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Hofstetten Ein Chip bringt Licht ins Dunkel

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22 Mitarbeiter hat die Aggregate-Manufaktur Atemag in Hofstellen. Ihre Produkte kommen vor allem in holzver- und bearbeitenden Maschinen zum Einsatz. Foto: Atemag Foto: Schwarzwälder Bote

Das Aggregat ist die Black Box des Maschinenbaus. Die Winkelgetriebe werden oft tief in Maschinen und Anlagen verbaut. Wie lange sie noch zuverlässig ihren Dienst tun, lässt sich oft nur ahnen. Der Aggregate-Hersteller Atemag bringt Licht ins Dunkel.

Hofstetten. Das vor 14 Jahren gegründete Unternehmen hat sich auf Aggregate für die Holzbearbeitung konzentriert. Maschinenbauer, Holzbearbeiter und auch Handwerksbetriebe kaufen bei dem kleinen Mittelständler die oft maßgeschneiderten Aggregate, die dazu dienen, auf Werkzeugmaschinen bestimmte Vorgänge zu vereinfachen oder überhaupt erst möglich zu machen. Doch während man gut erkennen kann, ob zum Beispiel ein Sägeblatt abgenutzt ist, ist der Zustand des Aggregats im Inneren der Maschine häufig ein Mysterium. Bis jetzt.

Daten aus dem Innenleben der Maschine unterstützen Anwender

Möglich macht das ein kleiner Chip, der auf dem Aggregat angebracht wird. Er erfasst über Sensoren verschiedene Werte, etwa die Vibration, Temperatur oder die tatsächliche Laufzeit des verbauten Aggregats. "Aggregate sind in der Regel bis 85 Grad Celsius zugelassen", erklärt Johannes Schmidt, Leiter Konstruktion und Entwicklung bei Atemag. Die Temperaturschwelle hat mit dem Schmierstoff zu tun, dessen Wirkung nachlässt, wenn es zu heiß wird. Bislang konnte die Temperatur im Aggregat aber nicht zuverlässig gemessen werden. Der von Atemag entwickelte Chip "Control 4.0" macht das nun möglich. Er erfasst und sammelt Daten, wertet sie aus und stellt sie dem Nutzer aufbereitet zur Verfügung. Ein echter technischer Fortschritt für die Branche.

Die Idee zu dem Chip ist bereits fünf Jahre alt. 2014 kam dann die erste Version auf den Markt, die technisch aber schnell an ihre Grenzen stieß. Seither haben die Hofstetter den Chip ständig weiterentwickelt. Jetzt ist er serienreif.

Die Daten werden per App übermittelt, können in einer webbasierten Software angesehen, ausgewertet und natürlich archiviert werden. "Der nächste Schritt ist, dass die Maschinenhersteller das Aggregat vollständig in ihre Software integrieren", sagt Thorsten Göppert, Vertriebsleiter bei Atemag. Denn wenn die Hersteller den Chip als Zusatzangebot in ihre Anlagen integrieren, wird die Sache für die Anwender richtig interessant. Ab Mitte nächsten Jahres will Atemag nur noch vernetzte Aggregate bauen.

Auf die Daten selbst hat nur der Kunde Zugriff. Atemag nutzt dafür eine vernetzte Software, die über eine sogenannte Industrial Cloud läuft. Der Zugriff auf die Daten, die etwa alle drei Sekunden aktualisiert werden, ist streng geschützt. Nur der Anwender kann sie sehen.

Die Daten helfen auch, Wartungsintervalle besser abzupassen. Ein Aggregat soll in der Regel einmal pro Jahr oder nach einer bestimmten Laufzeit zum Service. Doch wann diese Schwelle erreicht war und ob dann tatsächlich eine Wartung fällig ist, war bislang ebenfalls nicht messbar. Das wäre in etwa so, als ob man sich alle zwei Jahre neue Reifen kaufen muss, weil man nicht sehen kann, ob sie schon abgenutzt sind.

Atemag wurde 2004 von Matthias Kropf und Armin Bührer gegründet. Die beiden fokussierten sich bei ihrem Unternehmen bewusst auf eine reine Montagefabrik für Kunden aus der holzbearbeitenden Industrie und dem Handwerk. Mittlerweile wird ein kleiner Teil des Umsatzes aber auch mit Kunden gemacht, die Kunst- oder Verbundstoffe bearbeiten, etwa aus der Auto- oder Luftfahrtindustrie. Von Anfang an ist die Firma in Hofstetten zu Hause. Bereits zwei Mal wurde der Sitz ausgebaut. Heute arbeiten hier 22 Menschen.

Etwa zwei Drittel seines Umsatzes erlöst die Atemag, das Akronym steht für "Aggregatetechnologie und Manufaktur AG", im Ausland. Die Produkte aus dem Schwarzwald sind auf allen Kontinenten im Einsatz. Genaue Umsatzzahlen nennt die 2004 gegründete, inhabergeführte Firma in Hofstetten nicht.

Weitere Informationen: www.atemag.de

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Lisa Kleinberger

Fax: 07832 9752-15

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