Im Jahr 2001 fusionierte die gemeinsame Jugendkapelle von Hofstetten und Mühlenbach zu "2-gether"Archivfoto: Störr Foto: Schwarzwälder Bote

Reihe: Hofstetter Musikkapelle feiert 100-jähriges Jubiläum / Nachwuchs wird seit 1946 selbst ausgebildet

Die Hofstetter Musikkapelle feiert ihr 100-jähriges Jubiläum, auch wenn es aufgrund von Corona kein großes Bachmusikfest geben wird. Der Schwabo stellt den Verein in einer Reihe vor. Heute steht der Musikernachwuchs im Fokus der Berichterstattung.

Hofstetten. Die ersten zwölf Zöglinge wurden nach der kriegsbedingten Zwangspause der Musikkapelle vom damaligen Dirigenten Josef Kornmaier angelernt. Bereits am Weißen Sonntag des Jahres 1946 hatten sie mit der Gesamtkapelle ihren ersten Auftritt. Als Jugendkapelle spielten sie dann Ende Juni 1946 zu "Peter und Paul" bei der Feier der Jungmänner erstmals im Gasthaus Drei Schneeballen.

Und bereits zwei Jahre später beteiligte sich die Jugendkapelle an einem großen Musiker-Jugendtreffen auf dem Brandenkopf, wohin sie mit den Fahrrädern fuhren. Zunächst bis zum Franzosenhof im hinteren Fischerbach und dann noch eine gute Stunde zu Fuß bergan – und das alles selbstverständlich mit den Instrumenten. Oben angekommen wurde die Feld-Messe musikalisch begleitet und auf dem späteren Heimweg in der "Krone", dem "Ochsen" und der "Sonne" eingekehrt.

Am 1. Mai 1962 legten die jungen Musiker mit ihrem Morgenkonzert auf der Hofstetter Brand dann den Grundstein zu einer langen Tradition der musikalischen Begrüßung des Wonnemonats – immer noch unter Dirigent Josef Kornmaier, der die Kapelle am Ende mehr als 30 Jahre lang leiten sollte. In den 1970er Jahren wurde die Jugendkapelle durch Heinrich Krämer über Wendelin Brucker bis hin zu Werner Gisler angeleitet und spielte im Januar 1971 ihre erste Eröffnung des Jahreskonzertes in der Gemeindehalle. 1977 wurde dann ein eigener Konzertabend im Gasthaus Drei Schneeballen gespielt, der viel Zuspruch durch die Gäste erfuhr.

1971 spielten sie ihr erstes Jahreskonzert

Bis 1988 wurden die jungen Musiker in Hofstetten von den jeweiligen Dirigenten und engagierten aktiven Musikern ausgebildet. Dann beschloss der Vorstand, dass die Zöglinge künftig über die Musikschule Offenburg/Ortenau ausgebildet werden sollen. Als dann im April 1992 das Jahreskonzert durch die Jugendkapelle eröffnet wurde, saßen 22 junge Musiker auf der Bühne der Gemeindehalle. Vier Jahre später wurde die Bläserjugend als eigener Verein innerhalb der Musikkapelle gegründet und weitere fünf Jahre später die gemeinsame Jugendkapelle von Hofstetten und Mühlenbach: "2-gether". Die Leitung oblag dem Mühlenbacher Musiker Ralph Brucker, der neben den wöchentlichen Proben mit den Jungmusikern zu vielen Anlässen konzertierte, jährliche Proben-Wochenenden organisierte und zwei große Jungmusiker-Treffen in Mühlenbach und Hofstetten leitete.

Im Juli 2011 wurde das zehnjährige Bestehen mit einem großen Open-Air-Fest in Mühlenbach gefeiert. Mittlerweile umfasste die Jugendkapelle 48 Musiker. Im September 2015 übernahm Hofstettens Dirigent Thomas Rauber die Leitung der jungen Musiker, die drei Jahre später mit der Haslacher "Funtastic" fusionierte.

Seither geben die Jungmusiker der drei Gemeinden unter der Leitung von Thomas Rauber gemeinsam ihre Konzerte und hoffen auf einen baldigen Probenbeginn nach den langen Corona-Beschränkungen. Als Vorstufe des Jugendorchesters dürfen die Hofstetter Zöglinge mit dem Ablegen des vereinsinternen Junior-Abzeichens bei den "Klangfängern" der Haslacher Stadtkapelle mitspielen. Mit dem Ablegen des Jungmusiker-Leistungsabzeichens in Silber steht der Weg in die Gesamtkapelle offen.

Und somit feiert auch die Jugend in der Hofstetter Musikkapelle in diesem Jahr ein Jubiläum, vor 75 Jahren wurden die ersten zwölf Zöglinge ausgebildet. In all den Jahren erlernten ungezählte Musiker ihr Instrument, ausgebildet und unterrichtet unter anderem von den jeweiligen Dirigenten und Manfred Läufer. Die meisten begannen ihre Laufbahn an der Blockflöte. seit vielen Jahren legt dabei die aktive Musikerin Michaela Rohkohl Grundlagen mit ihren "Flötenkids".

Derzeit sind 15 Hofstetter Jungmusiker in Ausbildung, 20 wären für Jugendleiter Stefan Kaspar als einem der drei Vereinsvorstände wünschenswert. Doch die üblichen Vorspiel- und Schnuppertage sind aufgrund der Corona-Bestimmungen nicht möglich, womit die Werbung neuer Musiker schwierig ist. "Wir suchen für die Kapelle alles, außer Schlagzeuger", erklärt er. Realistischbetrachtet würde beim Konzert lediglich ein Musiker am Drum-Set sitzen, die Rhythmik umfasse aber viele Instrumente die es zu erlernen gelte. Sehr willkommen wären Instrumente des Tiefen Blechs wie Posaune, Tenorhorn, Bariton, Euphonium oder Tuba.

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