Die Oberschopfheimer Winzer sind optimistisch und hoffen auf ein gutes Weinjahr 2025. Allerdings macht der Umsatzrückgang Sorge.
Mit einem satten Grün durchzogen ist der Weinberg in Oberschopfheim. Laubarbeiten sind gemacht. Ein grün brauner gemähter Teppich zieht sich auch über den Boden. Frank Erb, Vorsitzender der Winzergenossenschaft Oberschopfheim, ist zufrieden und beschreibt die Lage im Weinberg aktuell „perfekt und top gesund.“
Weder echter noch falscher Mehltau habe sich im Weinberg ausgebreitet. In diesem Jahr kommen die Weinbauern mit 25 Prozent weniger Pflanzenschutz aus. Sehr schön sei die Traubenstruktur. Allerdings ließ die Blütenzeit etwas zu wünschen übrig. Kälte, Feuchtigkeit und mangelnde Sonneneinstrahlung ließen die Blüte verrieseln, was bedeutet, nicht alle Beeren wurden befruchtet und folglich abgestoßen. Das Ergebnis sind lockerbeerige Trauben. Erb zeigt das Ergebnis direkt am Rebstock.
Befürchtete Pilzkrankheit „Peronospera“ ist ausgeblieben
Im Frühjahr war aus diesem Grund Pflanzenschutz gefordert, um die Blüte zu sichern. „Das ist unsere wichtigster Pflanzenschutz“, so Erb. Wenn die Rebe blühe und das Blütenköpfchen abgeworfen wird, bleibe die Beere noch ungeschützt, was die kritischste Phase im Weinberg im ganzen Jahr bedeute. In der Blütenzeit gab es 70 Liter Niederschläge, wobei der Pflanzenschutz nur bei 40 Liter die Gescheine sichere.
Die mit dem Regen befürchtete Pilzkrankheit „Peronospera“ sei glücklicherweise ausgeblieben. Das Sporenpotenzial habe gefehlt. Erb rechnet nach dem katastrophalen Jahr 2024, als der Frost teilweise zu 100 Prozent Ernteausfällen geführt hat, für 2025 mit einem durchschnittlichen Erntejahr. Einige Niederschläge wären weiter willkommen, allerdings freuten sich die Früchte jetzt auch über die Sonnenstrahlen. Im Moment jubele des Winzers Herz. „Dürfte ich wählen, würde ich solch ein Weinjahr bis jetzt sofort wieder haben wollen“, erklärt Erb. Die Erträge dürften nicht ganz so hoch sein, aber die angepeilte Zielmenge, die auch vom Badischen Winzerkeller in Breisach bezahlt wird, dürfte erreicht werden. Der Winzer braucht ein sehr gutes Weinjahr, auch um die Verluste aus 2024 einigermaßen zu kompensieren.
Aber es brauche auch den Konsumenten für den heimischen Wein. Bereits in der vergangenen Hauptversammlung hat Erb von einem Umsatzrückgang im Weinverkauf von 25 Prozent gesprochen.
Im Alter zwischen 50 und 70 Jahren wird der meiste Wein getrunken
Im Alter zwischen 50 und 70 Jahren, so berichtet Frank Erb aus Studien, wird der meiste Wein getrunken. Die Kinder wären aus dem Haus und der Genuss übernehme.
Es wird mit einem Umsatzrückgang im Weinverkauf für die kommenden zehn Jahre von 50 Prozent ausgegangen, so Erb gegenüber unserer Redaktion. Was auf lange Sicht mit den Weinbergen geschieht, bleibt abzuwarten. Der Konsument habe es in der Hand. Wer jedoch beim Weinkauf zu Produkten aus dem Ausland greife, müsse sich nicht wundern, wenn er damit dem deutschen Weinbauern den Dolchstoß setze. Die Landschaft, wie sie die Winzer prägen, sei nur so lange erfahrbar, wie es sich für den Winzer rechnet.
Weinsommernacht
Die Winzergenossenschaft Oberschopfheim lädt zur Weinsommernacht in die Flurbereinigung beim Steinkreuz ein. Wein und Cocktails sowie Gegrilltes erwartet die Besucher am Samstagabend ab 17 Uhr. Inmitten der Weinberge lässt sich auf das Weinjahr 2025 einstimmen.