Das Hofstetter Gewerbegebiet Mühlenmatten wird in der Ausbauphase 1 a an das Glasfasernetz angeschlossen. Foto: Störr Foto: Schwarzwälder Bote

Gemeinderat: Geschäftsführer der Breitband Ortenau informiert über Pläne für Hofstetten

Hofstetten hat für schnelleres Internet durch die Verlegung von Leerrohren sehr gute Voraussetzungen geschaffen. Was fehlt, ist die Glasfaser, die nach jüngsten Aussagen von Josef Glöckel-Frohnholzer bis Ende 2024 flächendeckend im Ort verbaut sein soll.

Hofstetten. Während der Gemeinderatssitzung informierte der Geschäftsführer der Breitband Ortenau zunächst über die Gesamtsituation und betonte: "Wir versuchen eine hohe Umsetzungsdynamik in der Ortenau zu entwickeln."

Nach dem vorgestellten Phasenausbau-Plan ist das Hofstetter Gewerbegebiet "Mühlenmatten" in die Phase 1a aufgenommen, um wenigstens den Firmen ein schnelles Arbeiten mit großen Datenmengen zu ermöglichen. In Phase 2 werden dann 65 Gebäude im Hofstetter Außenbereich angeschlossen, die als sogenannte weiße Flecken in den Seitentälern Altersbach, Breitebene, Salmensbach, Biereck und Ullerst mit einer Bandbreite von unter 30 Megabit pro Sekunde auskommen müssen. Langfristig sollen dann bis 2026/2027 auch die sogenannten grauen Flecken mit einer Bandbreite unter 100 Megabit pro Sekunde ausgebaut werden.

"Das Investitionsvolumen liegt bei 4,6 Millionen Euro, die Gemeinde muss eine Patronats-Erklärung in Höhe von zehn Prozent der Kosten unterzeichnen", erklärte Glöckel-Frohnholzer. Die übrigen 90 Prozent der Kosten tragen der Bund (50 Prozent) sowie das Land (40 Prozent). Entsprechende Förderanträge sollen im Herbst gestellt werden.

Dass die Gemeinde am Ende wahrscheinlich weniger Eigenanteil tragen muss, liegt an der Art des Förderantrags. Denn dafür wird von einem Komplett-Ausbau ohne Berücksichtigung der bisherigen Arbeiten ausgegangen, um später keinen Aufstockungs-Antrag einreichen zu müssen. So werde der vorläufige Förderbescheid vermutlich höher ausfallen, als die tatsächliche Fördersumme am Ende der Baukosten-Abrechnung betragen werde. Auch für den Gemeindeanteil sind am Ende die tatsächlichen Kosten ausschlaggebend.

"Die Maßnahme wird in den Jahren 2023 und 2024 umgesetzt", versicherte der Geschäftsführer. Analog zur Gemeinde Mühlenbach will er den Ausbau Hofstettens ebenfalls der Firma UGG (siehe Info) anbieten.

Gewerbegebiet in Ausbauphase "1 a"

Gemeinderat Wilhelm Uhl (CDU) erkundigte sich, ob die Gemeinde für den Eigenanteil wie bisher üblich in Vorleistung treten müsse. Das sei definitiv nicht so, erklärte Glöckel-Frohnholzer, weil man über den Landkreis eine Bürgschaft bekommen habe. Für Arnold Allgaier (FW) war die Frage nach dem Stand der Technik am Ende des Ausbauzeitraums wichtig. Doch da beruhigte der Geschäftsführer: "Glasfaser hat eine Lebensdauer von 50 bis 70 Jahren, das ist eine langfristige Technologie mit Übertragungsraten im Terrabit-Bereich." Für Hubert Kinast (CDU) stellte sich die Frage nach dem Übergabepunkt, an den Hofstetten angeschlossen wird. Nach Auskunft des Geschäftsführers ist in Hausach ein großer Knotenpunkt direkt ins Kern-Netz der Vodafone, von wo aus über Haslach nach Hofstetten angeschlossen werde. "Da wurden bereits Gespräche mit den Haslacher Stadtwerken geführt."

Bürgermeister Martin Aßmuth bedankte sich für die transparente Ausbauplanung und betonte: "Man geht jetzt mit mehr Realismus an die Sache." Bei Gründung der Breitband Ortenau seien Begehrlichkeiten geweckt worden, die sicher zu Enttäuschungen führen würden, wenn es erst 2023/24 in die Umsetzung gehe. Trotzdem komme man mit dem Beschluss zur Patronatserklärung einen deutlichen Schritt voran.

Die Firma "Unsere Grüne Glasfaser" hat ihren Sitz in der Nähe von München und verlegt die Glasfaser in Eigenregie. Anschließend vermietet sie ihre Technik den verschiedenen Anbietern. Und an diese Struktur könnten die Außenbereiche dann in Regie der Breitband Ortenau angeschlossen werden.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: