Nicht nur im Hofladen, auch am Automaten kann man die regionalen Produkte des Biohofs Frey kaufen. Foto: Schneider

Ein Verkaufsautomat an Hofläden hat viele Vorteile. Jessica Frey aus Dürrenmettstetten zieht nach drei Jahren ein durchaus positives Fazit.

Nicht nur Bürgermeister Jens Keucher hält das Motto „Sulz kauft lokal“ hoch, wenn er – wie kürzlich – am Apfelgut Duttenhofer der Fernsehköche Martina und Moritz Apfel- und Obstspezialitäten aus Hopfau abholt.

 

Auch an zahlreichen Hofläden in der Region können die Bürger Produkte direkt vom Erzeuger kaufen. Und ist gerade Ladenschluss oder Feiertag, kann man sich die heimischen Güter oftmals auch an Automaten besorgen, die 24 Stunden am Tag zugänglich sind.

Das Leinöl ist begehrt

Einer der Orte, wo solch ein Verkaufsautomat geradezu schon Tradition hat, ist der Biohof Frey in Dürrenmettstetten. Dort hatte man 2022 beschlossen, solch eine Rund-um-die-Uhr-Einkaufsmöglichkeit aufzustellen.

Und seither werde er von den Leuten gut angenommen, zieht Jessica Frey Bilanz. „Besonders beliebt sind unsere frischen Bio-Eier sowie das kaltgepresste Leinöl – diese Produkte sind oft schon nach kurzer Zeit vergriffen und müssen regelmäßig nachgefüllt werden“, kommt sie auf stark nachgefragte Verbrauchsprodukte zu sprechen.

Dosenwurst und Nudeln

So komme es auch durchaus schon mal vor, dass einzelne Fächer an einem Tag komplett leergekauft würden. „Das zeigt uns, dass die Kunden unser Angebot sehr schätzen“, freut sie sich.

Doch was können Interessierte dort alles finden? „Der Verkaufsautomat ist überwiegend mit unseren eigen hergestellten Produkten bestückt“, erklärt Frey. So würden dort etwa verschiedene Sorten Dosenwurst sowie die eigenen Nudeln verkauft.

Fokus noch auf Hofladen

Aber auch eigene Haferflocken und Mehl sind zu erhalten, ebenso wie die zuvor beschriebenen frischen Eier, das Leinöl und Leindotteröl. „Unsere Bauernbratwürste und Pfefferbeißer, Milch, Honig, Kaltgetränke und Süßigkeiten kann man sich ebenfalls holen“, führt sie das reichhaltige Inventar weiter aus.

Aber wie ist so ein Verkaufsautomat wirtschaftlich zu bewertet – rechnet er sich und trägt er das Geschäft? „Der Schwerpunkt liegt auf jeden Fall beim Verkauf im Hofladen“, stellt Frey klar. Der Automat werde überwiegend nach den Hofladenöffnungszeiten, sonntags und in der Sommerpause genutzt, spricht sie die am meisten frequentierten Phasen an.

Keine Einbrüche in Dürrenmettstetten

Doch ist es nicht problematisch, einen frei zugänglichen Automaten, in den die Kundschaft regelmäßig einzahlt, offen herumstehen zu haben?

Ende März hatten unbekannte Täter bei einem Hofladen in Bergfelden die Kasse des SB-Hofladens aufgebrochen und das darin befindliche Geld entnommen. „In dieser Hinsicht hatten wir noch keine Probleme“, stellt Frey fest.

„Xäls“-Automat in Sulz

Ein anderer Automat, der quasi „sicher wie eine Bank“ ist, steht im Selbstbedienung-Bereich der Volksbank in Sulz. Der große Kasten, der ebenfalls regionale Bio-Lebensmitteln enthält, gehört der Xäls-Genossenschaft.

Die Betriebe, die der regionalen Genossenschaft beigetreten sind und so auch den Sulzer Automaten mit Lebensmittel versorgen, sind aus Epfendorf, Rottenburg, aber auch Reutlingen oder Mössingen.

Regionale Kreisläufe stärken

Und auch am Berghof in Vöhringen können sich die Kunden über einen Automaten freuen, in dem die Eier aus den drei Hühnermobilen im Direktverkauf angeboten werden.

„Alles, was nicht per Schiff um die halbe Welt oder mit dem Lkw durch halb Europa gefahren werden muss, ist gut“, weist Landwirtin Angelika Stierle auf die Vorteile regionaler Kreisläufe und kurzer Wege vor Ort hin.