat ein Linsenteleskop mit korrigierten Gläsern und einer 150-Millimeter-Öffnung dabei, durch das er den Himmel nicht nur betrachtet, sondern auch in Fotos festhält. Entsprechend Detailreich werden die Sterne und Planeten abgebildet, beim Saturn ist der äußere Ring spielend zu erkennen. "Das Funkeln von Sternen deutet auf Luftunruhen hin, aber heute Nacht sieht es sehr gut aus", beurteilt Kranz die Sicht.

Es ist 21.30 Uhr und dunkel, als Christian Flick den Laserpointer auspackt. Per Laserstrahl zeichnet er das Sternbild des Schwans nach, verweist auf den "Großen Wagen" und zeichnet den Weg bis zum Polarstern nach. Mit "Otto", dem vereinseigenen Newton-Spiegelteleskop hat er das größte, gerade noch transportable Modell aufgebaut. Bei einem Durchmesser von 14 Zoll und einer Brennweite von 1,80 Metern wird der Kopfstern im Schwan als blau-oranger Doppelstern sichtbar. "Aufgrund der Farbgebung ist es eindeutig der schönste Doppelstern am Firmament", bindet Christian Flick und erzählt von Doppelsternen, die erst in der Spektroskopie zu sehen sind. "Hier auf dem Tochtermannsberg gibt es fast keine störenden Lichtverschmutzungen", erklärt er die Ortswahl.

Und richtig: je dunkler die Nacht wird, umso mehr Sterne, Planeten und Nebel zeigen ihre Schönheit und es spielt fast keine Rolle mehr, ob man sich ein Objekt genau betrachtet, oder das Gesamtbild auf sich wirken lässt. Stefan Kranz bietet an, den Kugelsternhaufen "M 13" und die Andromeda-Galaxie "M 31" durch sein Refraktor-Teleskop zu fotografieren.

Es ist 22 Uhr. Während des Wartens kommt die Megafon-Durchsage: "In einer halben Stunde gibt es Sternchensuppe beim Wohnwagen."

Und am Ende erweist sich einzig der Rückweg zum Auto durch die immer noch warme und sternenklare Nacht als gefühlt doppelt so weit wie bei Tageslicht. Christine Störr

 
 

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Lisa Kleinberger

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