Gute Laune auf der Hochbrücken-Baustelle in Horb: Rainer Gumz (RP), Bürgermeister Ralph Zimmermann (FDP), Referatsleiter Erik Lang, Jörg Pfeifle (RP) und Alexandre Merz (RP). Foto: Jürgen Lück

RP-Referatsleiter Erik Lang erklärt auf der Hochbrücken-Baustelle: Die Firma Porr zeigt, dass sie die Baustelle 2028 fertig haben will. Warum alle zuversichtlich sind, dass das trotz Streit klappen wird.

Das Aufatmen ist in den lächelnden Gesichtern zu spüren: Offenbar tut die Baufirma Porr an der Hochbrücke alles, damit die Baustelle 2028 fertig wird. Und das, obwohl sich Regierungspräsidium und Porr über das Geld nicht einig sind.

 

Erik Lang, Leiter des Baureferats Süd: „Die Aussage der Baufirma Porr, dass das Bauende der Hochbrücke Horb erst 2030 sein wird, ist vom Tisch. Auch nach den Aussagen der Baufirma Porr kann man davon ausgehen, dass das Bauende der Hochbrücke 2028 sein wird. Ob Anfang, Mitte oder Ende, kann man nicht sagen.“

Streit ums Geld für die Hochbrücke Horb

Die Stahlflechter von Porr sind dabei, an der Rauschbart-Seite der Hochbrücke den ersten Straßenabschnitt vorzubereiten. Foto: Jürgen Lück

Eine hoffnungsfrohe Nachricht trotz des Streits. Wegen der angekündigten Verzögerung vor einem Jahr hatte das Regierungspräsidium Karlsruhe sich einen juristischen Beistand geholt. Regierungspräsidentin Sylvia M. Felder sagte im September 2024: „Es geht natürlich auch ums Geld.“ Dann wurde die Schlichtung gestartet.

Erik Lang: „Ob der Bau teurer wird, darüber sind wir uns nicht einig. So, wie wir ausgeschrieben haben, hätte die Hochbrücke Horb 2026 fertig sein können.“ Der Schlichter ist inzwischen eingeschaltet.

RP: „Positiv, dass Porr sichtbar Arbeiten für Hochbrücke Horb beschleunigt“

Die Verbindung zwischen Nordstetten und dem Pfeiler am Kleintierzuchtverein wird bei der Hochbrücke Horb schon vorbereitet. Foto: Jürgen Lück

Lang: „Wir sehen es als sehr positiv, dass trotz der offenen Fragen – auch um das Geld – die Firma Porr den Bau weiter beschleunigt. Sie haben beispielsweise mehrere Traggerüste gekauft, damit die Brücke schneller fertig ist. Und das, obwohl sie nicht weiß, dass die Baufirma dafür mehr Geld bekommt. Andererseits dürfte Porr aber auch klar sein – wenn sie den Bau nicht soweit beschleunigen wie möglich – kann sie im Zweifelsfall nicht mehr auf Null oder mit Gewinn aus dem Projekt herausgehen.“

Die angekündigten Beschleunigungs- und Optimierungsmaßnahmen von Porr. Mehr Traggerüste. Die stehen auch schon. Damit man gleich den kompletten Betonaufbau von Nordstetten bis zur Achse 40 (Höhe ASV Sportheim) in einem durchziehen kann.

In vier Wochen wird an der halben Hochbrücke Horb auf einmal geschafft

Gut zu sehen: Jede Menge Traggerüste werden aufgebaut, damit die Bauarbeiter bei der Hochbrücke Horb bald richtig Meter machen können. Foto: Jürgen Lück

Jörg Pfeifle, Bauaufsicht RP: „In den nächsten drei Wochen werden die blauen Stützkonstruktionen zum nächsten Pfeiler Richtung Rauschbart gezogen. Und auch zwischen die Lücke am Pylon Höhe Kleintierzuchtverein und Nordstetten geschlossen. Dann können die gesamten – gut 312 Meter – an einem Stück gemacht werden.“

Damit wäre – optisch gesehen – die Hälfte der Brücke dann fertig. Pfeifle sagt: „So können statt 70 Mann mehr auf einmal an der Brücke arbeiten. Mal schauen, ob es dann 100 Bauarbeiter werden.“

Wann wird das Bauende der Hochbrücke Horb wirklich sein?

Kann bald schweben: An der Hochbrücke Horb gibt die Baufirma Porr Vollgas. Foto: Jürgen Lück

Referatsleiter Erik Lang sagt: „Die Baufirma Porr hat angekündigt, uns den konkreten Bauablauf demnächst vorzulegen. Wir werden ihn natürlich überprüfen – und dann können wir mehr sagen. Auch, wann die nächste Rauschbart-Vollsperrung kommt. Sicher ist Stand heute nur: Weder 2025 noch 2026 wird es diese Vollsperrung geben.“

Auch Horbs Bürgermeister Ralph Zimmermann (FDP) atmet auf: „Trotz Schlichtung ist es gut, zu hören, dass beide Seiten versuchen, den Zeitablauf zu optimieren. Das Versprechen des Bauendes 2028 für die Hochbrücke Horb scheint jetzt realistisch zu sein.

So weit ist es mit der Schlichtung im Streit um die Hochbrücke Horb

Was soll in der Schlichtung geklärt werden?
 Lang: „Wir haben ein paar Fragen, die wir geklärt haben wollen. Nicht viele. Sozusagen die Hauptknackpunkte. Es geht darum, was in den Ausschreibungsunterlagen gestanden hat und was vertraglich vereinbart wurde.“

Wer ist der Schlichter?
 Erik Lang, Referatsleiter Straßenbau Süd vom RP Karlsruhe: „Wir haben mit der Baufirma Porr Stillschweigen vereinbart. Auch über den Namen des Schlichters. Es ist jemand, der schon mehrere ähnliche Verfahren gemacht hat und der eine langjährige Erfahrung in Baurechts-Verträgen hat.“

Wann gibt es ein Ergebnis?
Lang: „Wir haben diese Woche den Schlichter angerufen. Unser Bestreben ist, dass es zeitnah eine erste Anhörung beider Seiten gibt. Möglicherweise hat der Schlichter dann schon erste Hinweise, woraus es seiner Meinung nach ankommt. Die Terminkalender sind voll: Vatertag, Pfingsten und bald Sommerferien. Aber wir hoffen, dass schon vor der Sommerpause etwas passiert und nicht erst in einem halben Jahr.“