Domäne-Chef Thomas Lacher hat monatelang an der Restaurierung der Krippen gearbeitet, die einst sein Vater Werner Lacher in Handarbeit gefertigt hatte. Foto: Sabine Hegele

Auf dem Hofgut Domäne findet wieder eine Krippenausstellung mit Kunsthandwerk von Werner Lacher statt – die erste seit 2013.

„Mein Vater war ein Künstler“, erinnert sich Lacher an seinen Vater. Ein leidenschaftlicher Eisenbahnbauer sei er gewesen, dazu widmete er sich der Aquarell-, Öl-, Kohle- und Bleistift-Malerei. Das mit solcher Hingabe, dass er sogar Malkurse leitete.

 

Ende der 1980er-Jahre entdeckte Werner Lacher, Kaufmann von Beruf, ein weiteres Hobby für sich: den Krippenbau. In den folgenden Jahrzehnten sollte dieses Kunsthandwerk zu seiner Passion werden.

„Handwerk“ ist dabei wörtlich zu nehmen: Werner Lacher hat sich beim Bauen seiner Krippen nicht an Fertigteilen bedient. Jedes Stückchen Holz oder Rinde für seine Krippenbauten hat er aus dem Wald geholt, Moos getrocknet und haltbar gemacht. „Jedes Häuschen, jedes Grün, jedes dekorative Element hat er selbst gefertigt“, erinnert sich sein Sohn Thomas mit Stolz.

Der Kuhstall wird weihnachtlich dekoriert. Foto: Sabine Hegele

Orientiert hat er sich bei seinem detailgetreuen Nachbau besonderer Bauernhäuser und Almhütten an Originalen, die er bei Reisen vor allem ins Zillertal und nach Südtirol fotografierte. Mit das bemerkenswerteste Werk von Werner Lacher ist das Abbild des Strasserhäusl in Mayrhofen.

Erstmals in Hechingen, auf dem Hofgut Domäne seines Sohns Thomas, waren die Krippen von Werner Lacher 2005 zu sehen – und danach jedes Jahr zur Advents- und Weihnachtszeit bis 2013. Im Juli 2014 starb Werner Lacher. Danach lagerten Thomas und Manuela Lacher 19 Krippen-Kunstwerke auf dem Dachboden des „La Paz“ ein. Auch der „Krippenkoffer“ mit Fotos, Zeitungsausschnitten, Zeichnungen und mehr wurde in Ehren gehalten.

Im vergangenen Jahr fasste Thomas Lacher, wie sein Vater ein kreativer Mensch, den Entschluss, die Krippen vom Dachboden zu holen und auszustellen. Es folgten viele Monate, in denen sich der Domäne-Chef in jeder freien Minute der Restaurierung der Kunstwerke seines Vaters widmete.

Die originalgetreue Nachbildung des Strasserhäusl Foto: Sabine Hegele

Jedes einzelne Teil wurde, falls nötig, von Hand erneuert. Materialien dazu sammelte er im Wald.

Ab Freitag, 14. November, bis Dreikönig, 6. Januar, ist die Ausstellung an den Wochenenden von Freitag bis Sonntag im Kuhstall zu sehen; freitags von 16 bis 21 Uhr, samstags und sonntags von 11.30 bis 21 Uhr. Die Krippen werden in eine weihnachtliche Dekoration eingebettet sein.

Einen Titel trägt die Ausstellung ebenfalls: „Dinner for Christmas“; Gruppen können auf Bestellung inmitten der Krippen speisen.

„Zu Weihnachten eskalieren wir“

Tausende Lichter tauchen das Areal dann in ein warmes Licht. Fassaden und Giebel der Gebäude werden illuminiert, Feuer-Stehtische für klirrenden Temperaturen bereitstehen.

Thomas und Manuela Lacher räumen ein: „Zu Weihnachten eskalieren wir in Sachen Deko – in der Domäne und auch privat.“ Sie seien „bekennende Weihnachtsmenschen“ und damit aufgewachsen.