Mit einem Großplakat hat die Stadt bei der einstigen Landesgartenschau-Bewerbung Vorstellungen des Schulcampus visualisiert. Der Bereich wird allerdings etwas anders aussehen – alle Grundstücke, die hier überplant sind, sind nicht in städtischem Eigentum. Foto: Fritsche

Seit mehreren Jahren ist er Thema, der Campus, der die Erhard-Junghans-Schule an einem Standort vereinen soll. Das im Jahr 2017 beschlossene Projekt hatte zwischendurch den Anschein, auf der langen Bank zu schmoren. Dies soll jetzt anders werden.

Im „Besonderen Ausschuss Schulcampus“ gab Fachbereichsleiter Bent Liebrich zunächst einen Abriss der Vorgeschichte und Entwicklung des Schulcampus, bevor er an den Architekten Stefan Kamm übergab. Vor fast vier Jahren im Februar 2020 hatte dieser seinen Siegerentwurf des Schulcampus den Schramberger Bürgern vorgestellt.

 

Jetzt berichtete Kamm über den aktuellen Planungsstand des Gebäudes samt räumlicher Aufteilung, Haustechnik und PV-Anlage auf dem Dach. Er hatte auch eine Zahl dabei: 48,5 Millionen Euro, die aber ausdrücklich nur als ein „Vorentwurf zu den Kosten“ zu verstehen sei.

Clemens Maurer (CDU) klang bei seinem Redebeitrag zu den beiden Berichten und zur Beschlussvorlage erleichtert: „Ich habe den Eindruck, dass wir nun endlich Fahrt aufnehmen“. Er schlug einige Präzisierungen und Ergänzungen zu vier der acht Punkte des Beschlussvorschlags vor, die noch in die Endfassung des Beschlussvorschlags kommen sollen.

Gemeinderat entscheidet

„Somit geht es heute nur um die Kenntnisnahme, der Gemeinderat entscheidet dann über die Endfassung“, erklärte Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr dazu.

Knackpunkt Finanzierung

Christian Seidel vom Fachbereich Zentrale Verwaltung und Finanzen redete dann Klartext bei der Vorlage der Liquiditätsprognose: „Der Schuldenstand steigt exorbitant. Der erste Spatenstich sei erst dann möglich, wenn die notwendige freie Liquidität und wenig Schulden gegeben sind“.

Die Stadt sollte 25 bis 40 Prozent des Eigenanteils am Projekt an Eigenkapital aufbringen, empfahl Seidel.

Haushalt konsolidieren

So sei eine „Haushaltskonsolidierung mit dem Ziel resilienter Haushalte notwendig“. Auch müssten die Kosten (im Sinne einer Kostenberechnung, nicht -Schätzung) klar sein. Weitere Zuschussmöglichkeiten und eine Schulbaumitfinanzierung durch Umlandgemeinden müssten geprüft werden.

Zum letzten Punkt gab Udo Neudeck (Freie /Neue Liste) zu bedenken, dass Nachbargemeinden bei den aktuell knappen Finanzen dann vielleicht zahlungsunfähig werden könnten: „Bitte vorsichtig sein, so etwas einzuplanen“.

Und mit Blick auf andere große Vorhaben warnte Neudeck vorsorglich: „Der Schulcampus ist ein Premiumprojekt und darf von anderen Projekten auf keinen Fall rechts oder links überholt werden, auch nicht von der Berneckschule“.

Spatenstich noch ungewiss

Einen Termin für den Spatenstich kann in dieser Phase des Projekts niemand seriös nennen. Liebrich musste sich auf die nächsten Schritte beschränken: Wenn der Gemeinderat (voraussichtlich am Donnerstag, 30. Januar) den Grundsatzbeschluss bestätigt, die Berneckschule am alten Standort zu belassen, könne die Planungen zur Mobilität (Zufahrten, Parken, ÖPNV und mehr) im Februar 2025 beginnen und (nach Stand Januar) die Leistungsphase 2 im zweiten Quartal 2025 fertiggestellt werden. Die Leistungsphase 3 (Entwurfsplanung mit Kostenberechnung) könnte Ende dieses Jahres oder im ersten Quartal 2026 fertiggestellt werden.