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Hofstetten Das ist die Serie

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Die Schmierereien am Rückhaltebecken hat Bürgermeister Martin Aßmuth angezeigt (großes Bild). Am Schreibtisch lässt’s sich für Lisa Kleinberger gut aushalten (oben rechts). Bei der Schwimmbadbegehung mit Bademeister Franz Schmid geht es auch um Schäden im Becken. Fotos: Beule Foto: Schwarzwälder Bote

In der Sommerserie "Mein Tag als ..." blickt der Schwarzwälder Bote hinter die Kulissen. Die Autoren berichten im Rahmen von Reportagen über interessante Berufe und Tätigkeiten und berichten über deren Hintergründe.

Bürgermeister – was machen die eigentlich den lieben langen Arbeitstag? Sicherlich viel Papierkram am Schreibtisch, denke ich vor meinem Besuch bei Martin Aßmuth in Hofstetten. Der Arbeitstag als "Bürgermeisterin" belehrt mich schnell eines Besseren.

Los geht’s für mich um 9 Uhr. Aßmuth ist schon seit einer Stunde da. Er schiebt mir einen hohen Stapel entgegen: Rechnungen. "Bis jetzt habe ich die unterschrieben", sagt er. "Das reicht von Schrauben für den Bauhof bis hin zu den Eisbestellungen fürs Freibad": Das laufende Geschäft regeln Aßmuths Mitarbeiter selbst. Jeder Auftrag ab 500 Euro wird von ihm genehmigt. "Hier im Rathaus gelte ich als ziemlicher Sparfuchs", sagt er und lacht.

Das bewahrheitet sich beim ersten Gesprächstermin. Christine Störr und Heinz Schumacher sind da, um über ein Angebot für Flyer und Plakate für das 20-Jährige von "KiD – Kunst im Dorf" zu sprechen. "Brauchen wir den Flyer überhaupt?", fragt Aßmuth. Das Ergebnis: Ja, einen kleinen. Ebenso wie Plakate fürs Festwochenende.

Dann erfahre ich etwas ganz Wichtiges: Donnerstag ist Fleischkäsetag im Hofstetter Rathaus! Reihum gibt einer der Mitarbeiter Fleischkäseweckle vom Metzgerwagen aus. "Die Tradition habe ich gerne von meinem Vorgänger übernommen", sagt Aßmuth.

Fleischkäsetag: Eine lieb gewonnene Tradition

Die Themen, mit denen der Bürgermeister sich befasst, ist riesig: "Vom Kindergarten bis zum Friedhof, von Kunst bis Straßenbau, von der Schule zum Seniorenzentrum." Da wird es auf keinen Fall langweilig. "Dass das Spektrum so ausgeprägt ist, hätte ich nicht gedacht", blickt der Bürgermeister zurück. Immer noch sei er von der Vielfalt des Berufs fasziniert.

Vielfalt bedeutet aber auch, dass man eigentlich immer im Amt ist. "Irgendwie bin ich 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche Bürgermeister", führt er aus. Kenne ich – als Redakteurin ist es ganz ähnlich. Eine Grenze versucht Aßmuth zu ziehen, wenn er mit seiner Familie unterwegs ist.

Termin Nummer zwei: Das Schwimmbad. Bademeister Franz Schmid zeigt Aßmuth einige Stellen, die ausgebessert werden müssen. In der Dusche der Damen-Umkleide sind Fliesen gesplittert. Ohnehin sei die Dusche zu eng, spricht Schmid an. Wie könnte sie vergrößert werden? Wir gehen um das Gebäude herum, besprechen Möglichkeiten. Eine ganz praktische für den Durchgang zum Schwimmbad hat Schmid parat: Die Wanne unter der Dusche ist nicht barrierefrei und ohnehin ziemlich kaputt. Er schlägt vor, diese durch einen leicht abgesenkten Bereich zu ersetzen, der gepflastert wird. Aßmuth gibt grünes Licht.

Schmid zeigt zudem verschiedene Stellen im Becken auf, die gesplittert sind. Hier sind mittelfristig größere Investitionen nötig.

Auf dem Weg zum Hochwasserrückhaltebecken erzählt Aßmuth mir, dass Schmid außerhalb der Freibadsaison beim Bauhof arbeitet. "Die Mitarbeiter haben unheimlich viel Lust, Dinge selbst anzupacken", lobt er das motivierte Team.

Am Rückhaltebecken nehmen wir einige Graffiti-Schmierereien in Augenschein. "Das ist ärgerlich", befindet der Bürgermeister. "Es regt mich auf, wenn öffentliches Eigentum derart behandelt wird." Immerhin kosten solche Dinge die Kommune Geld, das an anderer Stelle wieder fehlt.

Zurück im Rathaus: Heute ist – wie jeden Donnerstag – Aljosha Erk zu Gast. Das hat vielleicht etwas mit dem Fleischkäsetag zu tun, frotzeln Aßmuth und Elke Herr. Sie ist Integrationsbeauftragte der Gemeinde, Erk ist Integrationsmanager des Landratsamts.

31 Flüchtlinge hat die Kommune aufgenommen, für 2019 ist das Soll erfüllt. Trotzdem hakt Aßmuth nach. Es gäbe gerade noch Platz für eine Familie. Es wäre besser, die Möglichkeit zu nutzen, als im kommenden Jahr durch einen neuen Zuteilungsschlüssel plötzlich keine Wahl zu haben, meint Aßmuth. Erk, der sich um die soziale Betreuung Geflohener in mehreren Gemeinden kümmert, verspricht, das Anliegen mit nach Offenburg zu nehmen. Herr wird für ihre Arbeit deutlich gelobt: Dass es in Hofstetten so gut läuft mit der Integration, sei ihr zu verdanken.

Wo könnte ein Mitfahrbänkle stehen?

Wir gehen wieder nach draußen, wo inzwischen ein ordentlicher Wind weht. Gemeinsam mit Hauptamtsleiter Mike Lauble diskutieren wir über mögliche Standorte für ein Mitfahrbänkle. Diese sollen in der kommenden Gemeinderatssitzung Thema sein. Ich schalte mich mit ein, halte einen Standort für zu schlecht einsehbar. Während wir diskutieren, hält Bauhofleiter Denny Schwendemann neben uns. Punkt für einen der möglichen Standorte: Autofahrer müssen nicht direkt auf der Straße anhalten.

Wir steigen ein, es geht in den Außenbereich. Im Bereich Breitebene/Salmensbach gibt es einige Straßenschäden, die wir begutachten. Eine Weile sind wir im Hof­stetter Außenbereich unterwegs und ganz nebenbei zeigt Martin Aßmuth mir noch einen seiner Lieblingsplätze: Von einem Aussichtspunkt aus bietet sich ein herrlicher Ausblick auf Hofstetten. "Ich bin hier total gerne Bürgermeister", wird Aßmuth später sagen, als wir zurück im Rathaus sind.

Für ihn geht es nach der Mittagspause genauso bunt weiter wie am Vormittag, unter anderem wird es um die Digitalisierung der Verwaltung gehen. Ob er immer so viel unterwegs ist, frage ich etwas ungläubig. Vor den Gemeinderatssitzungen werde es schreibtischlastiger, gibt Aßmuth zu, denn er schreibt die Vorlagen selbst. Ansonsten sei er darum bemüht, viel unterwegs zu sein und sich die Dinge selbst anzusehen.

                                      Lisa Kleinberger

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