"Kanapee" gab ein Konzert auf dem Hofstetter Henry-Heller-Platz.Foto: Störr Foto: Schwarzwälder Bote

Corona: "Kanapee" gibt erstes Konzert unter strengen Auflagen / Karten sind im Handumdrehen ausverkauft

Hofstetten. Die Hofstetter Band Kanapee hat am Samstagabend zum ersten Live-Konzert unter Corona-Bedingungen eingeladen. Die 100 Karten waren bereits am ersten Vorverkaufstag vergriffen.

Vor wenigen Tagen hatte die Hofstetter Musikkapelle das Dorf abends mit einer öffentlichen Probe beschenkt. Jetzt sorgte die Band Kanapee – alle junge Musiker der Hof­stetter Kapelle – mit dem ersten öffentlichen Konzert nach dem großen Stillstand im Land für einen abwechslungsreichen Abend. Ausgerüstet mit Picknickdecken, Campingstühlen, Kühltaschen und Sonnenhut kamen die Gäste ins Festgelände unterhalb des Rathauses.

Nach Registrierung und Handdesinfektion positionierten sie sich mit viel Abstand auf dem Henry-Heller-Platz, wo sich Julian Obert, Katharina Mangold, Katja Nies und David Obert über die große Resonanz freuten. "Schön, dass ihr bei ›36 Grad – und es wird noch heißer‹ hier hergefunden habt", begrüßte Katharina Mangold. Zunächst im vollen Schein der frühabendlichen Sonne spielten sie bekannte Songs wie "Rolling in the Deep" von Adele oder "Sweet home Alabama". Der Applaus kam zunächst etwas zögerlich, was sicherlich der ungewohnten Weitläufigkeit der Gäste geschuldet war und sich im Laufe des Abends noch deutlich ändern sollte.

"Jetzt ist die Sonne weg und es gibt keinen Grund, warum man nicht aufstehen und auf seinem begrenzten Platz tanzen sollte", lud Julian Obert ein, als der Sommerabend lauer wurde. Der Aufforderung folgten zwar nur wenige, dafür beteiligte sich das Publikum verstärkt als klatschende Rhythmusbegleitung. "Because I’m happy" galt für die Musiker, die nach der langen Zwangspause endlich wieder vor Publikum spielen durften.

Planung gestaltet sich sehr zeitintensiv

Das sei ihre Motivation zur Veranstaltung gewesen, verrieten die Band-Mitglieder in der Pause. "Wie alle Künstler hatten wir auf einmal keine Auftritte und keine Engagements mehr", erklärte David Obert.

Mit den ersten Lockerungen im Mai habe man sich Gedanken über die Ausrichtung eines Konzerts gemacht und viel Zeit in die Planung investiert. Schließlich galt es, in enger Absprache mit der Verwaltung und großem zusätzlichem Aufwand den Corona-Bestimmungen gerecht zu werden. Neben der Begrenzung auf 100 Gäste wurde das Konzert auch zeitlich auf 22 Uhr beschränkt.

Als Dank für die Unterstützung erhielt Bürgermeister Martin Aßmuth nach der Pause dann auch prompt ein Band-T-Shirt überreicht, bevor es mit musikalischer Unterstützung im Programm weiter ging. Bereits im vergangenen Jahr war Jonas "Johnny" Lehmann mit dem Saxofon an Bord und gestaltete jetzt den zweiten Konzertteil mit. Und was hätte da wohl besser gepasst, als das legendäre "Oh Johnny" – dessen Text natürlich nicht persönlich gemeint war, wie Katharina Mangold augenzwinkernd versicherte.

Am Ende blieb das Fazit: Schön, dass ein kleines Stück Normalität ins Dorf zurückgekehrt ist!

Die Band "Kanapee" wurde im September 2017 gegründet, den ersten Auftritt hatten die Musiker im Juni 2018 während der Hornberger Sportwoche. Ihr Name entstand zum einen aus der Wortbedeutung für Sofa – und zum anderen aus der Bezeichnung eines mit Delikatessen belegten Weißbrotes. Beides passe zu den vier jungen Musikern und verbinde sie über die Musik hinaus, wie sie selbst erklären. Für den Herbst ist Straßenmusik in einer größeren Stadt geplant, genaueres hängt allerdings von der weiteren Corona-Entwicklung ab.

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