Sie sind echte Pioniere: Meinrad und Simone Klausmann haben als erste Produzenten in der Region auf einen Hofautomaten gesetzt – und damit einen echten Volltreffer gelandet.
Verkauft werden auf dem Lienberg ausschließlich regionale Produkte: Das Rindfleisch stammt aus der eigenen Produktion des Hofs Klausmann. Hinzu kommen Wurst und Schweinefleisch aus der Hofmetzgerei Weber in Seedorf sowie Eier vom Geflügelhof Müller aus Villingendorf.
„2018 wollten wir in die Selbstvermarktung einsteigen“, blickt Meinrad Klausmann zurück. Das sollte das zweite Standbein neben der Rindermast sein. Bei der Metzgerei Weber – wo Simone Klausmann arbeitet – können die Produkte verpackt werden.
So entwickelte sich der Hofautomat prächtig. Es sprach sich schnell herum, dass es auf dem Lienberg etwas Neues gibt, und die Nachfrage ist seitdem ungebrochen.
Fleisch für Grillabende
Ab September sollen zusätzlich heimische Kartoffeln verkauft werden. Im Sommer gibt es Fleisch und Wurst für Grillabende, im Winter wird Schlachtplatte angeboten. Dosen mit verschiedenen Wurstsorten gibt es das ganze Jahr über. Vor Feiertagen wie Weihnachten oder zu besonderen Anlässen sind auch Vorbestellungen möglich.
Die 50 bis 60 Rinder werden in einem Stall mit viel Lichteinlass auf Stroh gehalten, was der Haltungsstufe 3 entspricht. Eine Weidehaltung ist bei den wuchtigen Rindern nur schwer möglich. Das Futtermittel kommt aus eigenem Anbau, gefüttert werden Grassilage, Heu und Getreidemischungen aus eigenem Anbau. Dafür ist viel Handarbeit notwendig, auch wenn es maschinelle Unterstützung gibt.
Zudem möchten Simone und Meinrad Klausmann den Menschen die Landwirtschaft näher bringen. So kommen immer wieder Schulklassen oder Kindergartengruppen vorbei, um sich das Leben auf dem Hof anzuschauen. „Das ist aber viel Arbeit“, sagte ein Schüler, als er die ganzen Aufgaben gesehen hatte, die sieben Tage die Woche erledigt werden müssen. „Viele wollen wissen, wo die Lebensmittel herkommen“, sagt Meinrad Klausmann.
Insbesondere in Corona-Zeiten rannten die Kunden der Familie fast die Tür ein. Der Hofautomat war sehr gefragt – auch weil rund um die Uhr Produkte gekauft werden können. Lediglich im Sommer ist der Automat für ein oder zwei Wochen nicht bestückt.
„Die einen Kunden wollen Anonymität, die anderen haben immer wieder Fragen zu den Produkten“, sagt Simone Klausmann.
Bezahlung mit Bargeld
Die Tendenz gehe aber ganz klar zu solchen Automaten. Die Kunden wünschten Lebensmittel aus der Region, sind sich die beiden einig.
Mindestens einmal täglich wird der Automat aufgefüllt. Da er schon seit 2018 steht, kann ausschließlich mit Bargeld bezahlt werden. „Die Leute wissen es, und bislang hat sich noch niemand beklagt“, betont Meinrad Klausmann.
Die Kunden kommen aus Sulgen und Aichhalden, aber auch aus Schiltach, Lauterbach oder Königsfeld. Viele, die in Sulgen arbeiten, decken sich nach Feierabend am Hofautomat mit Lebensmitteln ein.