Beim Anlegen des Agroforst-Systems auf dem Hofbauernhof in Schömberg: die stellvertretende Naturpark-Geschäftsführerin Yvonne Flesch und Loßburgs Bauamtsleiter Jochen Geßler (stehend) sowie Landwirt Andreas Hofstätter und Naturpark-Projektmanager Niklas Kullik mit Helferinnen (von rechts). Foto: Gundi Woll/Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord e. V.

Agroforst kommt bei den landwirtschaftlichen Betrieben im Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord gut an – auch in Schömberg.

Lebendiger Boden, stabile Ernte, höhere Klimaangepasstheit: Mit diesem Ziel hat Landwirt Andreas Hofstätter vom Hofbauernhof in Schömberg mit rund 15 Freiwilligen an zwei Tagen rund 400 Bäume und Sträucher auf einer landwirtschaftlichen Nutzfläche gepflanzt. Denn Agroforst-Strukturen tragen dazu bei, Wasser länger in der Fläche zu speichern – sowohl in Dürrephasen als auch bei Starkregen-Ereignissen. Das schreibt der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord in einer Pressemitteilung.

 

Während der auf zwei Jahre angelegten Pilotphase des Agroforst-Projekts des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord konnten Agroforst-Systeme für insgesamt 76 Hektar geplant werden. Mehr als 2800 Bäume und rund 1500 Sträucher wurden bereits auf 35 Hektar Fläche gepflanzt. Bei den Pflanzaktionen haben 135 Freiwillige mitgeholfen.

Das mit Unterstützung des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord angelegte Agroforst-System mit rund 400 Bäumen und Sträuchern auf einer Grünfläche des Hofbauernhofs in Schömberg aus der Luft betrachtet. Foto: Niklas Kullik/Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord e. V.

Mehr als 80 Prozent der Betriebe haben angegeben, dass die Agroforst-Förderung des Naturparks ausschlaggebend für die Anlage eines Agroforst-Systems war, heißt es in der Mitteilung weiter. Die Hauptmotivation dafür habe für die Landwirte in der Stärkung der Biodiversität sowie dem Schutz des Bodens vor Wind und Erosion gelegen.

Klimaschutz durch Agrofrost verwurzeln

Mit der Agroforst-Modellregion bringe der Naturpark wertvolle Gehölz-Strukturen wieder in die Landwirtschaft. „Agroforst ist im nördlichen und mittleren Schwarzwald gefragt“, berichtet Naturpark-Projektmanager Niklas Kullik. „Durch das Projekt ist ein Netzwerk aus Modellbetrieben entstanden. Aus ihren Erfahrungen können wir lernen. Sie sind Basis für die Konzeption gemeinsamer Wege für eine klimaangepasste Landwirtschaft in der Region und darüber hinaus.“

Wie sich Klimaschutz praktisch auf dem Acker umsetzen lässt, zeige der Hofbauernhof in Schömberg: 120 Bäume und 270 Sträucher hat er mit einem Freiwilligen-Team auf einer rund fünf Hektar großen Grünfläche als Agroforst-System gepflanzt. Ziel des Betriebs sei es, durch das Agroforst-System die Biodiversität zu erhöhen, Weidetieren Schatten zu bieten und Obst für die Hof-Gemeinschaft zu produzieren.

„Wir hatten in der jüngsten Vergangenheit einige Jahre mit langen Hitzeperioden. Für unsere Tiere mussten wir in dieser Zeit künstlich Schatten erzeugen. Über das Agroforst-System erhalten sie auf natürliche Weise Schatten. Zudem bieten die Bäume und Sträucher Lebensraum für zahlreiche Tiere und sorgen dafür, dass der Boden Wasser besser aufnimmt und hält. So kann Landwirtschaft auch in Zeiten des Klimawandels Teil der Lösung sein“, so Hofstätter.

Hofbauernhof ist der größte Arbeitgeber in Schömberg

Gepflanzt wurden Obst- und Wertholz-Bäume, Obst- und Wildobst-Sträucher sowie Hecken-Sträucher. Darunter: Apfel, Mostbirne, Walnuss, Ebereschen, Vogelkirschen, Schwarzerlen, Johannisbeeren, Kornelkirschen, Felsenbirnen, Hasel, Hartriegel, Schneeball und Weißdorn.

Der Hofbauernhof ist ein gemeinschaftlich betriebener Demeter-Betrieb mit Legehennen, Rinder- und Schweinehaltung, einer Hofbäckerei, Gemüsebau und Forstwirtschaft. Auf dem Hof leben 25 Personen, die teilweise auf dem Betrieb arbeiten. „Der Hofbauernhof ist der größte Arbeitgeber in Schömberg. Als Lernort für unterschiedliche Projekte bringt er Leben in den Ort“, so Jochen Geßler, Leiter des Bauamts der Gemeinde Loßburg.