Im Schaufenster der Hofkonditorei Röcker am Hechinger Marktplatz werden die Dubai-Pralinen angeboten. Foto: Benjamin Roth

Über „Tiktok“ und „Instagram“ hat sich die Dubai-Schokolade wie ein Lauffeuer verbreitet. Nun ist der Trend auch in der Hofkonditorei Röcker in Hechingen angekommen – doch nicht in Schokoladen- sondern in Pralinenform.

Wer ins Schaufenster der Hofkonditorei Röcker am Hechinger Marktplatz blickt, kommt um das neueste Produkt der Konditor-Spezialisten nicht herum. In einer goldenen Schachtel verpackt, werden dort Dubai-Pralinen angeboten. Heißt: Der Hype um die sogenannte Dubai-Schokolade ist auch in Hechingen angekommen – nur eben in Pralinenform.

 

Inhaber Thomas Röcker sagt im Gespräch mit unserer Redaktion: „Wir haben uns erst überlegt, ob wir überhaupt auf diesen Trend aufspringen sollen und wollen.“ Vor rund drei Wochen sei das Röcker-Team dem Dubai-Reiz aber doch verfallen. Und so ging es ans Tüfteln für die richtige Rezeptur.

Zwei Wochen habe man dafür benötigt. Erst habe man die Tafel-Schokolade entwickelt, die dann aber gar nicht in den Verkauf gekommen ist. Die gebe es ja schließlich auch im Discounter.

Grundrezept entwickelt und dann getüftelt

Stattdessen hatte das Röcker-Team die Idee, Pralinen anzubieten. Die gibt es nun für die Kunden zu kaufen. Und die sind vom Geschmack begeistert – auch solche, die vor der Kostprobe von dem Trend in den sozialen Medien noch nichts gehört haben. „Geschmacklich funktionieren die Dubai-Pralinen sehr gut“, betont Röcker. Er habe bisher noch von keinem Kunden gehört, dass die neue Kreation überhaupt nicht schmecke.

Das liege auch an den Inhaltsstoffen. Die Füllung der Dubai-Schokolade besteht aus Pistazienmus, Sesampaste und knusprigem Kadayif – auch als Engelshaar bekannt. Für die Pralinen habe das Röcker-Team selbst eine Rezeptur entwickelt. Das Vorgehen: „Wir haben ein ähnliches Produkt im Handel gekauft und dieses analysiert.“ Wenig später sei das Grundrezept entstanden, das laut Röcker „relativ einfach“ sei. Dann habe man mit den Inhaltsstoffen etwas experimentiert – beispielsweise mal mehr, mal weniger Pistazien hinzugegeben. „Letztlich probiert unsere gesamte Belegschaft und gibt dann grünes Licht“, so Thomas Röcker über das weitere Vorgehen. Vorerst soll es in der Hechinger Konditorei aber bei den Dubai-Pralinen bleiben. Röcker berichtet von Kollegen, die auch eine Dubai-Torte im Sortiment hätten. Aber: „Pistazien-Creme-Torte haben wir schon lange im Angebot“, hält der Röcker-Inhaber entgegen. Diese entspreche nahezu dem, was andere als Dubai-Torte verkaufen.

Die Hofkonditorei Röcker befindet sich am Hechinger Marktplatz Foto: Roth

Daher habe es auch so schnell mit der Konzeption der Pralinen geklappt. „Die Inhaltsstoffe haben wir alle im Haus.“ Die Paste mache man im Röcker dann selber; so sei man auch auf keine speziellen Händler angewiesen, um die fertige Füllung einzukaufen. Klar ist aber auch: „Die Inhaltsstoffe sind sehr teuer.“

Röcker: „Inhaltsstoffe sind sehr teuer“

Schaut man sich auf Instagram oder Tiktok um, scheint der Preis die Konsumenten nicht abzuschrecken. Als der Schokoladenhersteller Lindt die Schokolade jüngst in sein Sortiment aufgenommen hat, bildete sich rasch eine rund 200 Meter lange Warteschlange vor einem Hamburger Lindt-Geschäft.

Zu solchen Ausnahmezuständen kommt es in Hechingen noch nicht. Thomas Röcker ist gespannt, wie lange der Trend anhält. „So lange die Nachfrage da ist, werden wir diese auch bedienen.“

Die Ursprünge der Dubai-Schokolade

Gründerin
 Die Ursprünge der Dubai-Schokolade gehen zurück ins Jahr 2021. Entwickelt wurde das Produkt damals von Sarah Hamouda, der Gründerin von Fix Dessert Chocolatiers in Dubai. Die Dubai-Schokolade entstand im Rahmen von Experimenten mit Schokolade und Pistazien. International bekannt wurde sie durch ein TikTok-Video der Influencerin Maria Vehera.

Crunch
Das Besondere an der Dubai-Schokolade ist der „Crunch-Effekt“ beim Aufbrechen der Tafelschokolade. Wegen des Hypes sind auch bekannte Schokoladenhersteller wie Lindt oder Discounter auf den Zug aufgesprungen.